Regionale Unterstützung der Zentralafrikanischen Waldkommission (COMIFAC)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionale Unterstützung der Zentralafrikanischen Waldkommission (COMIFAC)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Afrika (länderübergreifend): Äquatorialguinea, Burundi, Gabun, Kamerun, Republik Kongo, DR Kongo, Ruanda, Sao Tome und Príncipe, Tschad, Zentralafrikanische Republik
Politischer Träger: Zentralafrikanische Waldkommission (Commission des Forêts d’Afrique Centrale, COMIFAC)
Gesamtlaufzeit: 2002 bis 2017

Ausgangssituation
Die Wälder des Kongobeckens erstrecken sich über 180 Millionen Hektar und umfassen damit ungefähr fünfmal die Fläche Deutschlands. Nach dem Amazonas handelt es sich um das zweitgrößte zusammenhängende tropische Waldgebiet der Erde. Die Wälder sind direkte Lebensgrundlage für 65 Millionen Menschen und beherbergen mehr als 400 Säugetierarten, über 1000 Vogelarten und mehr als 20.000 Pflanzenarten, wovon 10.000 endemisch sind. Ein großer Teil der Arten, darunter Berggorillas, Zwergschimpansen und Okapis, existiert weltweit nur im Kongobecken. Die tropischen Edelhölzer des Kongobeckens gehören zu den wichtigsten regionalen Exportgütern, während Öle, Früchte und Wildbestand die ausgewogene Ernährung der lokalen Bevölkerung sichern. Nur mit grenzüberschreitender politischer Kooperation können zusammenhängende Schutzräume gebildet und Raubbau verringert werden. Aufbauend auf der Jaunde-Deklaration (1999) bekräftigten die Anrainerstaaten während eines Staatsgipfels 2005 den eingeschlagenen Weg zum Erhalt der Wälder und der biologischen Vielfalt des Kongobeckens und bestätigten das grenzübergreifende Aktionsprogramm (Konvergenzplan). Die Zentralafrikanische Waldkommission (Commission des Forêts d’Afrique Centrale, COMIFAC) und ihr Exekutivsekretariat haben das Mandat, die Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Aktionsprogramms sicherzustellen, und werden seit 2002 durch die GIZ unterstützt.

Ziel
Im Einklang mit dem Konvergenzplan sind Gestaltung und Umsetzung der nationalen Wald- und Umweltprogramme sowie die Interessensvertretung der Mitgliedsstaaten auf internationaler Ebene verbessert.

Vorgehensweise
Das Vorhaben arbeitet eng mit dem Exekutivsekretariat der COMIFAC zusammen und konzentriert sich auf fünf Handlungsfelder:
  1. Organisationsentwicklung der COMIFAC
  2. Interessensvertretung der Zivilgesellschaft auf regionaler und nationaler Ebene
  3. Interessensvertretung der Mitgliedsstaaten der COMIFAC auf internationaler Ebene
  4. Regionales Schutzgebiets-/Landmanagement
  5. Systematische Auswertung und Veröffentlichung von Erfahrungen
Wirkung
Das Projekt trägt wesentlich dazu bei, dass die COMIFAC als regionale Autorität in Fragen der Waldpolitik und bei der Umsetzung nachhaltiger Waldbewirtschaftung anerkannt ist, sowohl in den Mitgliedsländern als auch bei den internationalen Partnern. Das Mandat des Exekutivsekretariates der COMIFAC zur Steuerung (Koordination, Monitoring und Evaluierung) und Umsetzung des regionalen Waldprogramms ist inzwischen bei allen relevanten Akteursgruppen unumstritten.

Die COMIFAC wird so zunehmend als Partner im waldpolitischen Dialog wahrgenommen und kann eigene Anliegen durchsetzen. Fortschritte bei der Einführung und Umsetzung einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Waldpolitik in der Region sind unverkennbar, zum Beispiel durch eine verstärkte Orientierung auf forstliche Zertifizierung, Verbesserungen im Schutzgebietsmanagement, Einbeziehung der Zivilgesellschaft, Entwicklung von Ansätzen einer verbesserten Ressourcennutzung und Armutsminderung. Infolgedessen wurden weitere Nationalparks ausgewiesen und die Fläche der als nachhaltig bewirtschaftet zertifizierten Produktionswälder ist seit 2005 auf 10 Prozent gestiegen.

MEHR SCHLIESSEN

Videos

Nachhaltige Waldnutzung
Angesichts des Klimawandels ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der globalen Ressource Wald unerlässlich. Eine nachhaltige Bewirtschaftung wird der notwendigen Erhaltung großer Waldgebiete ebenso gerecht wie den legitimen Nutzungsansprüchen. Das animierte Video erklärt, wie eine nachhaltige Wertschöpfungskette aussieht. (GIZ im Auftrag des BMZ)

Nachhaltige Waldnutzung (DE) Exploitation durable des forêts (FR) El approvechamiento sostenible del bosque tropical (ES)

Kontakt

Paul Scholte
paul.scholte@giz.de