One Health in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben One Health
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Deutschland
Politischer Träger: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Gesamtlaufzeit: 2021 bis 2024

Faktoren aus dem Zusammenspiel von Tiergesundheit, Umwelt und Klima sowie Mensch und Gesellschaft tragen zur Verbreitung von Zoonosen, vernachlässigten Tropenkrankheiten sowie antimikrobiellen Resistenzen bei. GIZ/ Detlev Tenzer

Ausgangssituation

Zwei Entwicklungen stellen eine ernste Gefahr für die globale Gesundheit dar: Die Risiken einer Krankheitsübertragung zwischen Mensch und Tier (Zoonosen) haben sich erhöht. Außerdem beschleunigen sich die Entstehung und Verbreitung von resistenten Krankheitserregern (sogenannte antimikrobielle Resistenzen – AMR). Die Ursachen hierfür liegen unter anderem im Bevölkerungswachstum, nicht nachhaltigen Produktionsmethoden, intensiver Landwirtschaft, schlechter Tierhaltung, dem Biodiversitätsverlust und dem fehlenden Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen für Mensch und Tier. Hinzu kommt, dass Krankheitserreger keine Grenzen kennen: Globalisierung, Urbanisierung und Klimawandel beschleunigen ihre Ausbreitung. 

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf den One-Health-Ansatz. Dieser berücksichtigt die gegenseitigen Abhängigkeiten von Mensch, Tier und Umwelt und versucht, ganzheitliche Lösungen zu entwickeln. 

Ziel

Gesundheitsrisiken für Menschen und Tiere sind langfristig reduziert, um Epidemien und Pandemien zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät das BMZ dabei, seine One-Health-Strategie umzusetzen. Es identifiziert relevante Themen an den Schnittstellen von Human-, Tier- und Umweltgesundheit und unterstützt das Ministerium dabei, sich in den einschlägigen globalen Netzwerken zu positionieren. Außerdem bringt das Vorhaben Erkenntnisse der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in nationale und internationale Fachdiskussionen ein.

Die Bekämpfung von Zoonosen und Antimikrobielle Resistenzen (AMR) und vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) bilden den Fokus der fachlich-strategischen Beratung. Dabei kommen der Ernährungs- und Landwirtschaft sowie Fragen der Landnutzung besondere Bedeutung zu.

Beratung und Positionierung des BMZ und anderer Bundesressorts orientieren sich an der Einhaltung internationaler Normen zur Gesundheit von Mensch (Internationale Gesundheitsvorschriften der WHO), Tier (Code der OIE), Pflanze (Internationales Pflanzenschutzabkommen) und Nahrungsmittel (Codex Alimentarius der FAO).

Stand: Februar 2022

Ein Mädchen mit einer jungen Ziege. ILRI Camille Hanotte

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