Klimaschutz in der Landnutzung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Low Carbon Land-use (LoCLU)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Politischer Träger: Ministry of Commerce (MofCOM)
Land: China
Laufzeit: 2012 bis 2016

Ausgangssituation
Chinas Treibhausgas-Emissionen belasten die Umwelt, die Lebensqualität der Bevölkerung sowie seinen internationalen Ruf als verantwortungsbewusstes Mitglied der Staatengemeinschaft. Der 12. Fünfjahres-Plan soll diese Trends umkehren und den Weg in eine Kohlenstoff sparende Wirtschaft ebnen.

Strategische Komponenten sind die internationale Zusammenarbeit im Einklang mit dem Prinzip „gemeinsame, aber unterschiedliche Verantwortungen“ und der Aufbau eines Emissions-Handelssystems. Dies beinhaltet den Aufbau entsprechender Treibhausgas-Statistiken verbunden mit den dazugehörigen Mess-, Berichts- und Prüfverfahren. Bei der Landnutzung geht es um die Minderung der Emissionen in der Landwirtschaft, Kohlenstoffspeicherung in der Forstwirtschaft, Normen für die Sanierung von Bergbaufolgelandschaften sowie Klimaschutz-Pilotprojekte und Produktetikettierung.

Ziel
Politische Entscheidungsträger verfügen über sektorale Ansätze für Treibhausgas mindernde Landnutzungsoptionen zur Politikgestaltung.

Vorgehensweise
Das Projekt verfolgt einen zweistufigen Ansatz. Er basiert auf internationalen Standards, wie dem Verified Carbon Standard, und auf Lernerfahrungen aus der kleinbäuerlichen Praxis. Maßnahmen in ausgewählten Pilot-Regionen auf Landkreisebene dienen dazu, Erfahrungen zu sammeln und so die Politikgestaltung mit nachprüfbaren Zahlen und Fakten zu untermauern. Der Ansatz umfasst vier Projektleistungen:

  • Treibhausgas-Reduktion: Demonstration Treibhausgas mindernder Maßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft, einschließlich partizipativer Mess-, Berichts- und Prüfverfahren und Ermittlung der Ausgangsbasis
  • Treibhausgas-Bilanzierung: Identifizierung von Treibhausgas-Inventursystemen, einschließlich einer Quantifizierung der Reduktionsziele
  • Anreize: Entwicklung von Geschäftsmodellen in der Land- und Forstwirtschaft einschließlich der Kohlenstoff-Produktetikettierung zur Unterstützung eines zukünftigen Handels mit Emissionszertifikaten
  • Sanierung von Bergbaufolgelandschaften: Identifizierung von Treibhausgas mindernden Maßnahmen im Tagebau einschließlich der Erarbeitung einer technischen Richtlinie.

Eine Auftaktveranstaltung mit den unterschiedlichen Interessengruppen des Projektes diente dazu, ein gemeinsames Verständnis über Treibhausgas mindernde Landnutzungsoptionen zu entwickeln.

An ausgewählten Standorten in den Provinzen Hebei (Landwirtschaft), Hunan (Forstwirtschaft) und Shanxi (Bergbau) wurden beispielhaften Maßnahmen für die Treibhausgas-Minderung/-Bilanzierung sowie für die Tagebausanierung demonstriert.

In Workshops vermittelt das Projekt technische Fähigkeiten für die Anwendung Treibhausgas mindernder Methoden in einer klimafreundlichen Landwirtschaft, einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und bei der Sanierung von Bergbaufolgelandschaften.

Aktuelle Ansätze für eine Treibhausgas mindernde Landnutzung in Deutschland und Europa werden bei Studienfahrten vermittelt. Konferenzen dienen dazu, Ergebnisse und Erfahrungen auf nationaler Ebene zu verbreiten.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Die Projektleistungen werden von den Interessengruppen wie folgt genutzt:

  • Operativ: Treibhausgas mindernde Landnutzungsmethoden liefern belastbare Daten für ein zukünftiges nationales Handelssystem mit verbindlichen Emissionsobergrenzen.
  • Regierungsführung: Es gibt transparente ordnungspolitische Rahmenbedingungen, die Anreize für die Verbreitung klimafreundlicher Landnutzungsverfahren schaffen.
  • Politikgestaltung: Empfehlungen für Chinas Klimaschutzziele wurden entwickelt, die im Einklang mit dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimawandel (UNFCCC) stehen.

Kontakt

Bernhard von der Heyde
bernhard.heyde@giz.de