Küstenökosysteme in pazifischen Inselstaaten schützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung des küstennahen Biodiversitätsschutzes und -managements durch Schutz und Rehabilitierungsanreize für küstennahe Kohlenstoffsenken in Pazifischen Inselstaaten
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV)
Land: Fidschi, Papua-Neuguinea, Salomonen, Vanuatu
Politischer Träger: Pazifische Gemeinschaft (engl. Pacific Community, SPC), Sekretariat des pazifischen Umweltprogramms (engl. Secretariat of the Pacific Regional Environment Programme, SPREP)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2023

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Ausgangssituation

Seegraswiesen und Mangrovenwälder binden Kohlenstoff bis zu 66-mal schneller als Wälder und speichern bis zu fünfmal mehr Kohlenstoff pro Hektar. Diese so genannten Blue-Carbon-Ökosysteme spielen in den vier pazifischen Partnerländern eine wesentliche Rolle für Mensch und Natur. Sie bieten Lebensraum und Nahrungsgrundlage für ökologisch und wirtschaftlich wichtige Arten, verbessern die Wasserqualität und gewährleisten die Ernährungssicherheit. Außerdem schützen sie die Küsten, ihre Bevölkerung sowie angrenzende Ökosysteme vor Sturmfluten, dem Anstieg des Meeresspiegels und Erosion.

Im vergangenen Jahrhundert hat der Verlust von Blue-Carbon-Lebensräumen rapide zugenommen. Gleichzeitig fehlen adäquate Grundlagendaten, um die derzeitigen Bestände und Verlustraten zu bestimmen und gezielte Lösungen zu entwickeln. Standardisierte Methoden für die Messung von Kohlenstoffspeicherungsraten und Emissionen in Seegras- und Mangrovengebieten gibt es seit 2012, sie werden jedoch in den pazifischen Inselstaaten nicht einheitlich angewandt.

Ziel

Fidschi, Papua-Neuguinea, die Salomonen und Vanuatu erhalten und verwalten Seegras- und Mangrovenökosysteme dauerhaft, sodass die damit verbundenen Ökosystemdienstleistungen gewährleistet sind.

Vorgehensweise

Das Projekt zielt darauf ab, institutionelle und individuelle Fähigkeiten aufzubauen und dauerhaft zu stärken. Zunächst kartieren die Partner in enger Zusammenarbeit mit dem Projekt den Bestand der Seegras- und Mangrovenökosysteme. Darauf aufbauend unterstützt das Projekt die Regierungen und Interessengruppen bei der Messung und Modellierung der Kohlenstoffspeicherkapazität, des Emissionspotenzials und der Ökosystemdienstleistungen.

Die erhobenen Daten leisten einen wichtigen Beitrag zur Bestandsaufnahme des assoziierten Naturkapitals. Dies unterstützt die Regierungen dabei, geeignete Anreize für Schutz-, Management- und Rehabilitationsmaßnahmen zu setzen.

Darüber hinaus trägt das Projekt dazu bei, die erprobten Ansätze nicht nur in in den vier Umsetzungsländern, sondern auch in benachbarten pazifischen Inselstaaten zu verbreiten.

Stand: März 2022