Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Zur besseren Wasserversorgung und zum Schutz vor Dürre und Hochwasser

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grenzüberschreitendes Wassermanagement
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: SADC-Mitgliedsstaaten
Politischer Träger: Southern African Development Community (SADC)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

Das südliche Afrika verfügt jährlich über rund 2.300 Kubikkilometer Wasser. Dieses ist sehr unterschiedlich auf die niederschlagsarmen und trockenen und die tropischen Gebiete verteilt. Etwa 70 Prozent des Wassers stammt aus grenzüberschreitenden Flüssen, der Rest aus Seen oder dem Grundwasser. Ein Großteil wird in der Landwirtschaft für die Bewässerung verbraucht. Die Industrie folgt mit stetig wachsendem Verbrauch an zweiter Stelle.

Nach Zahlen der Vereinten Nationen haben nur 62 Prozent der Bevölkerung der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) Zugang zu sicherem Trinkwasser. Nur jeder dritte Mensch in dem Gebiet hat Zugang zu hygienisch angemessenen Sanitäreinrichtungen. Die Auswirkungen des Klimawandels erschweren den Umgang mit dem knappen und ungleich verteilten Wasser zusätzlich. Der Entwicklung der Wasserinfrastruktur kommt besondere Bedeutung zu. Das gilt vor allem für Dämme zur Bevorratung und Regulierung der Wassermengen. Die SADC-Mitgliedstaaten haben sich in internationalen Konventionen und regionalen Protokollen auf Prinzipien eines gemeinschaftlichen und integrierten Wasserressourcenmanagements verständigt. Zahlreiche Politiken, Pläne und Strategien wurden dazu erarbeitet. Die Umsetzung ist aber noch unzureichend.

Ziel

Die Umsetzung von ausgewählten und abgestimmten Politikansätzen und Strategien für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Wasser ist in der SADC-Region verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die SADC bei der Umsetzung von verabschiedeten und zwischen den Mitgliedsländern abgestimmten Politiken, Strategien, Richtlinien und Instrumenten zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich Wasser. Die Ziele und Aktivitäten leiten sich direkt aus der SADC-Strategie für regionale Integration ab sowie aus dem daran angelehnten regionalen Aktionsplan. 

Das Vorhaben schafft die erforderlichen institutionellen und organisatorischen Rahmenbedingungen und fördert die planerischen und technischen Fähigkeiten der Partner. Gemeinsam mit der SADC-Wasserabteilung stärkt es den regionalen Austausch zwischen den Mitgliedstaaten und unterstützt beim Aufbau von kompetenten Institutionen in den Anrainerstaaten von Flussgebieten. Darüber hinaus stärkt es die nationalen Ressourcen zur Planung und Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen im Bereich Wasser.

Drei Handlungsfelder leiten die Aktivitäten des Vorhabens. 

Infrastrukturförderung: Das Projekt entwickelt Konzepte zur Mobilisierung von Finanzmitteln für Wasserressourcenmanagement und Infrastrukturentwicklung. Die guten Erfahrungen der Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft aus Südafrika, Lesotho und Botsuana sollen in der gesamten Region verbreitet werden.

Entwicklung von Flussgebietsorganisationen: Die Leistungsfähigkeit der Flussgebietsorganisationen soll erhöht werden. Das Programm prüft langfristige und wirtschaftlich tragfähige Finanzierungsmodelle in der Praxis.

Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels: Um die Bevölkerung besser zu schützen, ist die Einführung von Instrumenten und Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge vorgesehen. Grundlage für eine angemessene Hochwasservorsorge ist die Erfassung von Informationen zu den Wassermengen und zur Wasserqualität im Wasserkreislauf. Weiterhin ist ein zeitnaher Austausch zwischen den maßgeblichen Entscheidungsträger*innen und der Bevölkerung von besonderer Bedeutung.

Die fehlende Teilhabe von Frauen an Entscheidungsprozessen im grenzüberschreitenden Wassermanagement ist nach wie vor eine große Hürde für die Gleichberechtigung der Geschlechter. Das Vorhaben berät die SADC-Wasserabteilung und die Flussgebietsorganisationen deshalb bei der Umsetzung von Maßnahmen, die Frauen in Meinungsbildung und Entscheidungsfindung direkt einbinden.

Das UK Department for International Development (DFID) beteiligt sich zur Hälfte als Kofinanzier an der Umsetzung des Programms.

Wirkung

  • Über 1,6 Millionen Menschen haben Zugang zu saubererem und sichererem Wasser durch verschiedene Infrastruktur- und Pilotprojekte. Das „Kunene Transboundary Water Supply Projekt“ schafft im Norden Namibias und im Süden Angolas Zugang zu einer sicheren und verlässlichen Trinkwasserversorgung. 
  • Durch einen regionalen Wasserfonds werden langfristig 70.000 Menschen Zugang zu Wasserversorgung und Hygieneeinrichtungen erhalten. 
  • Eine Maßnahme zum Schutz der Feuchtgebiete am Ursprung des Flusses Orange verbessert die Wasserversorgung von bis zu 45.000 Menschen im Ballungsgebiet Johannesburg, Südafrika. 
  • Mehr als 45 Millionen Euro wurden aus privaten und öffentlichen Mitteln mobilisiert. Die Mittel wurden durch Partnerschaften mit der Privatwirtschaft im Rahmen von Pilotprojekten und Machbarkeitsstudien für Infrastrukturentwicklung beschafft. 
  • Die SADC-Region profitiert von einem besseren Katastrophenschutz: Um sicherzustellen, dass die SADC-Mitgliedsstaaten auf Überschwemmungen vorbereitet sind, wurden Landkarten zu Überschwemmungsrisikogebieten und Frühwarnsysteme entwickelt. Jetzt können über 900.000 Menschen am Fluss Limpopo frühzeitig vor Überschwemmungen gewarnt werden. In den Dörfern wurden Freiwilligen Komitees gegründet, die im Ernstfall erste Katastrophenhilfe leisten sowie Menschen und Tiere in Sicherheit bringen können.

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