Zusammenarbeit mit Gebern aus den arabischen Golfländern (CAD)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Zusammenarbeit mit Gebern aus den arabischen Golfländern (CAD)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien / Regionalvorhaben (MENA) 
Politischer Träger: Ministry for Planning and International Cooperation (MoPIC);  jordanisches Planungsministerium
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2021

IsDB Bank and GIZ_2012

Ausgangssituation

Die arabischen Golfländer gehören zu den größten Gebern in Nahost und Nordafrika (Middle East & North Africa, MENA-Region). In den vergangenen Jahren haben sich diese vermehrt bei gemeinsamen Aktivitäten mit der internationalen Gebergemeinschaft engagiert, auch durch die gemeinsame Arbeit im Ausschuss für Entwicklungshilfe der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). 

Unzureichende Koordinierungsmechanismen sowie mangelnde Kenntnisse zu den jeweiligen Verfahren und entwicklungspolitischen Ausrichtungen erschweren nach wie vor eine effiziente Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der deutschen und arabischen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die von den Vereinten Nationen vereinbarten Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sehen jedoch eine engere Zusammenarbeit der EZ-Akteure vor: SDG 17 hat zum Ziel, diese globalen Partnerschaften zu stärken. 

Um ein gemeinsames Verständnis zwischen deutscher und golfarabischer EZ zu erleichtern, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durch das Regionalprogramm "Zusammenarbeit mit arabischen Gebern (CAD)" beauftragt. Das 2009 initiierte Vorhaben strebt an, die Zusammenarbeit zwischen deutschen EZ-Akteuren und arabischen Gebern in der MENA-Region zu verbessern. 

Ziel

Das gegenseitige Verständnis zu entwicklungspolitischen Ansätzen zwischen deutschen und arabischen Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) für gemeinsame Kooperationen ist verbessert.

Gönner-OFID

Vorgehensweise

Das Vorhaben fördert Dreieckskooperationen und fachübergreifende Partnerschaften, organisiert den Wissensaustausch und trägt zur besseren Koordinierung und Abstimmung zwischen der deutschen und arabischen EZ bei. Das Vorhaben fördert Mittel und Ressourcen für gemeinsame entwicklungspolitische Ansätze zwischen deutschen und arabischen EZ-Akteuren, um die Agenda 2030 in den Partnerländern effizienter umzusetzen. 

Das Vorhaben orientiert sich außerdem eng an den Ergebnissen der Dialogveranstaltungen zwischen OECD-DAC und der Koordinierungsgruppe der arabischen Geber (Arab Donor Coordination Group, ADCG). Diese fördern Dreieckskooperationen und andere Formen der Zusammenarbeit zwischen westlichen und arabischen Gebern durch gemeinsame Treffen sowie Datenaustausch. Thematisch trägt das Vorhaben zur Umsetzung der Schwerpunkte der Deauville-Partnerschaft   bei. Ziel ist es, die Transformationsländer bei Reformprozessen politisch und finanziell zu unterstützen und diese internationale Unterstützung besser zu koordinieren. Gemeinsam mit arabischen Gebern werden Maßnahmen zur finanziellen Inklusion, wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen, Stärkung der Zivilgesellschaft in Nordafrika und dem Nahen Osten finanziert und umgesetzt. Durch Kooperationen mit arabischen Gebern zur Bewältigung der Flüchtlingskrise komplementiert das Vorhaben die Sonderinitiativen der Bundesregierung „Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika-Nahost“ und „Fluchtursachen bekämpfen, Flüchtlinge reintegrieren“.

Wirkung

Das Vorhaben fördert in der vierten Phase weiterhin den Wissensaustausch und Dialog zwischen arabischen Geberorganisationen und der deutschen EZ und führt gemeinsame Pilotprojekte durch. 

Mit Hilfe eines Offenen Regionalfonds unterstützen das CAD-Vorhaben und der Arab Fund for Economic and Social Development (AFESD) Maßnahmen, um junge Menschen beim Gründen von kleinen Unternehmen zu unterstützen. Ziel ist, die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen in den Palästinensischen Gebieten (Westjordanland, inklusive Ost-Jerusalem). Das Projekt ermöglicht jungen Palästinenser*innen einen besseren Zugang zum heimischen Arbeitsmarkt. Insgesamt 65 eingereichte Projektideen für Start-ups werden unterstützt, aus denen ein gesichertes Einkommen erzielt werden kann.

Ende 2018 unterstützte CAD jordanische Bildungsanbieter bei der Aufsetzung einer Ko-Finanzierung mit dem Kuwait Fund for Advancement Sciences (KFAS). Die kofinanzierten Maßnahmen starteten im ersten Quartal 2019 und zielen darauf ab, 150 junge Syrer*innen zwischen 18 und 35 Jahren in der Informationstechnikbranche auszubilden. KFAS ko-finanziert das Projekt mit einem Betrag von etwa 1,4 Millionen Euro. 

In vorherigen Phasen kooperierten CAD und der OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung in Jordanien mit der Jordan River Foundation. Als Reaktion auf den Flüchtlingsstrom aus Syrien und die daraus entstehenden Herausforderungen für Jordanien wurde das Madrasati-Projekt ins Leben gerufen. Ziel war es, das Lernumfeld und die Qualität des Unterrichts in Schulen mit hohen Anteilen an syrischen Flüchtlingskindern zu verbessern und die Integration von Flüchtlingen in die Aufnahmegemeinschaften erleichtern. 

Auch mit dem multi-nationalen Geber Arab Gulf Programme for Development (AGFUND) verbindet das Vorhaben eine mehrjährige Partnerschaft. Drei Projekte zur finanziellen Inklusion von Frauen im Jemen (jeweils Ko-Finanzierungen); wurden von der in Tunis ansässigen Nichtregierungsorganisation "Center of Arab Women for Training and Research" durchgeführt. Mit der Islamic Development Bank (IsDB) wurde eine im Mai 2017 vereinbarte Absichtserklärung 2018 erneuert. Weitere Partner aus den Vorgänger-Phasen sind der Abu Dhabi Fund for Development (ADFD), der Arab Monetary Fund (AMF), der Saudi Fund for Development (SFD) sowie Silatech. 

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