Kinder und Jugendliche fit für die Zukunft machen: Eine bessere Schulbildung in den Ländern Zentralasiens

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Reform der Bildungssysteme in Zentralasien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Zentralasien
Politischer Träger: Bildungsministerien
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2016

Kirgisistan. Schülerinnen und Schüler experimentieren im naturwissenschaftlichen Unterricht. © GIZ / Fotoarchiv des Regionalprogramms

Ausgangssituation

Nach der Unabhängigkeit der Staaten Zentralasiens musste auch der Bildungssektor an die neuen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen angepasst werden. Trotz großer Reformbemühungen bieten die Bildungssysteme noch nicht die notwendige Qualität für die Kinder und Jugendlichen.

Besonders problematisch ist in den zentralasiatischen Staaten (bei nationalen Besonderheiten) die schlechte materielle Ausstattung der Schulen, das Fehlen eines praxisnahen Aus- und Fortbildungssystems für Lehrkräfte und die schlechte Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern, woraus auch ein Mangel an Lehrkräften resultiert. Die stark auf das Vermitteln theoretischen Wissens ausgerichteten Lehrpläne lassen kaum Platz für die individuelle Entwicklung von Neigungen der Schülerinnen und Schüler. Die Unterrichtsfächer fördern nicht in ausreichendem Maße die sozialen Potenziale von Kindern und Jugendlichen und es mangelt an Unterstützung von Berufsfindungsprozessen. Die Bildungsministerien sind noch nicht ausreichend in der Lage, die in den nationalen Bildungsstrategien formulierten Reformziele zu planen und umzusetzen.

Ziel

Die Qualität der allgemeinen Schulbildung in den zentralasiatischen Ländern ist verbessert: Der Unterricht genügt modernen didaktisch-methodischen Ansprüchen, Schülerinnen und Schüler erwerben gute Voraussetzungen für den weiteren Bildungsweg und für das Berufsleben.

Vorgehensweise

Das Vorhaben fördert den Dialog der zentralasiatischen Länder zu Bildungsfragen und beeinflusst mit konkreten Projekten Entwicklungen in der schulischen Bildung in Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Regelmäßige Treffen von Vertreterinnen und Vertretern der Bildungsministerien und die Realisierung einer gemeinsamen zentralasiatischen Bildungsstudie sollen der Zusammenarbeit in der Region dienen und den einzelnen Ländern Hilfestellungen bei ihren Reformbestrebungen geben.

Das Vorhaben berät die kirgisischen, tadschikischen und turkmenischen Partner darüber hinaus bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien zur Verbreitung von methodisch-didaktischen Innovationen, die in den vergangenen Jahren erfolgreich erprobt worden sind. Das umfasst die Qualifizierung von Multiplikatoren und Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der Lehreraus- und -fortbildung sowie die Etablierung und Stärkung von Netzwerken der beteiligten Schlüsselakteure an Schulen und Lehrerbildungseinrichtungen. Der Schwerpunkt liegt auf den Fächern Technologie, Biologie, Chemie, Physik, Mathematik sowie auf dem Unterricht in der Primarstufe.

Die Consultingfirmen GOPA und INTEC unterstützen die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkungen

In Lehrerfortbildungen wurden die fachlichen und methodisch-didaktischen Kompetenzen von etwa 2.000 Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen und pädagogischen Fachschulen erhöht. Diese qualifizierten Lehrkräfte wenden die neuen Lehrmethoden in ihrem Unterricht an und gestalten etwa den naturwissenschaftlichen Unterricht praxisbezogen und lebensnah durch den Einsatz von Experimenten und verschiedenen Sozialformen des Lernens. Die neuen Unterrichtskonzepte steigern die Motivation sowohl der Schülerinnen und Schüler als auch der Lehrkräfte.

Die Bildungsministerien haben die Fortbildungsmodule in ihre nationalen Fortbildungsprogramme integriert und nutzen sie für die Weiterentwicklung der Lehrerausbildung. Eine wachsende Zahl von bereits qualifizierten Lehrkräften arbeitet inzwischen als Trainerin oder Trainer, um weitere Kolleginnen und Kollegen fortzubilden und die Inhalte auch in die Lehrerausbildung zu tragen.

Die vom Programm in der Anfangsphase unterstützte Website „www.mugalim.kg“ wird von Partnerseite unterhalten und dient dem Informationsaustausch von Pädagoginnen und Pädagogen Kirgisistans.

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