Unterstützung der grenzüberschreitenden Bewirtschaftung der Wasserressourcen im Niger-Flusseinzugsgebiet

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Niger-Flussgebietsorganisation ABN
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Niger
Politischer Träger: Autorité du Bassin du Niger (ABN)
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2018

© GIZ

Ausgangssituation

Der Niger ist mit 4.200 Kilometern Länge das größte Flusssystem in Westafrika und gleichzeitig der drittgrößte Fluss Afrikas. Das Einzugsgebiet von mehr als 2 Millionen Quadratkilometer ist 10-mal so groß wie das des Rheins. Es berührt 9 Länder: Guinea, Côte d’Ivoire, Mali, Burkina Faso, Niger, Benin, Kamerun, Tschad und Nigeria, und beherbergt mehr als 100 Millionen Menschen.

Die Niger-Flussgebietsbehörde (Autorité du Bassin du Niger, ABN) wurde gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen den Anrainerstaaten zu fördern sowie eine gerechte Verteilung der Ressource Wasser zu gewährleisten, die das Menschenrecht auf Wasser und Ernährung, vor allem für die ärmere Bevölkerung, sicherstellt. Sie verfügt über einen weit entwickelten institutionellen Rahmen, unter anderem mit einem völkerrechtlich bindenden Vertragswerk, der Wassercharta; er wird aber noch nicht ausreichend in die Praxis umgesetzt.

Ziel

Im Auftrag der Mitgliedsländer steuert die Niger-Flussgebietsbehörde (ABN) eine kooperative Bewirtschaftung und Entwicklung der grenzüberschreitenden Wasserressourcen auf Grundlage gemeinsamer Prinzipien und Strategien.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Niger-Flussgebietsbehörde (ABN) von 2016 bis 2018 in drei Handlungsfeldern:

  • Umsetzung der Wassercharta
    Die Wassercharta ist ein völkerrechtlich bindender Vertrag zwischen den Mitgliedsländern, der die Themen und Regeln der Zusammenarbeit festhält. Die GIZ unterstützt die ABN langfristig dabei, Mechanismen zur Umsetzung der Wassercharta partizipativ auszuarbeiten, zum Beispiel bei der Initiierung und Begleitung von Studien zu den Auswirkungen geplanter Infrastrukturmaßnahmen wie Staudämme auf Mensch und Umwelt.
  • Strategische und operative Planung
    Der Operationsplan der ABN ist ein Investitionsplan auf Einzugsgebietsebene. Er beinhaltet die geplanten Projekte der Mitgliedsländer mit grenzüberschreitendem Charakter. Das Projekt unterstützt die ABN dabei, Erarbeitung und Aktualisierung des Operationsplans so zu gestalten, dass daraus ein integraler Kernprozess der ABN wird, mit klar definierten Formaten und Verantwortlichkeiten sowie einem umfassenden Monitoring- und Evaluierungssystem.
  • Kooperation und Informationsaustausch
    Die komplexen Kooperationsbeziehungen zwischen dem Exekutivsekretariat und den Mitgliedsländern werden analysiert. Dabei sollen Blockaden und Stärken der ABN in diesem Bereich identifiziert werden, um daraus Handlungsempfehlungen für die Entscheidungsträger zu entwickeln. Besonders im Blickfeld stehen dabei das Thema Hochwasserfrühwarnung mit der Klärung von Kommunikationswegen sowie die Stärkung des Dialoges zwischen der ABN und den verantwortlichen nationalen Strukturen.

Das Vorhaben greift dabei auch auf die Expertise der GOPA-Infra zurück, deren Experten u.a. Capacity Development-Leistungen im Bereich der Qualitätssicherung von Umweltverträglichkeitsprüfungen, oder auch der Erstellung und Nachhaltung regionaler Investitionspläne erbringen.

Wirkung

Mit Unterstützung des Vorhabens konnten bereits folgende Ergebnisse erzielt werden:

  • Ratifizierung der Wassercharta: Die 9 Mitgliedsländer der ABN einigten sich auf ein völkerrechtlich bindendes zwischenstaatliches Abkommen, das die Regeln für die gemeinsame grenzüberschreitende Wasserbewirtschaftung festschreibt.
  • Verpflichtung auf proaktive Informationspolitik: Die Staaten haben sich dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit über geplante Infrastrukturmaßnahmen umfassend zu informieren, insbesondere zu den Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
  • Entwicklung eines regionalen Investitionsplanes: Der mit allen maßgeblichen Beteiligten erarbeitete Operationsplan der Niger-Flussgebietsbehörde bündelt die grenzüberschreitenden wasserwirtschaftlichen Projekte der Mitgliedsstaaten, schafft Transparenz und erhöht dadurch die Chancen auf eine Finanzierung.
  • Befähigung der Zivilgesellschaft: Der Aufbau von 9 Landes- und einer Regionalvertretung ermöglicht es der Zivilgesellschaft, an Konsultationsprozessen der grenzüberschreitenden Wasserbewirtschaftung mitzuwirken, unter anderem gibt es eine ständige Repräsentanz in den Konferenzen der Minister.
  • Präzise Hochwasservorhersagen: Der Aufbau des Observatoriums der ABN, einer für die Auswertung hydrologischer Daten zuständigen Einheit, ermöglicht effiziente Risikobewertungen innerhalb von 24 Stunden.