Rechenschaftspflicht

Das Prinzip der Rechenschaftspflicht fordert alle Länder der Welt dazu auf, über ihre Anstrengungen und Fortschritte auf nationaler, regionaler und globaler Ebene zu berichten. Denn die Umsetzungsmaßnahmen der Agenda 2030 und ihre Wirkungen werden nur erfolgreich sein, wenn sie überprüfbar und transparent sind. Die freiwilligen Berichte eines Landes zum Fortschritt bei den SDGs, die sogenannten Voluntary National Reviews, werden vor dem jährlich in New York tagenden High-level Political Forum präsentiert. Jedes Land entscheidet selbst, wann es auf globaler Ebene berichtet. Darüber hinaus finden zunehmend auch nationale SDG Reviews statt, die gegenüber der Öffentlichkeit im jeweiligen Land und häufig auch dem Parlament Rechenschaft ablegen.

Um Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele zu messen, bedarf es hochwertiger aktueller Daten auf nationaler Ebene. Für 17 Ziele und 169 Unterziele gibt es 232 Indikatoren, die für die Berichtserstattung gemessen werden. Sie werden auf globaler Ebene von der Statistikabteilung der Vereinten Nationen verwaltet. Die Verfügbarkeit und Qualität dieser Daten ist für die Mitgliedsstaaten aber nicht die einzige große Herausforderung. Der Review-Prozess ist auch hinsichtlich der Koordination zwischen den beteiligten Regierungseinheiten und der Einbindung nichtstaatlicher Akteure herausfordernd. Viele Länder sind wegen dieser komplexen Anforderungen an einem Erfahrungsaustausch interessiert. 

Das Netzwerk Partners for Review widmet sich diesem Erfahrungsaustausch und bringt Experten aus Regierungen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Das Projekt setzt auf gemeinsames Lernen und Dialog, um die Herausforderungen bei der Durchführung der SDG Reviews zu bewältigen. Mehr als 300 Teilnehmer aus 65 Ländern haben bisher an den zweimal jährlich stattfindenden Netzwerktreffen teilgenommen und ihre Erfahrungen mit dem Review-Prozess ausgetauscht. Die GIZ koordiniert die Initiative im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und des Bundesumweltministeriums (BMU).

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