Zusammenarbeit mit arabischen Gebern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Zusammenarbeit mit arabischen Gebern
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jemen, Jordanien
Politischer Träger: Ministry of Planning and International Cooperation Jordan (MoPIC)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2018

Zusammenarbeit mit arabischen Gebern in der MENA-Region. Frauen lernen, Schmuck anzufertigen. © GIZ

Ausgangssituation

Die arabischen Staaten bilden neben den Ländern des Entwicklungshilfeausschusses (Development Assistance Committee, DAC) der OECD eine wichtige Gebergemeinschaft. Vor allem die Mitgliedsländer des Golf-Kooperationsrats verfügen über spezialisierte Institutionen zur Vergabe von Entwicklungshilfe. Etwa drei Viertel der Hilfsleistungen von Nicht-DAC-Gebern stammen aus arabischen Quellen. Rund die Hälfte der arabischen Entwicklungshilfe fließt in die arabischen Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens (MENA). Trotz der großen Beiträge dieser Institutionen erfolgt die Koordinierung zwischen arabischen und OECD-DAC-Gebern eher zögerlich. Mögliche sich gegenseitig verstärkende Effekte gehen verloren, Entwicklungsmaßnahmen sind dadurch weniger effektiv und nachhaltig.

Ziel

Die Zusammenarbeit zwischen den staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen der deutschen und arabischen Entwicklungszusammenarbeit ist auf strategischer und operativer Ebene weiter gestärkt.

Zusammenarbeit mit arabischen Gebern in der MENA-Region. Frauen bei einer Erste-Hilfe-Schulung. © GIZ

Vorgehensweise

Um die Zusammenarbeit der staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen der deutschen und arabischen Entwicklungszusammenarbeit zu stärken, werden aus einem offenen Regionalfonds Kooperationsprojekte mit mindestens einem arabischen Geber gemeinsam geplant, finanziert und in einem Empfängerland der MENA-Region durchgeführt. Gefördert werden Projekte, die zivilgesellschaftliche Strukturen stärken und zur Armutsbekämpfung beitragen. Die Förderkomponenten beinhalten Beratungsleistungen, Aus- und Fortbildungen und, in geringem Umfang, Sachleistungen. Das Vorhaben bezieht sich auf Länder der MENA-Region, in denen die deutsche Entwicklungszusammenarbeit vertreten ist.

Im Jemen arbeitet das Vorhaben mit dem Arab Gulf Program for Development (AGFUND) zusammen, einer multilateralen Organisation mit Sitz in Saudi-Arabien. Im aktuellen Projekt „Stärkung der finanziellen Inklusion von Frauen“ stehen die Vermittlung von Finanzkompetenz und die Entwicklung bedarfsgerechter Finanzprodukte für Frauen im Vordergrund.

In Jordanien kooperieren das Regionalprogramm und der OPEC Fund for International Development mit der Jordan River Foundation. Als Reaktion auf den Flüchtlingsstrom aus Syrien und die daraus entstehenden Herausforderungen für Jordanien wurde das Madrasati-Projekt ins Leben gerufen. Es will das Lernumfeld und die Qualität des Unterrichts in Schulen mit hohen Anteilen an syrischen Flüchtlingskindern verbessern und die Integration von Flüchtlingen in die Aufnahmegemeinschaften erleichtern.

Weitere Partner sind die Islamic Development Bank (IsDB), der OPEC Fund for International Development (OFID), der Saudi Fund for Development (SFD) und der Abu Dhabi Fund for Development (ADFD).

Wirkungen

Die arabischen Geber bringen sich in die Planung und Durchführung der Projekte ein. Deutlich zeichnen sich beim Vertrauensaufbau, verbunden mit einem Dialog über kleine und dennoch entwicklungspolitisch relevante und wirksame Projekte mit den Partnerorganisationen, Fortschritte ab.

Mit dem AGFUND arbeitet das Programm seit sieben Jahren erfolgreich zusammen. Das Projekt „Access of Women to Microfinance and Support to Victims of Violence“ vermittelte mehr als 11.000 von Gewalt betroffenen Frauen in Jemen Ausbildungs- und Einkommensmöglichkeiten.

Das Projekt „Access of Women to Health and Legal Services“, das das Center of Arab Women for Training and Research mit Mitteln des AGFUND von 2013 bis 2014 durchgeführt hat, unterstützte in Jemen die Fortbildung von etwa 30 Hebammen. In Tunesien wurden 40 Beschäftigte einer Nichtregierungsorganisation qualifiziert, Frauen zu beraten, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.

Gemeinsam mit Silatech, einer Organisation mit Sitz in Katar, förderte das Regionalprogramm ein Projekt zur Entwicklung und Verbreitung jugendgerechter Sparprodukte. Das Projekt arbeitete mit Banken, Mikrofinanzinstitutionen und Nichtregierungsorganisationen zusammen und erreichte zwischen 2012 und 2014 mehr als 72.000 Jugendliche in Ägypten, Jemen und Marokko. In Jemen eröffneten über 70.000 junge Menschen Sparkonten, mit Gesamteinlagen in Höhe von 37 Millionen Euro. In Marokko nahmen knapp 2.000 junge Männer und Frauen an Veranstaltungen zur finanziellen Grundbildung teil. In Zusammenarbeit mit der Universität Kairo wurden 32 Personen als Trainer für Kurse zur finanziellen Grundbildung qualifiziert.

Zusammenarbeit mit arabischen Gebern in der MENA-Region. Frauen im Computerkurs. © GIZ