Zwei Frauen und ein Mann sitzen an einem Tisch und bearbeiten Karteikarten.

Vielfalt leben – jeden Tag

Diversität ist für die GIZ kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung für wertebasierte und wirksame Zusammenarbeit. So ist auch Geschlechtergerechtigkeit ein Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft. Doch was bedeutet das konkret?

Vielfalt ist mehr als ein Schlagwort. Dahinter steckt eine Haltung. Sie besagt: gleiche Chancen für alle, unabhängig von ethnischer und sozialer Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter, Behinderungen oder Religion. Alle Menschen so anzunehmen, wie sie sind, Unterschiede wertzuschätzen und Diskriminierung zu verhindern. 

Diversität leben bedeutet, jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit zu respektieren und Barrieren abzubauen. Darin sieht die GIZ ihre Verantwortung und Stärke. 

Vielfalt in Unternehmen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Unterschiedliche Talente und Perspektiven führen zu guten Entscheidungen. Menschen unterschiedlichen Alters, mit diversen kulturellen und sozialen Hintergründen, Erfahrungen und Denkweisen entwickeln kreative Ideen und innovative Lösungen. 

Die GIZ betrachtet daher Vielfalt nicht als Nice-to-have. Sie ist eine strategische Voraussetzung für wirksame, gerechte und wertebasierte Zusammenarbeit – intern und weltweit.

Um diesen Anspruch zu unterstreichen, hat die GIZ die Charta der Vielfalt unterzeichnet. In dieser Initiative verpflichten sich Unternehmen und Organisationen freiwillig, Vielfalt zu fördern und ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen. 

Grafik: Verschiedene Personen, davon eine im Rollstuhl. Sprechblasen mit unterschiedlichen Schriftzeichen erscheinen nach und nach.
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Aus so vielen Nationen kommen die Mitarbeitenden der GIZ.
Foto: Ein Mann mit Anzug und Krawatte steht zwischen zwei elegant gekleideten Frauen.

„Diversität ist unsere Stärke. Sie ist ein Eckpfeiler unserer Werte und fester Bestandteil unserer Arbeit. Wir bekennen uns dazu; gerade in Zeiten des Wandels.“ 

Ingrid-Gabriela Hoven, Thorsten Schäfer-Gümbel, Anna Sophie Herken

Die GIZ verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der alle sieben Dimensionen menschlicher Vielfalt berücksichtigt: Alter, ethnische Herkunft & Nationalität, Geschlecht & geschlechtliche Identität, körperliche & geistige Fähigkeiten, Religion & Weltanschauung, sexuelle Orientierung und soziale Herkunft. Wir betrachten diese Dimensionen im Zusammenhang miteinander.

Um die Charta der Vielfalt zu verwirklichen, haben wir zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Sie reichen von verpflichtenden Trainings zu Antidiskriminierung für Führungskräfte bis hin zu einer Personalpolitik, die sich an den Lebensphasen der Mitarbeitenden orientiert. Unser Motto: null Toleranz gegen jede Form der Diskriminierung. Wir setzen auf Akzeptanz, Vertrauen und eine offene Gesprächskultur.

Gender als Teil von Vielfalt

Ein großer Beitrag zur Förderung von Vielfalt ist es, gleiche Chancen unabhängig von Geschlecht, geschlechtlicher Identität oder sexueller Orientierung zu schaffen. Weil wir diesen Anspruch ernst nehmen, haben wir bereits im Jahr 2011, im Jahr der Gründung der GIZ, die erste unternehmensweite Genderstrategie verabschiedet. Sie leitet uns im Unternehmen wie auch in unserer Projektarbeit bis 2029.

Die Genderstrategie definiert eine Vision, ist verbindlich für die gesamte Organisation und bietet uns und unseren Partnern Orientierung. Ziel ist es, sich gemeinsam für die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter in der GIZ und weltweit einzusetzen.

Dafür haben wir drei strategische Handlungsfelder definiert: 

  • Wir bekämpfen strukturelle Ursachen geschlechtsbasierter Diskriminierung. 
  • Wir arbeiten mit Change Agents aus Staat und Zivilgesellschaft zusammen. 
  • Wir stärken die Leistungsfähigkeit unserer Organisation für mehr Geschlechtergerechtigkeit.

3 Fragen an Martha Gutiérrez

Portraitfoto von Martha Gutiérrez.

„Gleichberechtigung ist der Schlüssel zu einer gerechteren Zukunft.“

Martha Gutiérrez

Martha Gutiérrez ist seit 2023 Genderbotschafterin der GIZ. Im Interview erklärt sie, warum Gender die Arbeit der GIZ besser macht. 

 

Warum ist das Thema Gender wichtig für die GIZ?

Gleichberechtigung ist der Schlüssel zu einer besseren und gerechteren Zukunft. Das ist belegt. Gesellschaften sind friedlicher und wirtschaftlich stärker, wenn alle Menschen Zugang zu Rechten, Ressourcen und Repräsentation haben. Man muss sich vorstellen: Langfristig wäre das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Durchschnitt fast 20 Prozent höher, wenn die Lücke bei der Arbeitsmarktteilnahme von Frauen und Männern in allen Ländern geschlossen würde! Außerdem arbeiten vielfältig zusammengesetzte Teams effektiver. Vor diesem Hintergrund ist Gender als wichtiger Bestandteil von Vielfalt ein zentrales Thema in der GIZ – sowohl in der Projektarbeit als auch in unserem gemeinsamen internen Handeln.
 

Umsetzung entscheidend

Die Strategie verankert Gender als gelebte Realität in allen Einheiten und auf allen Hierarchiestufen der GIZ. Ein globales Netzwerk von Ansprechpersonen setzt dies dezentral um.

Im Unternehmen sind 49,1 Prozent der Führungskräfte weiblich. Hier ist Parität nahezu erreicht. Der Vorstand besteht zu zwei Dritteln aus Frauen. Auch bei der Umsetzung der Genderstrategie sind wir gut auf Kurs: Die Bereiche und Stabsstellen haben über 160 Aktivitäten zur Umsetzung der Schlüsselmaßnahmen gemeldet.

Rechte von Frauen stärken

Bei den Projekten ist die Bilanz ebenfalls positiv: Der allergrößte Teil des neuen Auftragsvolumens 2025 floss in Vorhaben, die die Gleichberechtigung und die Rechte von Mädchen und Frauen fördern. In ihrer Projektarbeit stellt die GIZ diskriminierende Geschlechternormen und ungleiche Machtverhältnisse aktiv infrage – mit dem Ziel, strukturellen und dauerhaften Wandel zu bewirken. Beispiele dafür zeigen sich weltweit: von Indien über Peru bis in die Westbalkanregion (siehe Projektbeispiele unten).

Vielfalt als Unternehmenskultur

Denselben Anspruch stellen wir an uns selbst: Wir arbeiten kontinuierlich daran, Vielfalt und Gleichberechtigung zu verwirklichen – mit klarer Haltung, strategischer Ausrichtung und einer Unternehmenskultur, die Respekt, Offenheit und Chancengleichheit verbindet. Damit schaffen wir ein Arbeitsumfeld, in dem alle Mitarbeitenden ihre Potenziale entfalten und ihre Fähigkeiten wirksam einbringen können.

Grafik: Vier verschiedene Frauen, davon eine mit petrolfarbenen Haaren, eine mit blauem Kopftuch
93 %
der Neubeauftragungen 2025 hatten einen Bezug zu Geschlechtergerechtigkeit.

Gender in der Praxis

Drei Frauen in Arbeitskleidung gehen eine Straße entlang und tragen einen gefüllten Müllsack
Indien: Frauen stärken in der informellen Abfallwirtschaft
57 Prozent der Beschäftigten in der informellen Abfallwirtschaft Indiens sind Frauen. Dennoch bekommen sie im Schnitt rund ein Drittel weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. In den Bundesstaaten Kerala, Tamil Nadu und Uttar Pradesh unterstützt die GIZ im Auftrag des Bundesumweltministeriums Frauen mit Trainings und erleichtert ihnen den Zugang zu digitalen Plattformen. Dadurch wird ihre Arbeit sichtbarer und ihre Mitsprache in lokalen Komitees gestärkt. Die Wirkung ist messbar: mehr Sichtbarkeit, mehr Rechte – und für viele Frauen auch ein höheres Einkommen. Bei einigen Teilnehmerinnen hat sich das Einkommen verdoppelt.
Zwei Personen arbeiten gemeinsam an einem Tisch an der Beschriftung von Trinkflaschen.
Westbalkan: Alle berücksichtigen, niemanden zurücklassen
Soziale Dienstleistungen erreichen oft nicht alle Menschen gleichermaßen: Frauen, Menschen mit Behinderungen und andere benachteiligte Gruppen profitieren oftmals nicht ausreichend davon. Die GIZ unterstützt Kommunen in vier Ländern des Westbalkans dabei, das zu ändern. Ein Projekt analysiert hierfür den lokalen Bedarf und passt bestehende Angebote gezielt an. So entstehen unter anderem Tagesbetreuungszentren für Kinder mit Behinderungen und mobile Sozialteams für abgelegene Regionen.
Mehrere Personen sitzen in einem Raum, schauen nach vorne und hören zu
Afrikanische Union: Rechte kennen, Stärke zeigen
Traditionelle Rollenbilder und diskriminierende Normen schränken in vielen Ländern Afrikas die wirtschaftliche und politische Teilhabe von Frauen stark ein. In Nairobi setzt ein Programm der Afrikanischen Union mit Unterstützung der GIZ genau hier an und hinterfragt diskriminierende Normen und Rollenbilder: In vier informellen Siedlungen werden Frauen über ihre Rechte informiert und gestärkt. Mehr als 3.000 Frauen haben bereits an Trainings und Aufklärungskampagnen teilgenommen. Darüber hinaus wurden 30 von Frauen geführte Unternehmen durch Mentoring und Netzwerke unterstützt. Heute leiten mehr als 40 Frauen eigene Initiativen in ihren Gemeinschaften und gestalten diese aktiv mit.
Zwei Personen stehen auf einer Bühne mit der deutschen und peruanischen Flagge und halten ein Zertifikat
Peru: Macht ohne Missbrauch
Sexuelle Handlungen im Austausch für Entscheidungen oder Dienste – diese sogenannte „sexuelle Korruption“ existiert auch in Peru. Die GIZ unterstützt das „Sekretariat für öffentliche Integrität" dabei, diese Praxis einzudämmen. Das Sekretariat hat Beschwerdestellen gestärkt und einen Gender-Passus in die Nationale Politik für Integrität und Korruptionsbekämpfung aufgenommen. In elf Workshops bildeten sich 230 Angehörige des öffentlichen Dienstes und 50 Führungspersonen zivilgesellschaftlicher Organisationen dazu fort. Damit ist Peru ein Pionier im Kampf gegen „sexuelle Korruption“.
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  • GIZ Genderstrategie 2025–2029
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