Fragen und Antworten zur GIZ

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist Deutschlands führender Anbieter von Dienstleistungen der internationalen Zusammenarbeit. 

Als Bundesunternehmen unterstützen wir die Bundesregierung dabei, ihre Ziele in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Weltweit aktiv sind wir außerdem in der internationalen Bildungsarbeit.  Die GIZ befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des Bundes. Den Bund vertreten als Gesellschafterin das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF).

Die GIZ ist mit rund 25.000 Mitarbeitenden in etwa 120 Ländern weltweit aktiv – also fast überall. Als Dienstleister der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und internationalen Bildungsarbeit engagiert sie sich weltweit für eine lebenswerte Zukunft. Die GIZ hat mehr als 50 Jahre Erfahrung in unterschiedlichsten Feldern, von der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung über Energie- und Umweltthemen bis hin zur Förderung von Frieden und Sicherheit. Das vielfältige Know-how des Bundesunternehmens GIZ wird rund um den Globus nachgefragt – von der deutschen Bundesregierung, Institutionen der Europäischen Union, den Vereinten Nationen, der Privatwirtschaft und Regierungen anderer Länder. Es kooperiert mit Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Akteuren und wissenschaftlichen Institutionen und trägt so zu einem erfolgreichen Zusammenspiel von Entwicklungspolitik und weiteren Politik- und Handlungsfeldern bei. Hauptauftraggeber der GIZ ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).  

Kurz gesagt: Unsere Expertinnen und Experten unterstützen nachhaltige Veränderungen – ob in Kambodscha, in Liberia oder in Deutschland. 

Nachhaltigkeit ist das Leitprinzip unseres Handelns. Wir arbeiten in der Überzeugung, dass nur das Zusammenspiel von sozialer Verantwortung, ökologischem Gleichgewicht, politischer Teilhabe und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit auch künftigen Generationen ein Leben in Sicherheit und Würde ermöglicht. 

Als Bundesunternehmen orientiert sich die GIZ an den Werten des Grundgesetzes. Insbesondere 

  • macht sie sich stark für die Achtung der Menschenrechte, Chancengleichheit und Integrität, 
  • unterstützt sie Rechtsstaatlichkeit und die politische Teilhabe der Bevölkerung, setzt sich auch im eigenen Unternehmen für faire Aushandlungsprozesse ein und engagiert sich für eine marktfreundliche, ökologisch und sozial orientierte Wirtschaftsordnung und handelt unternehmerisch verantwortungsvoll.

Alle Projekte der GIZ beruhen auf einem konkreten Auftrag – durch die deutsche Bundesregierung, durch unseren Hauptauftraggeber, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, durch andere Bundesministerien oder weitere nationale und internationale Auftraggeber.  

Die Auftraggeber finanzieren vorab vereinbarte Maßnahmen, die von kurzen Experteneinsätzen vor Ort bis zu langjährigen Programmen mit zahlreichen nationalen und internationalen Mitarbeiter*innen reichen können. Fachlich hat die GIZ ein breites Spektrum zu bieten: Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung, Energie- und Umweltthemen oder die Förderung von Frieden und Sicherheit sind nur einige der Themen, zu denen wir seit vielen Jahren unser Know-how anbieten.

Um weltweit Veränderungen anzutreiben, bietet die GIZ ihr Wissen auf allen Ebenen an: Wir beraten Regierungen bei der Gesetzgebung, unterstützen Verbände in ihrer Arbeit, binden die deutsche und nationale Wirtschaft ein und vermitteln der Bevölkerung vor Ort das Wissen, das sie für eine eigenverantwortliche Weiterentwicklung benötigt. 

Vor Ort arbeiten wir dafür mit einheimischen Partnern zusammen: häufig mit den jeweils zuständigen nationalen Ministerien, aber auch mit Kommunen oder lokalen Organisationen. In Deutschland unterhält die GIZ Kooperationen und enge Arbeitskontakte mit öffentlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und der KfW Entwicklungsbank.   

Wichtige Partner für die GIZ sind zudem Unternehmen: Gemeinsam mit uns können sie ihr Handeln so ausrichten, dass unternehmerischer Erfolg auch verbesserte Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort bedeutet. So arbeitet die GIZ gemeinsam mit internationalen Privatunternehmen daran, dass Kleinbauern mit dem Anbau von Cashewnüssen, Kakao und Baumwolle in Afrika ein höheres Einkommen erzielen können. Auch lokale Nichtregierungsorganisationen wirken bei diesen Initiativen mit. 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist der Hauptauftraggeber der GIZ. Im Jahr 2021 entfielen rund 3,15 Milliarden unseres Geschäftsvolumens auf Aufträge des BMZ. Weitere rund 380 Millionen machen Aufträge anderer deutscher öffentlicher Auftraggeber aus, beispielsweise des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und des Auswärtigen Amtes (AA). Die GIZ unterstützt auch die Bundesländer bei der Durchführung von internationalen entwicklungspolitischen Aktivitäten. Zum Beispiel setzt das Regionalbüro Süd der GIZ mit Bayern verschiedenste Projekte in Afrika um: Dazu gehören die Verbesserung beruflicher Perspektiven, Förderungen von Start-ups sowie Trainings zu Erneuerbaren Energien.

Die GIZ arbeitet zudem für internationale Auftraggeber wie die Europäische Union und verschiedene UN-Organisationen. Auch beauftragen nationale Regierungen aus der ganzen Welt die GIZ direkt. Seit 2011 unterstützt die GIZ im Auftrag der Regierung von Costa Rica kommunale Behörden bei der Verbesserung des Straßennetzes. 612 km Straßen sind hier instandgesetzt und 1500 km mehr folgen. Auch Privatfirmen und Stiftungen nutzen gerne die Dienstleistungen der GIZ. 

Im Jahr 2021 betrug das Geschäftsvolumen der GIZ rund 3,7 Milliarden Euro. Davon entfielen rund 3,6 Milliarden auf Bundesministerien und andere öffentliche Auftraggeber aus Deutschland. 135 Millionen wurden durch internationale Auftraggeber aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern beauftragt und finanziert. 

Die GIZ ist eine Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH, die aufgrund ihres Gesellschafts-/Satzungszwecks als gemeinnützig anerkannt ist. Es ist nicht unser Ziel, einen möglichst großen finanziellen Gewinn zu erwirtschaften. Bei uns steht die Förderung der Allgemeinheit im Rahmen unseres Gesellschaftszwecks im Mittelpunkt. 

Den Großteil unserer Umsätze (rund 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2021) erwirtschaften wir mit der Bundesregierung und anderen öffentlichen Auftraggebern aus Deutschland. Diese Aufträge sind von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit. 

Aufträge der GIZ mit Auftraggebern wie der Europäischen Kommission, UN-Organisationen und nationalen Regierungen werden nach den ertragsteuerlichen Gewinnermittlungsvorschriften in Deutschland besteuert. Allerdings steht für das Unternehmen auch bei diesen Aufträgen nicht die Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund. Die GIZ arbeitet hier kostendeckend und behält auch für diese Aufträge einen kleinen Risikoaufschlag zur Deckung des Unternehmerwagnisses ein.   
Überschüssige Gewinne werden wieder für Projekte der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen des Gesellschaftszwecks verwendet.

Die GIZ wird von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet. Vorstandssprecherin ist Tanja Gönner. Weitere Vorstandsmitglieder sind Ingrid-Gabriela Hoven und Thorsten Schäfer-Gümbel.

Die GIZ gibt es seit dem 1. Januar 2011 und geht zurück auf drei Organisationen: die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) gGmbH und InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH.

Die GIZ hat zwei Unternehmenssitze in Deutschland: Einen in Bonn und einen in Eschborn bei Frankfurt am Main.

Zum Stichtag 31. Dezember 2021 arbeiteten insgesamt 24.977 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der GIZ. Davon waren 5.324 in Deutschland und 2.766 als so genannte „Entsandte“ im Ausland beschäftigt. 16.887 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten als lokale Kräfte in den Partnerländern. Insgesamt arbeiteten fast 70 Prozent der Mitarbeitenden der GIZ im Ausland.

Zudem waren 431 Entwicklungshelferinnen und -helfer für die GIZ im Einsatz. Darüber hinaus vermittelt das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), eine Arbeitsgemeinschaft aus GIZ und Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfte an lokale Arbeitgeber: Zum Jahresende 2021 waren 177 Integrierte Fachkräfte direkt vor Ort von Organisationen und Unternehmen angestellt. 466 Rückkehrende Fachkräfte wurden finanziell oder durch Beratungs- und Serviceleistungen von CIM unterstützt.