Safeguards und Gender-Managementsystem

Die GIZ begleitet politische und gesellschaftliche Veränderungsprozesse, viele davon sind komplex. Dabei bestehen eine ganze Reihe von Risiken. Diese können die Sicherheit des eingesetzten Personals betreffen, Veränderungen im politischen Umfeld oder kaufmännische Risiken. In der Projektdurchführung muss dafür Sorge getragen werden, dass Verbesserungen in einem Bereich nicht zu Verschlechterungen in einem anderen führen. Um all diese Fallstricke zu umgehen, verfügt die GIZ über ein systematisches Risikomanagement, das die Risiken sammelt, analysiert und minimiert. 

Teil des Risikomanagements der GIZ sind Absicherungsmaßnahmen, die die Umwelt- und Sozialverträglichkeit der Projekte sicherstellen. Sie sind im sogenannten „Safeguards und Gender Managementsystem“ gebündelt.  Es prüft geplante Vorhaben auf ungewollte Auswirkungen und auf das Potenzial, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern. Diese werden mithilfe dieses Systems frühzeitig erkannt und während des Projektzyklus nachgehalten. Dadurch können Vorhaben unbeabsichtigten Auswirkungen vorbeugen.

Das Safeguards und Gender Managementsystem beruht auf unserem Leitprinzip der nachhaltigen Entwicklung:  Um eine lebenswerte Zukunft zu gestalten, braucht es das Zusammenspiel von sozialer Verantwortung, ökologischem Gleichgewicht und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. 

Daher betrachtet die GIZ bei Aufträgen mögliche negative Wirkungen eines Vorhabens in sechs Bereichen:


        
    
Hierzu zählen Wirkungen auf Menschen, die biologische Vielfalt, auf Boden, Wasser, Luft und andere Ressourcen sowie auf Ökosysteme und ihre Wechselwirkungen.

        
    
Hierzu zählen Wirkungen auf das Klima durch den Ausstoß von Treibhausgasen.

        
    
Hier wird betrachtet, ob sich der Klimawandel negativ auf das Projekt und seine Ziele auswirkt und ob durch das Projekt Risiken für die Anpassungsfähigkeit von Menschen und Ökosystemen bestehen.

        
    
Hier wird geprüft, ob ein Vorhaben Konflikte und fragilen Ordnungen angemessen berücksichtigt.

        
    
Hier wird geprüft, ob ein Vorhaben unbeabsichtigt bestehende Menschenrechtsverletzungen verstetigt oder neue hervorruft. Das können zum Beispiel Diskriminierungen einzelner Personengruppen oder Verletzungen von Arbeitsrechten sein.

        
    
Hierzu zählt ob es geschlechtsspezifische Diskriminierungen, Benachteiligungen und Risiken sowie darüber hinaus Potenziale zur Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter gibt.

Der Prüfprozess erfolgt in der GIZ in zwei Stufen: Im ersten Schritt wird während der Projektkonzeption erfragt, welche ungewollten Auswirkungen oder Potentiale ein Vorhaben haben kann. Kritische Punkte werden in einem zweiten Schritt vertieft analysiert und Maßnahmen zur Vermeidung oder Minderung der Auswirkungen entwickelt. Die angepasste Projektkonzeption ist dann Grundlage für das Monitoring der Vorhaben sowie die Berichterstattung an die Auftraggeber.  Verletzungen der Safeguards im Rahmen der Vorhaben können so schnell erkannt und behoben werden. Und unternehmensweit können häufiger auftretende Risiken identifiziert werden. 

Das 2016 eingeführte Safeguards und Gender-Management gilt unternehmensweit für Aufträge ab einem Volumen von einer Million Euro.