Aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und den Ländern, in denen die GIZ arbeitet, werden zwei verschiedene Umweltmanagementsysteme angewendet: eines in Deutschland und eines für die Außenstruktur. Grundlage für die Managementsysteme ist das Umweltleitprinzip der GIZ.
Umweltmanagementsystem in Deutschland nach EMAS
In Deutschland nutzt die GIZ das europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), eine Erweiterung des Umweltmanagementstandards ISO 14001. EMAS ist die weltweit anspruchsvollste Zertifizierung für betriebliches Umweltmanagement und verlangt eine kontinuierliche, jährlich nachzuweisende Verbesserung der Umweltwirkung eines Unternehmens. Oberstes Ziel ist es, die durch die GIZ erzeugten Umweltbelastungen nachweislich und kontinuierlich zu verringern. Diese Reduktion belegt die GIZ jährlich durch eine Umweltbilanz, die den Erreichungsstand unserer Umweltziele darstellt. Sie wird in einer Umwelterklärung gegenüber der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) dargelegt und vorab durch externe EMAS-Umweltgutachter*innen für gültig erklärt.
Durch die Teilnahme verpflichtet sich die GIZ an den EMAS-Standorten zur kontinuierlichen Verbesserung ihrer Umweltleistungen sowie zur Einhaltung aller geltenden Umweltschutzbestimmungen.
Der Vorstandssprecher der GIZ nimmt die Position des EMAS-Umweltmanagementvertreters ein. Unsere Beauftragte für Umweltmanagement ist im Sustainability Office der GIZ verortet. Sie startet und kontrolliert alle nötigen Schritte im Unternehmen, die für das EMAS-System relevant sind. In enger Abstimmung mit anderen Einheiten koordiniert sie zudem die Umsetzung von umweltbezogenen Maßnahmen aus dem Nachhaltigkeitsprogramm. Die GIZ-Standorte in Bonn und Eschborn sowie die Repräsentanz in Berlin sind seit 2013 EMAS-zertifiziert. In den Folgejahren kamen weitere Gebäude in Berlin, Bonn und Feldafing dazu.
Umweltmanagement in den Partnerländern: der Corporate Sustainability Handprint®
Um die Fortschritte bei der Nachhaltigkeit in den Ländern zu erfassen, in denen die GIZ arbeitet, gibt es den Corporate Sustainability Handprint® (CSH). Er bildet einen einheitlichen Rahmen zur unternehmerischen Nachhaltigkeit. Seit dem Berichtsjahr 2018 erhebt die GIZ jährlich über den CSH die Klima- und Umweltdaten in ihren Partnerländern und Auslandsbüros. Die Datenqualität und -verfügbarkeit ist noch nicht mit der in Deutschland vergleichbar, verbessert sich jedoch stetig. Bei der Erfassung der Umweltdaten wird zwischen einem „ökologischen Fußabdruck“ und einem „ökologischen Handabdruck“ unterschieden. Während der „Fußabdruck“ Verbrauchszahlen etwa zu Wasser oder CO2-Emissionen erfasst, bildet der „Handabdruck“ aktive Beiträge zur Nachhaltigkeit ab, etwa die Nutzung von Solaranlagen statt Generatoren oder die gepoolte Nutzung von Projektfahrzeugen. Auch Beiträge zu Themen wie Gesundheitsaufklärung, Diversität und Menschenrechte sowie nachhaltige Beschaffung sind Teil des „Handabdrucks“. Die GIZ ermutigt ihre Teams vor Ort, ihre Nachhaltigkeitsbilanz zu optimieren.
Zielsetzungen Ressourceneffizienz
Die Umwelt- und Klimaziele sind im Nachhaltigkeitsprogramm der GIZ aufgeführt. Das Nachhaltigkeitsprogramm 2021–2025 konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Das Nachhaltigkeitsprogramm 2030 beschreibt unsere Ziele bis zum Jahr 2030 (siehe auch Kriterium 3: Ziele). Übergreifendes Ziel im Bereich Klima & Energie ist es, unternehmensweit die Vorgaben der Science Based Targets initiative (SBTi) auf dem Weg hin zu einer treibhausgasneutralen GIZ zu erfüllen.
Maßnahmen
Ressource Energie
Strom: An den Standorten in Deutschland nutzt die GIZ fast ausschließlich Ökostrom. Der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien lag 2025 bei 94 Prozent. Der Verbrauch von konventionellem Strom entfällt auf die gemeinsam mit anderen Mietern genutzten Flächen, wie beispielsweise Empfangsbereiche, Tiefgaragen oder Aufzüge in Mietobjekten. Herkömmliche Leuchtmittel werden an allen Standorten, wo noch möglich, gegen LED-Leuchtmittel ausgetauscht. Lüftungssysteme werden ebenfalls optimiert, um Strom zu sparen.
Den Stromverbrauch in unseren Partnerländern misst die GIZ grundsätzlich an allen Standorten, an denen GIZ-Mitarbeiter*innen tätig sind. Da Netzstrom aus erneuerbaren Energien in den meisten Ländern noch nicht ausreichend angeboten wird, kann in den Auslandsbüros kein so hoher Anteil an erneuerbaren Energien bei der Stromversorgung realisiert werden wie in Deutschland. Jedoch prüfen die GIZ-Büros in den Partnerländern kontinuierlich, wo und wie PV-Anlagen an den Standorten im Ausland wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll eingesetzt werden können. Zudem wurden für das Jahr 2025 Grünstromzertifikate beschafft, um den Energiemix im Ausland nachhaltiger zu gestalten.
Die Zahl der Landes- und Projektbüros, die sich mit PV-Anlagen ausstatten oder eine Installation planen, nimmt kontinuierlich zu. Energieeffizienz-Maßnahmen sind dabei ein wichtiger Aspekt: Denn je niedriger der grundlegende Strombedarf, desto besser sind die Möglichkeiten, bei Stromausfällen mit sinnvoll dimensionierten PV-Systemen den Bedarf abzudecken und den übrigen Verbrauch der Dieselgeneratoren für Spitzenlasten zu reduzieren. Damit verbunden ist ebenfalls eine höhere Energieversorgungssicherheit der GIZ-Standorte in fragilen Kontexten. Die Maßnahmen in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien ergänzen sich also gegenseitig.
An mehreren Standorten im Ausland wurden im Jahr 2025 neue PV-Anlagen installiert, beispielsweise in Kamerun, Äthiopien, Mali, Tunesien, Südsudan, Uganda und Sambia.
Heizen & Kühlen: An vielen Standorten in Deutschland wurde seit 2021 sukzessive auf die Nutzung von Biomethan zum Heizen umgestellt. In Bonn, Röttgen und Eschborn werden Geothermieanlagen betrieben. Außerdem wird an einigen Standorten der Ausbau von erneuerbaren Energien geplant, z. B. durch die Installation von PV-Anlagen. Dies geht einher mit energetischen Sanierungen, bei denen etwa die Dämmung verbessert wird.
Wo möglich, wurden besonders stromsparende und umweltfreundliche Klimaanlagen (sogenanntes Green Cooling) beschafft. Im Ausland ist der Anteil bisher relativ gering, was auf knappe Marktverfügbarkeit sowie die dort häufig bestehenden Miet- und Eigentumsstrukturen zurückzuführen ist.
Mobilität: Der Treibstoffverbrauch von Pkws ist in den letzten Jahren rückläufig. Als eine wirksame Maßnahme hat sich im Ausland die Einrichtung von landesspezifischen Fahrzeugpooling-Systemen gezeigt. Zudem wird eine projektübergreifende Fahrzeugbeschaffung und -nutzung zunehmend als Standard etabliert und es werden kontinuierlich Veranstaltungen zur Sensibilisierung von Mitarbeiter*innen zu Themen wie nachhaltige Mobilität sowie Energie- und Ressourcenverbrauch durchgeführt. Zusätzlich setzen wir vermehrt auf den Umstieg hin zu Elektromobilität. Im Inland ist der überschaubare Fahrzeugbestand von 10 Kfz über die Hälfte elektrisch oder hybrid. Im Ausland sind bisher erst ca. 2 Prozent der 2.574 Kfz elektrisch/hybrid. Die GIZ arbeitet kontinuierlich daran, den Anteil an E-Fahrzeugen zu erhöhen.
Fortschritte finden sich unter „Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs“.
Ressource Wasser
In fast allen Gebäuden im Inland wurden eine Absenkung des Wasserdrucks in Teeküchen und Toiletten sowie der Einbau von wassersparenden Armaturen, Perlatoren an Wasserhähnen und Wasserspartasten an den Toiletten vorgenommen. Durch die seit einiger Zeit von der Trinkwasserverordnung vorgeschriebene regelmäßige Spülung der Wasserleitungen wird die Wirkung dieser Maßnahmen jedoch reduziert. An einigen Standorten wird Regenwasser für die Spülungen in den Sanitäranlagen sowie für die Außengelände genutzt. Die Außenflächen sind so angelegt, dass sie selten bis gar nicht gegossen werden müssen, nur z. B. neu gepflanzte Bäume oder bei langen Hitzeperioden.
Fortschritte finden sich unter „Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme“.
Ressource Abfall
Seit 2020 nutzt die GIZ ein Abfallkonzept für die großen deutschen Standorte, welches die saubere Trennung von Abfall vereinfacht und zentralisiert. Es setzt auf die leichte Trennung von Wert- und Reststoffen, die Einsparung von Plastik und eine effiziente Reinigung. Der gesamte Entsorgungsprozess allen Abfalls wird dokumentiert, die Entsorgung durch zertifizierte Fachbetriebe durchgeführt. Bei der Beschaffung achtet die GIZ darauf, dass die Verpackung der Produkte möglichst wenig Abfall erzeugt, daher bevorzugt die GIZ Mehrwegverpackungen. Ebenso wurden Nachhaltigkeitskriterien für die von uns genutzten Büromaterialien vereinbart.
Fortschritte finden sich unter „Leistungsindikator GRI SRS-306-3 (2020): Angefallener Abfall“.
Ressource Papier
Die GIZ setzt insbesondere auf die sukzessive Digitalisierung des Dokumentenverkehrs. Seit Oktober 2021 werden Dokumente für den internen Gebrauch – bis auf wenige gesetzlich bedingte Ausnahmen – ausschließlich in der elektronischen Form geführt und abgelegt. Die GIZ nutzt in Deutschland zu 100 Prozent Umweltpapier mit dem Gütesiegel „Blauer Engel“. Im Jahr 2024 wurde ein neues Druckerkonzept implementiert, welches die Anzahl der Drucker auf ein Drittel reduzierte. Darüber hinaus sind die neuen Geräte deutlich energieeffizienter.
Fortschritte finden sich unter „Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien“.
Identifikation von Risiken
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse in Vorbereitung auf die CSRD von 2024 (siehe Kriterium 2) wurden zwei wesentliche Risiken im Bereich Umwelt identifiziert:
- Themenbereich E1: Eindämmung des Klimawandels und Energie: Erhöhte Kosten für CO2 und erhöhte regulatorische Anforderungen an Liegenschaften führen zur Strukturkostensteigerung bei der GIZ.
- Themenbereich E1: Anpassung an den Klimawandel: Längerfristige Veränderungen der Klimamuster, die einen Anstieg des Meeresspiegels oder chronische Hitzewellen verursachen können, gefährden die Sicherheit der Betriebsstandorte der GIZ und verursachen finanzielle Schäden.
Auch im EMAS-Umweltmanagement werden umweltrelevante Chancen und Risiken mindestens jährlich analysiert und aktiv in den Fokus genommen.