Förderung von Schulgesundheitsprogrammen 

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von Schulgesundheitsprogrammen 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 
Land: Philippinen, Indonesien, Kambodscha, Laos 
Politischer Träger: SEAMEO / Erziehungsministerium der Autonomiebehörde in Muslim Mindanao 
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2018

Philippinen. Halbjährliche Entwurmung im Schulalltag. © GIZ

Ausgangssituation

Schulkinder in Südostasien leiden an vermeidbaren, meist hygienebedingten Krankheiten wie Durchfall und akuten Atemwegserkrankungen, Wurmbefall und Zahnkaries. Diese Krankheiten beeinträchtigen die körperliche und geistige Entwicklung erheblich und beeinflussen Lern- und Zukunftschancen negativ.

Obwohl viele Länder Südostasiens den Wert von Schulgesundheitsprogrammen erkannt und nationale Strategien entwickelt haben, mangelt es an realisierbaren, finanzierbaren Konzepten und fachlichen Kompetenzen. Es gibt bisher kaum flächendeckend nachhaltige Programme. Viele werden nur in einigen wenigen Schulen realisiert und bleiben damit weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Ziel

Die Gesundheit und die Schulleistungen von Grundschulkindern in den teilnehmenden Ländern sind durch die Einführung von Schulgesundheitsprogrammen verbessert.

Vorgehensweise

Das Regionalprogramm „Fit for School“ arbeitet gemeinsam mit dem Regional Center for Educational Innovation and Technology (SEAMEO INNOTECH), einem Regionalzentrum der Dachorganisation der südostasiatischen Erziehungsminister (Southeast Asian Ministers of Education Organisation, SEAMEO). Das Programm nutzt die bestehenden Strukturen des Bildungssektors um schulische Wasch- und Sanitäranlagen zu verbessern und evidenzbasierte Präventionsmaßnahmen wie Händewaschen mit Seife und Zähneputzen als Gruppenaktivitäten und tägliche Routine in öffentlichen Grundschulen umzusetzen. Mit finanziellen Mitteln der australischen Regierung wird das Fit-for-School-Konzept auch im Süden der Philippinen in der Autonomen Region Muslimisches Mindanao eingeführt.

Der Fit-for-School-Ansatz steht dabei für effektive, lokal finanzierbare und mit den Ressourcen des Bildungssektors umsetzbare Schulgesundheitsprogramme. Dank hoher Einschulungsraten erreichen Gesundheitsprogramme in Grundschulen einen Großteil der schulpflichtigen Kinder, unabhängig von deren sozioökonomischem Hintergrund.

Zum Programm zählen tägliche, in den Schulalltag integrierte Gruppenaktivitäten wie Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta und Händewaschen mit Seife. Zusätzlich werden die Kinder zweimal im Jahr entwurmt. Die Einübung von täglichen Routinen verändert das Hygieneverhalten nachhaltig und geht so über traditionelle, allein auf Wissensvermittlung beschränkte Gesundheitserziehung hinaus. Zum Programm gehört auch die Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung, insbesondere die Einrichtung von Handwaschstationen. Verbesserungen des Zugangs zu Wasser und kindgerechte Waschanlagen in den teilnehmenden Schulen schaffen ein gesundes Schulumfeld, das für eine langfristige Gesundheitsverbesserung unabdingbar ist.

Zu den wichtigen Erfolgsfaktoren zählen:

Einfach. Umsetzung von Maßnahmen, die auf die vorherrschenden Haupterkrankungen abzielen und kostengünstig vom Lehrpersonal durchgeführt werden können

Skalierbar. Entwicklung von realistischen Umsetzungsvorlagen sowie Nutzung bestehender Strukturen des Bildungssektors für eine landesweite Umsetzung

Nachhaltig. Sicherung der Finanzierbarkeit durch lokale oder nationale Regierungen als Voraussetzung für Nachhaltigkeit; aktive Einbindung von Eltern und Gemeinden, um Eigenverantwortung und Transparenz zu stärken

Wirkung

Das nationale Schulgesundheitsprogramm des philippinischen Erziehungsministeriums, das seit 2008 auf dem Fit-for-School-Ansatz beruht und von der GIZ unterstützt wird, zielt derzeit auf mehr als 2,5 der 12 Millionen Grundschüler ab. Eine 2009 gestartete Langzeitstudie zur Wirkung der Maßnahmen zeigte schon nach einem Jahr positive Effekte auf die Gesundheit der Schulkinder. In den Schulen, in denen der Fit-for-School-Ansatz umgesetzt wird, gab es 20 Prozent weniger untergewichtige Kinder, 40 Prozent weniger Fälle von Kariesneuerkrankungen, einen Rückgang schwerer Wurmerkrankungen um die Hälfte und 30 Prozent geringere krankheitsbedingte Fehlzeiten als in Vergleichsschulen.

Eine erste Wirkungsstudie 2014 in Kambodscha, Laos und Indonesien hat gezeigt, dass Kinder in Interventionsschulen 20 Prozent geringere Kariesneuerkrankungen haben, als Kinder in Kontrollschulen. Zudem trug die Programmintervention signifikant zur Verbesserung des schulischen Umfelds bei Wasser- und Sanitäranlagen bei: Funktionalität und Sauberkeit von Schultoiletten und Waschanlagen war in Interventionsschulen erheblich verbessert.

Philippinen. Händewaschen gehört zum Schulalltag. © GIZ