Fragen und Antworten zur GIZ

Was ist die GIZ?

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist Deutschlands führender Anbieter von Dienstleistungen der internationalen Zusammenarbeit.

Als Bundesunternehmen unterstützen wir die Bundesregierung dabei, ihre Ziele in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Weltweit aktiv sind wir außerdem in der internationalen Bildungsarbeit.  Die GIZ befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des Bundes. Den Bund vertreten als Gesellschafterin das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF).

Was macht die GIZ?

Die GIZ ist mit rund 17.300 Mitarbeitern in etwa 130 Ländern weltweit aktiv – also fast überall. Wir beraten Industrieländer, die ihren EU-Beitritt vorbereiten, und deutsche Bundesländer, wenn es um die Energiewende geht. Wir unterstützen Schwellenländer, den Folgen des Klimawandels effektiv zu begegnen. Wir arbeiten in Entwicklungsländern, um den Hunger zu bekämpfen. Wir sind in vielen fragilen Staaten, darunter auch Afghanistan und Pakistan, tätig, um die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. In den Ländern der Arabellion stärken wir die Jugend, indem wir zusammen mit der deutschen und der lokalen Privatwirtschaft Arbeitsplätze schaffen. Das anerkannte deutsche Berufsbildungssystem steht Modell für Bildungsprojekte in Vietnam oder Saudi-Arabien. Fortbildungen für deutsche Fach- und Führungskräfte vermitteln wir in Norwegen oder Russland, Stipendiaten in die USA, Japan und Israel. Ausländische Führungskräfte lernen in deutschen Unternehmen und in unseren regionalen Bildungszentren. 

Kurz gesagt: Unsere Experten unterstützen nachhaltige Veränderungen – ob in Brasilien, in Kenia oder in Deutschland.

An welchen Werten orientiert sich die GIZ?

Das Handeln der GIZ ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Diese verstehen wir als Zusammenspiel von sozialer Verantwortung, ökologischem Gleichgewicht, politischer Teilhabe und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Nur dieses Zusammenspiel ermöglicht den heutigen und künftigen Generationen ein Leben in Sicherheit und Würde.  

Als Bundesunternehmen orientieren wir uns an den Werten des Grundgesetzes. Darüber hinaus haben wir uns den Prinzipien des Global Compact verpflichtet. Die Einhaltung von Menschenrechten, ein sozial gerechter Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Interessenvertretungen, Umwelt- und Klimaschutz sowie Korruptionsprävention sind daher elementare Werte, denen wir verpflichtet sind.

Wie arbeitet die GIZ?

Die GIZ ist keine Spendenorganisation. Alle Projekte der GIZ beruhen auf einem konkreten Auftrag – durch die deutsche Bundesregierung, durch unseren Hauptauftraggeber, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, durch andere Bundesministerien oder weitere nationale und internationale Auftraggeber.

Die Auftraggeber finanzieren vorab vereinbarte Maßnahmen, die von kurzen Experteneinsätzen vor Ort bis zu langjährigen Programmen mit zahlreichen nationalen und internationalen Mitarbeitern reichen können. Auch fachlich hat die GIZ ein breites Spektrum zu bieten: Energie, Wasser, Gesundheit, Landwirtschaft oder Finanzen sind nur einige der Themen, zu denen wir seit vielen Jahren unser Know-How anbieten.

Mit wem arbeitet die GIZ zusammen?

Um weltweit Veränderungen anzutreiben, bietet die GIZ ihr Wissen auf allen Ebenen an: Wir beraten Regierungen bei der Gesetzgebung, unterstützen Verbände in ihrer Arbeit, binden die deutsche und nationale Wirtschaft ein und vermitteln der Bevölkerung vor Ort das Wissen, das sie für eine eigenverantwortliche Weiterentwicklung benötigt.

Vor Ort arbeiten wir dafür mit einheimischen Partnern zusammen: häufig mit den jeweils zuständigen nationalen Ministerien, aber auch mit Kommunen oder lokalen Organisationen. In Deutschland unterhält die GIZ Kooperationen und enge Arbeitskontakte mit öffentlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und der KfW Entwicklungsbank.  

Wichtige Partner für die GIZ sind zudem Unternehmen: Gemeinsam mit uns können sie ihr Handeln so ausrichten, dass unternehmerischer Erfolg auch verbesserte Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort bedeutet. So arbeitet die GIZ gemeinsam mit internationalen Privatunternehmen daran, dass Kleinbauern mit dem Anbau von Cashewnüssen, Kakao und Baumwolle in Afrika ein höheres Einkommen erzielen können. Auch lokale Nichtregierungsorganisationen wirken bei diesen Initiativen mit.

Für welche Auftraggeber arbeitet die GIZ?

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist der Hauptauftraggeber der GIZ. Im Jahr 2015 entfielen rund 80 Prozent unseres Geschäftsvolumens auf Aufträge des BMZ. Weitere 12 Prozent machen Aufträge anderer deutscher öffentlicher Auftraggeber aus, beispielsweise des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und des Auswärtigen Amtes (AA). Auch auf Bundeslandesebene ist die GIZ aktiv und bietet zum Beispiel im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Weiterbildungen zu Themen wie Energieeffizienz oder erneuerbare Energien an.  

Die GIZ arbeitet zudem für internationale Auftraggeber wie die Europäische Union und verschiedene UN-Organisationen. Auch beauftragen nationale Regierungen aus der ganzen Welt die GIZ direkt. Von 2005 bis 2012 leitete die GIZ im Auftrag der äthiopischen Regierung ein Programm, durch das 13 staatliche Hochschulen für mehr als 121.000 Studierende entstanden sind. Auch Privatfirmen und Stiftungen nutzen gerne die Dienstleistungen der GIZ.

Was ist das Geschäftsvolumen der GIZ?

Im Jahr 2016 betrug das Geschäftsvolumen der GIZ rund 2,4 Milliarden Euro. Davon entfielen 2,3 Milliarden auf Bundesministerien und andere öffentliche Auftraggeber aus Deutschland. 149 Millionen wurden durch internationale Auftraggeber aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern beauftragt und finanziert.

Ist die GIZ eine gemeinnützige Organisation?

Die GIZ ist eine Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH, die aufgrund ihres Gesellschafts-/Satzungszwecks als gemeinnützig anerkannt ist. Es ist nicht unser Ziel, einen möglichst großen finanziellen Gewinn zu erwirtschaften. Bei uns steht die Förderung der Allgemeinheit im Rahmen unseres Gesellschaftszwecks im Mittelpunkt.

Den Großteil unserer Umsätze (92 Prozent im Jahr 2015) erwirtschaften wir mit der Bundesregierung und anderen öffentlichen Auftraggebern aus Deutschland. Diese Aufträge sind von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit.

Aufträge der GIZ mit Auftraggebern wie der Europäischen Kommission, UN-Organisationen und nationalen Regierungen werden nach den ertragsteuerlichen Gewinnermittlungsvorschriften in Deutschland besteuert. Allerdings steht für das Unternehmen auch bei diesen Aufträgen nicht die Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund. Die GIZ arbeitet hier kostendeckend und behält auch für diese Aufträge einen kleinen Risikoaufschlag zur Deckung des Unternehmerwagnisses ein.  

Überschüssige Gewinne werden wieder für Projekte der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen des Gesellschaftszwecks verwendet.

Wer leitet die GIZ?

Die GIZ wird von einem vierköpfigen Vorstand geleitet. Vorstandssprecherin ist Tanja Gönner, stellvertretender Vorstandssprecher Christoph Beier. Weitere Vorstandsmitglieder sind Hans-Joachim Preuß und Cornelia Richter.

Seit wann gibt es die GIZ?

Die GIZ gibt es seit dem 1. Januar 2011. Sie geht zurück auf drei Organisationen: die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) gGmbH und InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH.

Wo ist der Sitz der GIZ in Deutschland?

Die GIZ hat zwei Unternehmenssitze in Deutschland: Einen in Bonn und einen in Eschborn bei Frankfurt am Main.

Daneben hat die GIZ eine Repräsentanz in Berlin und ist an 19 weiteren deutschen Standorten in nahezu allen Bundesländern vertreten. Außerdem gibt es eine weitere Repräsentanz in Brüssel.

Wie viele Mitarbeiter hat die GIZ?

Zum Stichtag 31. Dezember 2016 arbeiteten insgesamt 18.260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der GIZ. Davon waren 3.487 in Deutschland und 2.168 als so genannte „Entsandte“ im Ausland beschäftigt. 12.605 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten als lokale Kräfte in den Partnerländern. Insgesamt arbeiteten mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter der GIZ im Ausland.

Zudem waren 643 Entwicklungshelferinnen und -helfer für die GIZ im Einsatz. Darüber hinaus vermittelt das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), eine Arbeitsgemeinschaft aus GIZ und Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfte an lokale Arbeitgeber: Zum Jahresende 2016 waren 413 Integrierte Fachkräfte direkt vor Ort von Organisationen und Unternehmen angestellt. 434 Rückkehrende Fachkräfte wurden finanziell oder durch Beratungs- und Serviceleistungen von CIM unterstützt.