Perinatalgesundheit in Kirgisistan

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Perinatalgesundheit in Kirgisistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kirgisistan
Politischer Träger: Gesundheitsministerium der Kirgisischen Republik
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

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Ausgangssituation

Zwar hat Kirgisistan seit 1990 große Erfolge bei der Senkung der Sterblichkeit von Kindern unter fünf erzielt, doch ist dabei die Säuglingssterblichkeit langsamer zurückgegangen, und die Müttersterblichkeit konnte fast gar nicht gesenkt werden. Kirgisistan weist in der von der Weltgesundheitsorganisation kategorisierten europäischen Region die höchste Müttersterblichkeitsrate auf. Viele der Todesfälle könnten verhindert werden. Fehlende Normen führen zusammen mit einer unzureichend regulierten Überweisungspraxis dazu, dass Hochrisikoschwangerschaften oft nicht rechtzeitig erkannt, nicht der richtigen Pflegestufe zugeordnet oder nicht angemessen behandelt werden. In ländlichen Gebieten gibt es nur wenige Hausärzte, die für die Schwangerenbetreuung nicht ausreichend qualifiziert und oft schwer zu erreichen sind. 

Ziel

Die Qualität der integrierten Pflegeleistungen für Schwangere und Neugeborene ist in den fünf Pilotregionen verbessert.

Vorgehensweise

Als neuer Entwicklungspartner im Gesundheitswesen bietet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH einen mehrstufigen systemischen Ansatz für Politikberatung und Capacity Building, der im Einklang mit der Nationalen Gesundheitsstrategie 2019-2030 „Healthy Person - Prosperous Country“ steht.

Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium arbeitet das Vorhaben auf nationaler Ebene mit der gesetzlichen Krankenkasse und dem E-Health Center sowie, auf regionaler Ebene, mit 13 Gesundheitseinrichtungen in Bischkek, Tschüi, Yssykköl, Naryn und Osch. Das Projekt baut das Fachwissen der Gesundheitsfachkräfte auf, verbessern die Qualität der Dienstleistungen für Schwangere und Neugeborene und stärken die Überweisungswege für sie.

Das TZ-Vorhaben ist Teil eines größeren von Deutschland unterstützten Gesundheitsprogramms in Kirgisistan, das auch FZ-Maßnahmen der KfW-Entwicklungsbank umfasst.

Aufbau von Fachwissen: Das Projekt unterstützt das neue nationale Perinatalzentrum in Bischkek bei der die Entwicklung und Einführung von transparenten, kompetenzbasierten Instrumenten für die Planung, das Management und die Gewinnung von Personal. Das Zentrum wird die erste nationale Einrichtung der perinatalen Betreuung sein. Die Maßnahmen der GIZ ergänzen die finanziellen Fördermaßnahmen der KfW zur Beschaffung von Infrastruktur- und Ausrüstungskomponenten für das Zentrum.

Das Projekt passt die von der dänischen Mutterschaftsstiftung entwickelte „Safe Delivery“-App für den kirgisischen Kontext an. Die App ist ein Hilfsmittel für qualifizierte Geburtshelferinnen, um Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt zu bewältigen.

Verbesserung der Qualität: Um die Qualität der Versorgung von Frauen vor, während und nach der Geburt zu verbessern, trägt das Vorhaben dazu bei, in 13 Krankenhäusern in den fünf Regionen Qualitätsverbesserungsausschüsse einzurichten und anzuleiten.  Zwei qualifizierte Mentoren unterstützen an den Standorten Teams dabei, Hindernisse zu ermitteln und Pläne zur Qualitätsverbesserung zu entwickeln, die vorhandene Lücken schließen.

Das Vorhaben arbeitet auch mit der staatlichen Krankenkasse zusammen, um die Finanzierung und die Anreize für die Umsetzung von Plänen zur Qualitätsverbesserung von Krankenhäusern zu steuern. Durch die Kooperation mit dem E-Health-Zentrum soll die Qualität der Daten verbessert werden, die zur Überwachung von perinatalen und geburtshilflichen Leistungen verwendet werden.

Patientenzentrierte Versorgung: Um das Überweisungssystem auf den Standard eines integrierten patientenzentrierten Systems zu bringen, unterstützen wir regionale Arbeitsgruppen. In einem Bezirk der Region Osch arbeiten wir mit lokalen Behörden und Gesundheitseinrichtungen zusammen, um einen auf Fallmanagement basierenden Ansatz für Risikoschwangerschaften zu erproben. Außerdem unterstützt das Projekt die Entwicklung von Schulungsmaterialien für Hausärzte für den richtigen Umgang mit Schwangerschaften.

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