Gewalt gegen Frauen bekämpfen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika (ComVoMujer II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Politischer Träger: Ministerium für Frauen und vulnerable Bevölkerungsgruppen (Ministerio de la Mujer y Poblaciones Vulnerables - MIMP)
Land: Peru
Projektlaufzeit: 2014 bis 2018

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Ausgangssituation

Geschlechtspezifische Gewalt gegen Frauen ist in Bolivien, Ecuador, Peru und Paraguay noch immer weit verbreitet. Schätzungen zufolge sind allein in Peru sieben von zehn Frauen Gewalt durch ihre Partner ausgesetzt.

Die peruanische Regierung sagt Gewalt gegen Frauen den Kampf an. Dafür hat sie maßgebliche internationale Konventionen ratifiziert sowie nationale Gewaltschutzgesetze und Aktionspläne verabschiedet. Dazu gehören die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women, CEDAW) sowie die Interamerikanische Konvention für die Prävention, Bestrafung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Peru hat sich zudem verpflichtet, die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) umzusetzen. Diese haben das Ziel, die Geschlechter gleichzustellen und jegliche Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beseitigen. Im Jahr 2015 hat die peruanische Regierung darüber hinaus das Gesetz zur Prävention, Bestrafung und Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Familienmitgliedern verabschiedet. Und ein 2016 in Kraft getretener nationaler Aktionsplan sieht eine stärkere Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen im Kampf gegen Gewalt vor.

Mangelnder Austausch von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft erschwert die Umsetzung bestehender Gesetze und Pläne. Potenziale des gegenseitigen Lernens und der Effektivitätssteigerung bleiben bislang ungenutzt.

Ziel

Staatliche, nichtstaatliche und privatwirtschaftliche Vertreterinnen und Vertreter in der Region kooperieren, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben verbessert zum einen den Erfahrungsaustausch und die Kooperation zwischen regionalen und nationalen Vertreterinnen und Vertretern. Zum anderen fördert es die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft.

Durch Kampagnen, Studien und die Verbreitung von Informationen wird ein Prozess des gesellschaftlichen Umdenkens unterstützt, der Gewalt gegen Frauen ablehnt. Gemeinsame Präventionsmaßnahmen wirken nicht nur innerhalb der Organisationen selbst.

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Wirkungen

Von wissenschaftlichen Studien zum Gütesiegel für gewaltfreie Unternehmen

In Bolivien, Ecuador, Peru und Paraguay wurden, gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern, Studien zu den Kosten für Unternehmen durch Partnergewalt an Frauen durchgeführt. Die alarmierenden Zahlen weckten nicht nur das Interesse der Unternehmen, sondern sorgten dafür, dass staatliche und nicht staatliche Vertreterinnen und Vertreter zusammenarbeiten. So wurde in Peru und Paraguay das staatliche Gütesiegel „Sicheres Unternehmen frei von Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen“ eingeführt.

Mit einer App Gewalt gegen Frauen verhindern

Mehr als 400 Unternehmen in der Region setzen zahlreiche Kampagnen und Fortbildungen im Kampf gegen Gewalt an Frauen um. Durch eine besonders erfolgreiche Kooperation zwischen dem Vorhaben und Ecuadors größtem Telekommunikationsunternehmen entstand die App „Junt@s“ (deutsch: „zusammen“). Frauen können so mit nur einem Knopfdruck die Notfallzentrale oder eine vertraute Person alarmieren.

Online-Fortbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Online-Zertifizierung „Sicheres Unternehmen“ hat sich als effizientes Mittel bewährt, um möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Unternehmensbereichen fortzubilden. In mehr als 37 Unternehmen, Organisationen sowie bei der GIZ in Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Paraguay und Peru haben sich bisher mehr als 8.000 Personen zertifizieren lassen.

Briefe von Frauen – wortgewaltig statt gewalttätig

Seit 2011 läuft in der Region die Anti-Gewalt-Kampagne „Cartas de Mujeres“. Betroffene Frauen, Männer und Kinder haben ihrem Schmerz in mehr als 44.000 gesammelten Briefen Ausdruck verliehen und sich dadurch in der Öffentlichkeit und bei den politisch Verantwortlichen Gehör verschafft.

Der Kinder-Lern-Parcours „Mitmachen macht Mut“

Das Vorhaben hat einen Parcours zur Gewaltprävention für Mädchen und Jungen von sechs bis neun Jahren entwickelt, der nicht nur in den Partnerländern, sondern auch in Deutschland auf großes Interesse gestoßen ist. So wurden bisher etwa 17.000 Kinder spielerisch an das Thema Gewalt gegen Frauen herangeführt sowie etwa 1.800 Lernbegleiterinnen und -begleiter ausgebildet.

Das Schweigen brechen – Frauenmorde in Lateinamerika

Mord an Frauen - weil sie Frauen sind - hat einen Namen: Feminizid. In Lateinamerika kommen Feminizide besonders häufig vor. Gemeinsam mit der Deutschen Welle wurde deshalb die Reportage „Das Schweigen brechen“ gedreht. Sie wird seit 2014 jährlich auf Spanisch, Deutsch, Englisch und Arabisch international und in der Region ausgestrahlt.

 

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