Stärkung des Gemeinwesens als zentraler Bestandteil der GIZ-Leistungserbringung
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH arbeitet weltweit für eine lebenswerte Zukunft: Gemeinsam mit unseren Partnern bieten wir Menschen Perspektiven und verbessern dauerhaft ihre Lebensbedingungen. Wir sind weltweit vernetzt und setzen zusammen internationale Agenden um – wir denken global und handeln vor Ort.
Die Stärkung des Gemeinwesens weltweit ist somit zentraler Teil unserer Leistungserbringung und integraler Bestandteil des auf die GIZ übertragenen Mandats. Sie ist daher in jedem Auftrag, der von der GIZ umgesetzt wird, mit enthalten.
Gestaltung der Zusammenarbeit mit Partnern
Nachhaltige Entwicklung ist nur durch Kooperation möglich. Regierungen, Zivilgesellschaft, Privatsektor und andere Partner stehen dabei oft vor komplexen Herausforderungen: Unterschiedliche Interessen, Kulturen, politische Rahmenbedingungen und stetig wechselnde Anforderungen machen die internationale Zusammenarbeit anspruchsvoll. Hierfür braucht es professionelles Kooperationsmanagement.
Capacity WORKS ist das Managementmodell der GIZ, das entwickelt wurde, um die Zusammenarbeit mit Partnern systematisch und erfolgreich zu gestalten. Es bündelt die Managementerfahrung der GIZ aus über 30 Jahren internationaler Zusammenarbeit und wird weltweit für die Planung, Steuerung und Umsetzung von Aufträgen eingesetzt. Ob im Gesundheitswesen in Kambodscha oder im Wassersektor in Malawi – Capacity WORKS unterstützt dabei, Entwicklungsprojekte wirkungsorientiert, transparent und partnerschaftlich umzusetzen.
Die GIZ-Unternehmensstrategie
Im Strategiezyklus 2023–2027 konzentriert sich die GIZ darauf, ihre Rolle als effektive Unterstützerin der politischen Ziele der Bundesregierung und anderer Auftraggeber auszubauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Mit der Unternehmensstrategie stellt sich die GIZ wirtschaftlicher und wirksamer auf, sowohl was interne Strukturen und Abläufe angeht als auch bezogen auf das Leistungsangebot. Die GIZ entwickelt die Fähigkeit, verstärkt integrierte Lösungen (sektoren-, länder- und projektübergreifende Leistungen) umsetzen zu können, um komplexe Transformationsfragen zu adressieren.
Die Unternehmensführung steuert aktiv die Unternehmensstrategie und die Umsetzung der Ziele und passt diese, wo notwendig, auch an.
Das Safeguards+Gender Managementsystem
Bei der Vorbereitung und Umsetzung von Projekten der internationalen Zusammenarbeit soll sichergestellt werden, dass die gewünschten Verbesserungen in einem Bereich nicht zu unbeabsichtigten Verschlechterungen in einem anderen führen. Gleichzeitig sollten Projekte aktiv Möglichkeiten für zusätzliche positive Auswirkungen auf Mensch und Natur nutzen, während sie ihre beabsichtigte Wirkung erzielen. Im Rahmen des Safeguards+Gender Managementsystems werden geplante Projekte aller Auftraggeber bereits in der Vorbereitung zuverlässig auf mögliche nichtintendierte negative und zusätzliche positive Wirkungen geprüft, und zwar in Bezug auf Umwelt, Klima, Konflikt- und Kontextsensibilität, Menschenrechte sowie Gleichberechtigung der Geschlechter. So werden Risiken und Potenziale frühzeitig erkannt, geeignete Ansätze zu ihrem Management identifiziert und diese in das Projektkonzept eingebracht.
Falls das Safeguards+Gender Managementsystem Risiken für nichtintendierte negative Wirkungen identifiziert, werden diese durch das Risikomanagement auf Ebene der Vorhaben gesteuert. Mit Hilfe dieses Systems wurden im Jahr 2025 insgesamt ca. 200 Projekte geprüft und in der Folge risikominimierende Anpassungen identifiziert. 26 Projekte wurden der höchsten Risikostufe zugewiesen. Diese Einstufung hat zur Folge, dass die Entwicklung der Risiken sowie Anpassungen im Verlauf der Projektdurchführung regelmäßig beleuchtet werden und das Vorhaben stärker von hauseigenen Safeguards-Spezialistinnen und Spezialisten unterstützt wird. Das Safeguards+Gender Management ist somit Teil des Risiko-, Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagements der GIZ.
Erfolge aus unserer Arbeit weltweit
Aufgrund der Datenverfügbarkeit während der Erstellung der DNK-Erklärung finden sich auf der Webseite des Deutschen Nachhaltigkeitskodex die Wirkungsdaten von 2024.
Unsere Arbeit wirkt. Das bestätigen die Daten, die wir regelmäßig erheben. Sie machen deutlich, was wir gemeinsam mit unseren Auftraggebern und Partnern vor Ort verändern konnten: in einzelnen Projekten, aber auch projekt- und länderübergreifend. Mit Hilfe von projektübergreifenden Standardindikatoren, die wir in verschiedenen Vorhaben mit denselben Methoden, einheitlichen Messeinheiten und für einen identischen Zeitraum erheben, können wir die Daten einer Vielzahl an Projekten zusammenfassen. Rund 1.100 Projekte haben ihre Daten für das Jahr 2025 zur Verfügung gestellt.
Umwelt, Klima, Energie
Wir führen weltweit mehr als 700 Projekte durch, um das Klima zu schützen und erneuerbare Energie zu fördern. Ein zentraler Ansatz ist dabei, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Das hilft den Menschen vor Ort und trägt zum globalen Klimaschutz bei – und davon profitieren auch die Menschen in Deutschland. Wie erfolgreich die GIZ dabei ist, zeigt sich auf mehreren Ebenen:
- Durch angepasste Anbaumethoden für Reis werden in Indien 40.000 t CO2 weniger ausgestoßen. Ein Erfolgsfaktor dabei: die systematische Beteiligung von Bäuerinnen. Mehr dazu im Video: Projekt zur Kompensation von Kohlenstoffemissionen aus dem Reisanbau (CORE)
- Das Projekt GET.pro treibt die globale Energiewende voran, indem es private Investitionen in nachhaltige Energieproduktion fördert. Mit den geförderten Projekten und Unternehmen werden Einsparungen erwartet, die rund 3 Mio. t CO2 pro Jahr entsprechen.
- Insgesamt konnte die GIZ im Jahr 2025 mit ihren Partnern und Auftraggebern indirekt dazu beitragen, dass die Entsprechung von fast 12 Mio. t CO2 weniger ausgestoßen wurde.
Zusammenarbeit mit der Wirtschaft
Die Bedeutung der Privatwirtschaft für die nachhaltige Entwicklung ist nicht zu überschätzen. Auf vielen Ebenen trägt sie dazu bei, dass Menschen weltweit ein Leben in Würde führen können. Das gilt für die Wirtschaft in den Ländern, in denen wir arbeiten, aber auch für deutsche und europäische Unternehmen. Und es gilt wechselseitig: Unternehmen profitieren von der Arbeit der GIZ und die GIZ unterstützt Unternehmen bei ihrer Tätigkeit.
- In Tunesien haben wir 2025 dazu beigetragen, dass 4.697 Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen wurden.
- Allein als GIZ haben wir im Rahmen der BMZ-Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ von 2019 bis 2025 mehr als 81.590 gute Jobs geschaffen.
- Gute Jobs kann es nur geben, wenn Unternehmen erfolgreich sind. Im Jahr 2025 haben wir weltweit 85.000 Unternehmen dabei unterstützt, wettbewerbsfähiger zu werden.
Frieden und Sicherheit
Politische Teilhabe und leistungsfähige, legitime Behörden sind Schlüssel, um Krisenregionen zur Ruhe kommen zu lassen. Das können auch ganz einfache Dinge sein: Einträge in Grundbücher, Registrierungen von Unternehmen oder Anträge auf Sozialleistungen. Für Bürgerinnen und Bürger ist es wichtig, dass die staatlichen Behörden sich um ihre Angelegenheiten kümmern.
- Im Nordosten Nigerias bringen wir ein Sozialregister auf den neuesten Stand und ermöglichen so, dass rund 1,4 Millionen Menschen korrekt registriert sind. Dadurch können betroffene Menschen bei Krisen wie Naturkatastrophen oder gewaltsamen Konflikten gezielt durch staatliche Leistungen unterstützt werden.
- Insgesamt hat die GIZ 2025 dazu beigetragen, dass 17 Millionen Menschen in Afrika einen besseren Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen bekommen haben.
- Weltweit profitierten im gleichen Jahr mehr als 30 Millionen Menschen von der Arbeit der GIZ. Sie erhalten nun bessere Dienstleistungen der staatlichen Verwaltung.
Standortförderung
Neben unserem Kerngeschäft setzen wir uns auf vielfältige Weise für Nachhaltigkeit ein, etwa indem wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem persönlichen Engagement für Nachhaltigkeit unterstützen (vgl. Kriterium „14. Arbeitnehmerrechte“) und das Gemeinwesen an unseren Unternehmensstandorten fördern, etwa durch ein breites Ausbildungsangebot, eine vielfältige Nachwuchsförderung und auch durch die Unterstützung regionaler Sportveranstaltungen.
Die GIZ bietet unterschiedlichste Ausbildungsgänge, duale Studienplätze und Praktika an. In einem Sonderprojekt bereiten sich pro Jahr ca. sieben junge Geflüchtete im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung auf die betriebliche Ausbildung vor.
Im Rahmen der Berufsorientierung nimmt die GIZ alternierend an den Standorten Eschborn und Bonn am „Boys and Girls Day“ teil, um Einblicke in die GIZ zu ermöglichen und um Schülerpraktika anzubieten. Außerdem engagieren sich die Auszubildenden der GIZ als Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter der IHK. Das EZ-Traineeprogramm ist ein Nachwuchsförderungsprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das die GIZ im Auftrag durchführt. Das Traineeprogramm Finanzmanagement Ausland fokussiert sich auf eine Einstiegsmöglichkeit im kaufmännischen Berufsfeld. Pro Jahr bildet die GIZ im Rahmen der Traineeprogramme 40 bis 60 Trainees aus.
Die Nachwuchsförderung der GIZ stellt einen wichtigen Baustein zur Deckung des Fachkräftebedarfs der GIZ in kaufmännischen Profilen und in IT-Berufen dar. Dies wird durch die hohe Übernahmequote in der betrieblichen Ausbildung von über 80 Prozent deutlich. Um ihren Nachwuchsbedarf zu decken, setzt die GIZ auch gezielt auf Inklusion in der Ausbildung und ermöglicht mit der Einstiegsqualifizierung für Geflüchtete den Zugang zur betrieblichen Ausbildung für Menschen, die ohne Vorbereitungsmaßnahmen nicht ausbildungsfähig wären.
Darüber hinaus ist es Teil des Selbstverständnisses der GIZ, als gemeinnütziges Unternehmen einen Beitrag für Fachkräftesicherung insgesamt und zur Ausbildung von jungen Menschen an den jeweiligen Standorten zu leisten.
Auch durch die Förderung von Sportveranstaltungen unterstützt die GIZ das Gemeinwesen: Das Corporate Health Management (CHM) übernimmt jeweils die Startgebühren einer Veranstaltung pro Betriebssportgruppe pro Jahr an den jeweiligen Standorten Berlin, Bonn und Eschborn sowie in jedem Land mit Landesbüro. Die Voraussetzung für das Sponsoring ist, dass Sinn und Zweck der Veranstaltung im Einklang mit den Leitlinien und Unternehmenswerten der GIZ stehen.