Berufliche Bildung in Zentralasien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm Berufliche Bildung in Zentralasien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kirgistan, Tadschikistan, Kasachstan
Politischer Träger: Ministerien für Landwirtschaft und Ministerien für Bildung in den Partnerländern
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2018

irgisistan. Technische Universität Bischkek: Eine Studentin bei eigenständiger Arbeit im Labor für Lebensmitteltechnologie. © GIZ

Ausgangssituation

Die Weiterverarbeitung landwirtschaftlich erzeugter Nahrungsmittel trägt in Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan erheblich zum Bruttoinlandsprodukt bei und stellt für einen großen Teil der Bevölkerung die Haupteinkommensquelle dar. Die Aus- und Fortbildung für eine spätere Tätigkeit in der Lebensmittel verarbeitenden Industrie entspricht derzeit jedoch nicht den hohen Anforderungen eines international ausgerichteten Arbeitsmarktes. Die beruflichen Bildungssysteme in diesen Ländern sind nicht in der Lage, dem regionalen Arbeitsmarkt ausreichend ausgebildete Fach- und Führungskräfte zur Verfügung zu stellen. Die Lehrkräfte verfügen über keine berufspädagogische und fachdidaktische Ausbildung nach modernem Standard. Es bestehen kaum institutionalisierte Kooperationsbeziehungen zwischen Bildungs- und Forschungsinstitutionen einerseits und der Privatwirtschaft andererseits.

Ziel

An allen Modellinstitutionen der universitären und beruflichen Bildung in Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan ist eine moderne, landesweit übertragbare Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften in Lebensmitteltechnologie und Berufspädagogik erfolgreich eingeführt. Sie entspricht den ökologischen sowie ökonomischen Erfordernissen der Region und ist am Bedarf des regionalen Arbeitsmarktes ausgerichtet. Die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und der Privatwirtschaft ist gestärkt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt ausgewählte Universitäten, Berufsfachschulen sowie Institutionen der Lehreraus- und Lehrerfortbildung durch einen breit angelegten Aufbau von Kompetenzen, Ressourcen und Leistungsfähigkeit (Capacity Development). Ein regionaler Dialog fördert Wissens- und Bildungspartnerschaften zwischen den Institutionen. Die Beratung erfolgt vorwiegend in vier Handlungsfeldern: Das Programm

  • erarbeitet international anerkannte Hochschulstudiengänge in der Lebensmitteltechnologie,
  • entwickelt eine Referenzausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik an Berufsfachschulen,
  • unterstützt die Aus- und Fortbildung von Berufsschullehrerinnen und -lehrern,
  • fördert Kooperationen von Bildungsinstitutionen mit der Privatwirtschaft.

Dabei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, alle Aktivitäten regional, also unter Beteiligung von Teilnehmern aus allen beteiligten Staaten, durchzuführen.

Wirkungen

Die Arbeit des Vorhabens führte zu einer Verbesserung des Angebotes an beschäftigungsorientierten Studiengängen, die dem Bedarf des Privatsektors entsprechen. Die Zusammenarbeit der Partner in den zentralasiatischen Ländern konzentriert sich auf die Weiterqualifizierung des Lehr- und Führungspersonals. Die Leistungen des Vorhabens werden genutzt, um gemeinsam mit den Sozialpartnern Qualifikationsanforderungen zu erarbeiten und in die Lehrprogramme einfließen zu lassen.

Alle Partnerländer setzen, in unterschiedlicher Ausprägung, ihre Schwerpunkte in der beruflichen Bildung und der Hochschulbildung. Das Bestreben, die Ausbildung auf internationales Niveau zu heben und internationale Anerkennung von Bildungsabschlüssen zu erlangen, ist unverkennbar. Dies trifft insbesondere auf Kasachstan und Kirgisistan zu.

Trotz mancher politischer Spannungen zwischen den Partnerländern sind regionale Vorhaben durchaus akzeptiert. Die internationale Akkreditierung von Studien- und Ausbildungsgängen ist das erklärte Ziel aller beteiligten Länder.

In Kirgistan ist dieser Wunsch bereits Wirklichkeit. Ende 2014 wurde der Bachelor Studiengang „Lebensmitteltechnik“, der Kyrgyz State Technical University in Bischkek, von einer deutschen Akkreditierungskommission begutachtet. Seit Dezember 2014 ist der Studiengang nach Bologna Standards ohne Einschränkung akkreditiert. Die Kooperation zwischen Bildungseinrichtungen und der Privatwirtschaft ist bereits deutlich verbessert. Kooperationsabkommen über die Vergabe von Praktikumsplätzen für Studierende und Schüler sind entstanden. Unternehmer nehmen an Prüfungen teil und lassen ihre Erfahrungen und Anforderungen in die Lehrpläne einfließen. Neue Technologien und Dienstleistungen werden insbesondere von Universitäten angeboten und im Gegenzug durch die Wirtschaft nachgefragt.