Grenzüberschreitendes Wassermanagement in der Southern African Development Community (SADC)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grenzüberschreitendes Wassermanagement in der Southern African Development Community (SADC)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: SADC-Mitgliedsstaaten
Politischer Träger: SADC-Sekretariat
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2015

Southern African Development Community (SADC). Kariba-Staudamm zwischen Namibia und Botsuana. © GIZ

Ausgangssituation
Praktisch alle großen Flussgebiete des südlichen Afrika sind grenzüberschreitend sowie saisonal und geografisch ungleich verteilt. Gleichzeitig ist die sozioökonomische Entwicklung der einzelnen SADC-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich. Grenzüberschreitendes Wassermanagement ist für die Region deshalb eine besondere Herausforderung.

Kontinuierlich steigende Nachfrage und zunehmende Wasserverschmutzung erhöhen den Druck auf die gemeinsamen Wasserressourcen enorm. Dies gilt insbesondere in grenzüberschreitenden Einzugsgebieten, in denen die Bewirtschaftung der Wasserressourcen in der Vergangenheit oftmals wenig koordiniert wurde.

Die Infrastruktur zur Sicherung der Wasserversorgung in der Region ist in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich entwickelt, zudem wird sie durch eine Reihe weiterer Faktoren negativ beeinflusst.

Während Südafrika die Grenzen seiner Speicherkapazität für Wasser beinahe erreicht hat, bleibt in der DR Kongo ein enormes Potenzial für Wasserkraft nach wie vor ungenutzt. Namibia hat erst kürzlich begonnen, Entwicklungen bei Wasserrecycling und Entsalzung voranzutreiben. Gleichzeitig wird die kontinuierliche Ausweitung landwirtschaftlicher Bodennutzung im Quellgebiet verschiedener Flüsse Angolas mittel- bis langfristig die Wasserverfügbarkeit in benachbarten Ländern beeinflussen. Insgesamt bestehen zwischen den Ländern der SADC-Region weiterhin große Unterschiede bei der Wasserqualität und bei der Fähigkeit, den privaten, gewerblichen und landwirtschaftlichen Wasserbedarf zu decken.

Ziel
Personelle, institutionelle und organisatorische Ressourcen und Leistungsfähigkeit des SADC-Wassersektors sind gestärkt; Integrierte Wasserressourcen-Managementpläne wurden für die Einzugsgebiete entwickelt. Die Wasserinfrastruktur in verschiedenen Regionen hat sich verbessert. Maßgeschneiderte Fortbildungsprogramme sowie Informations-und Wissensmanagementsysteme, einschließlich Sensibilisierungsmaßnahmen, wurden eingeführt.

Vorgehensweise
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führt die GIZ das Programm durch. Die Australian Agency for International Development (AusAID) und das UK Department for International Development (DFID) beteiligen sich als Kofinanziers mit erheblichen Beiträgen. In einem mehrdimensionalen Ansatz werden die Partnerorganisationen auf drei Ebenen unterstützt:

  1. in der gesamten SADC-Region
  2. in grenzüberschreitenden Flussgebieten und ihren Organisationen
  3. in lokalen Gemeinden und Wasserversorgern.

Die GIZ berät und unterstützt ihre Partner jeweils in den drei strategischen Bereichen Wassergovernance, Wasserwirtschaft und Infrastrukturentwicklung.

Auf allen Ebenen und in jedem Bereich führt die GIZ Maßnahmen zum personellen, institutionellen und organisatorischen Capacity Develoment durch. Dazu gehören unter anderem maßgeschneiderte Fortbildungen, die Förderung von Politikformulierung auf regionaler Ebene und der grenzüberschreitende Austausch der Parlamente. Die GIZ berät das SADC-Sekretariat bei der Entwicklung und Nutzung von Wissens- und Informationssystemen und der Durchführung von Sensibilisierungskampagnen. Der strukturierte, ganzheitliche Zugang wird durch eine Reihe von Entwicklungspartnerschaften ergänzt, sowohl mit der Privatwirtschaft als auch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Der mehrdimensionale Ansatz trägt dazu bei die nachhaltige, gerechte Nutzung der gemeinsamen Wasserressourcen in der SADC-Region zu sichern. Er wirkt Konflikten entgegen und fördert Transparenz und Vertrauen zwischen den SADC-Mitgliedsländern in grenzüberschreitenden Verhandlungen und Kooperationsvereinbarungen. Gleichzeitig wird der Ansatz dazu genutzt, die Grundlagen zu schaffen, für einen erfolgreichen Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels und den sich abzeichnenden Herausforderungen durch Wasserknappheit.

Beim regionalen Wassermanagement wurde die deutsche Regierung zusätzlich gebeten, das SADC-Sekretariat bei der Koordinierung der Zusammenarbeit mit anderen internationalen Kooperationspartnern zu unterstützen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Die bisheriger Unterstützung Deutschlands hat wesentlich dazu beigetragen, die institutionellen und organisatorischen Strukturen der SADC-Wasserabteilung zu stärken, um nachfrageorientierte Dienstleistungen für ihre Mitgliedsstaaten anzubieten. Durch die Kooperation mit Australien und Großbritannien hat die deutsche Regierung zudem dazu beigetragen, die Harmonisierung der Beiträge der internationalen Entwicklungszusammenarbeit voranzutreiben.

Bei der Einrichtung und Stärkung der Flussgebietsorganisationen in der Region wurden wesentliche Fortschritte erzielt. Insbesonder die Orange-Senqu River Commission (ORASECOM) und die Limpopo River Comission (LIMCOM) sowie ihre Mitgliedsländer konnten bisher davon profitieren. So wurde ORASECOM in ihren Bemühungen unterstützt, die Koordinierung der unterschiedlichen Beiträge internationaler Kooperationspartner zu formalisieren und zu optimieren. Dies war ein entscheidender Erfolg für die Sicherung einer gemeinsamen, koordinierten Verwaltung des gesamten Flussgebiets.

Das Engagement der GIZ für lokale Entwicklungspartnerschaften mit privatwirtschaftlichen Unternehmen umfasst unter anderem die Förderung der Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung in Polokwane und der Brauerei SABMiller zur Sicherung von Wasserlieferketten und zur Verbesserung der Wasserqualität. Eine weitere Partnerschaft für Wassersparmaßnahmen und zum effektiven Wasserbedarfsmanagement konnte mit Sasol New Energy und der Stadtverwaltung in Emfuleni eingegangen werden. Weitere Partnerschaften sind bereits in Planung.

Durch ein Kooperationsprojekt zwischen der GIZ und der KfW Entwicklungsbank unterstützt die deutsche Bundesregierung die SADC bei der Pilotierung grenzüberschreitender Infrastrukturmaßnahmen. Das „Kunene Transbounday Water Supply Project” will den Süden Angolas und den Norden Namibias in ein grenzüberschreitendes Versorgungssystem integrieren. Dieses Projekt trägt einerseits dazu bei, den Weg für zukünftige Entwicklungen im Projektgebiet zu ebnen. Andererseits dient es als Pilotprojekt, um Regeln und Richtlinien der bilateralen und multilateralen Zusammenarbeit zu testen.

Deutschland arbeitet mit den australischen und britischen Partnern auch daran, unabhängige Flussgebietsorganisationen für die Flusseinzugsgebiete Kunene und Cuvelai zu schaffen. Die Organisationen wurden von den verantwortlichen Ministern Angolas und Namibias genehmigt und werden sich an den Bestimmungen regionaler Richtlinien für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Flussgebiete ausrichten.

2011 hat die GIZ das SADC-Sekretariat und die SADC-Mitgliedstaaten bei der Ermittlung von Investitionsmöglichkeiten in regionale Wasserinfrastrukturprojekte unterstützt. Die Umsetzung einiger dieser Projekte wurde bereits 2012 eingeleitet. Ebenso wurde das SADC-Sekretariat 2011 zur Entwicklung des dritten Regionalen Aktionsplans für integriertes Wasserressourcenmanagement beraten, sowie zur Entwicklung einer regionalen Strategie für die Anpassung des Wassersektors an den Klimawandel.

Kontakt

Thomas Schild
thomas.schild@giz.de