Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Zentralamerika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionalprogramm: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Zentralamerika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama
Politischer Träger: Secretaría General del Sistema de la Integración Centroamericana (SG-SICA)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2017

Zentralamerika.  © GIZ

Ausgangssituation

Die zentralamerikanischen Länder haben in den letzten Jahren ihre eigene Version einer „Energiewende“ ausgerufen. Sie wollen damit ihre Abhängigkeit von Erdöl als Energieträger reduzieren, das noch immer ein gutes Drittel des Energiebedarfs deckt, dabei die Umwelt belastet und stetig steigende Devisenabflüsse verursacht. Außerdem ist die Energieproduktion aus Wasserkraft (rund 41 Prozent der installierten Leistung) bereits heute durch den Klimawandel gefährdet.

Mit regenerativen Energieträgern steht inzwischen eine kostengünstige Alternative zur Verfügung. Die Region verfügt über hervorragende Voraussetzungen für die Nutzung von Solarenergie, Biomasse, Windenergie und Geothermie. Vor allem Industrie und Gewerbe sowie öffentliche Einrichtungen könnten zudem viel Energie einsparen (Energieeffizienz). Dennoch kommen Initiativen zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz (4E) bislang kaum voran. Das liegt vor allem an dem noch immer mangelhaften Investitionsklima für solche Projekte. Es fehlen ein kohärenter rechtlicher und regulatorischer Rahmen, steuerliche Anreize, der Zugang zu adäquaten Finanz- und Unternehmensdienstleistungen und zu qualifiziertem Personal für die Planung, Umsetzung, den Betrieb und die Unterhaltung entsprechender Technologien.

Ziel

Die Rahmenbedingungen sowie die institutionellen und personellen Voraussetzungen für die Förderung von Energieeffizienz, erneuerbaren Energien (4E) und Klimaschutz in Zentralamerika sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist in El Salvador, Costa Rica, Honduras, Nicaragua, Panama und Guatemala tätig. Es stärkt regionale Organisationen und Plattformen, insbesondere das zentralamerikanische Integrationssystem SICA, und fördert den regionalen Austausch zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (4E). In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft trägt es zur Erhöhung der Anzahl von 4E-Projekten in der Region bei. Darüber hinaus entwickelt es Fortbildungs- und Dialogangebote für Entscheidungsträger und Führungskräfte aus Ministerien und öffentlicher Verwaltung, fördert die Zusammenarbeit zwischen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, die im Bereich 4E und Klimaschutz führend sind, und entwickelt und verbreitet Qualifizierungsangebote für Fachkräfte (Techniker und Ingenieure) und Projektmanager.

Nachfrageorientiert werden in der Region replizierbare Maßnahmen auf drei Ebenen durchgeführt:

  1. Politik und Verwaltung: Unterstützung nationaler Regierungen und der öffentlichen Verwaltung bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen
  2. Dienstleistungsmärkte: Verbesserung der institutionellen und personellen Voraussetzungen zur Entwicklung und Durchführung von 4E-Projekten (vor allem Aus- und Fortbildung, Finanz- und Unternehmensdienstleistungen)
  3. Demonstrationsprojekte: Förderung privatwirtschaftlicher und öffentlicher Initiativen und Investitionen im Bereich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz

Politischer Träger ist das Generalsekretariat der SICA mit seiner Koordinationseinheit zur Energiepolitik (UCE-SICA). Wichtige Durchführungspartner sind regionale Organisationen und Plattformen, nationale Energieministerien und Behörden, Energieversorgungsunternehmen sowie Industriekammern, Verbände, Unternehmen und ausgewählte Aus- und Fortbildungseinrichtungen. Das Vorhaben arbeitet mit den von der KfW Entwicklungsbank auf regionaler und nationaler Ebene durchgeführten Maßnahmen sowie mit anderen Entwicklungsbanken und -organisationen zusammen. Mit der Privatwirtschaft werden in Schlüsselbereichen innovative Projekte im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften unterstützt.

Central America. This photovoltaic system on the roof of Alejandro Cotto Theatre in Suchitoto, El Salvador, generates 17,682 kWh. Some is consumed by the theatre, the rest is fed into the grid © GIZ

Wirkung

Das Vorhaben hat in einer Vielzahl öffentlich-privater Partnerschaften die technische Machbarkeit und Rentabilität von 4E-Innovationen demonstriert. Diese Erfolge werden heute systematisch in fachliche Fortbildung umgesetzt. Mehrere nationale Gesetze und Regulierungen tragen die Handschrift des Vorhabens und werden in anderen Ländern der Region aufgenommen. Regionaler Dialog und Zusammenarbeit sind ein Markenzeichen der Arbeit des 4E-Programms.