Unterstützung der Kongobeckenkommission

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grenzüberschreitendes Wasserressourcenmanagement im Kongobecken (GETRACO)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afrika, länderübergreifend: Angola, Gabun, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Zentralafrikanische Republik; Sitz: Kinshasa, Demokratische Republik Kongo
Politischer Träger: Internationale Kommission des Kongo-Oubangui-Sangha-Beckens (CICOS)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

© GIZ

Ausgangssituation

Das Kongobecken ist nach dem Amazonasgebiet das zweitgrößte Wassereinzugsgebiet der Erde. Es beherbergt eine einzigartige Artenvielfalt und enormes Potenzial für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Anrainerstaaten. Der Fluss hat ein Wasserkraftpotenzial, das theoretisch den gesamten Bedarf von Subsahara-Afrika decken könnte. Viele Regionen sind nur auf dem Wasserweg erreichbar, doch Wasserstraßen, Schiffe und Häfen sind in einem schlechten Zustand. Es kommt häufig zu Unfällen und immer wieder sind einzelne Flussabschnitte unbefahrbar. Bei den wenigen existierenden Infrastrukturprojekten werden Umwelt- und Sozialstandards noch zu wenig berücksichtigt.

Ziel

Die Kongobeckenkommission (CICOS) unterstützt ihre Mitgliedsländer bei der Umsetzung von Maßnahmen in der Binnenschifffahrt und bei der nachhaltigen Entwicklung der Wasserressourcen. Vor allem die Abstimmungsplattformen zwischen den sechs Ländern, unter Einbeziehung des Privatsektors, sind ein Novum in der Region.

DR Kongo. Schüler der Kapitänsschule der CICOS in Kinshasa. (Foto: GIZ / Kathrin Sirtl)

Vorgehensweise

In der Kongobeckenkommission, mit Sitz in Kinshasa, haben sich zusammengeschlossen: Angola, Gabun, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Zentralafrikanische Republik.

Mithilfe des Vorhabens kann die Kongobeckenkommission den Mehrwert regionaler Zusammenarbeit in der Binnenschifffahrt demonstrieren: Die Transportpotenziale werden besser ausgeschöpft und die Schifffahrt wird sicherer. Die Begleitung der regionalen Schifffahrtsschule spielt dabei eine wichtige Rolle. Im grenzüberschreitenden Wasserressourcenmanagement sollen wirtschaftliche Potenziale identifiziert und so genutzt werden, dass sie zur lokalen Entwicklung beitragen. Dazu werden Abstimmungsplattformen geschaffen, die regelmäßige Information, Konsultation und Partizipation der relevanten Akteure und Sektoren in den Mitgliedsländern sicherstellen.

Das Vorhaben trägt darüber hinaus zur verbesserten Leistungsfähigkeit der Kongobeckenkommission durch Organisationsberatung bei.

Wirkungen

Im Rahmen der Vorgängermaßnahme haben sich die Mitgliedsländer auf eine gemeinsame Vision für das Wasserressourcenmanagement verständigt und dazu regionale Strategien verabschiedet. Die Schifffahrtsschule der Kongobeckenkommission wurde renoviert und hat neue Ausbildungsgänge geschaffen. Sie verzeichnet inzwischen eine wachsende Nachfrage aus der gesamten Region. Ein Handbuch liegt vor, das verbindliche Regeln für die Abstimmung zwischen den Anrainerstaaten bei grenzüberschreitenden Infrastrukturprojekten festlegt. Das Informationssystem der Kongobeckenkommission zu Wasserressourcen und Binnenschifffahrt wurde stark verbessert und wird bei politischen Entscheidungen genutzt.

DR Kongo. Luftaufnahme des Kongoflusses (Foto: GIZ / Christina Karlicek)