Grenzüberschreitende Wasserkooperation im Nilbecken

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der grenzüberschreitenden Wasserkooperation im Nilbecken
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Uganda, Sitz der Nile Basin Initiative; Kooperation mit weiteren Anrainern des Nilbeckens: Ägypten, Äthiopien, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Kenia, Ruanda, Südsudan, Sudan, Tansania
Politischer Träger: Nile Basin Initiative (NBI)
Gesamtlaufzeit: 2002 bis 2020

Uganda. Nilquelle in Jinja © GIZ

Ausgangssituation

Mit einer Länge von 6.695 Kilometern ist der Nil der längste Fluss der Erde. Sein Einzugsgebiet umfasst rund ein Zehntel der Fläche Afrikas und beherbergt fast ein Viertel der afrikanischen Bevölkerung, für die der Fluss das mit Abstand wichtigste Süßwasserreservoir der Region ist.

Die Nachfrage nach Wasser in der gesamten Region steigt aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und des Bevölkerungswachstums stetig, die Wasserressourcen werden jedoch bereits heute intensiv genutzt. Der klimatische Wandel und Veränderungen der Landnutzung beinträchtigen darüber hinaus die Verfügbarkeit der Ressource. Das Nilbecken gilt daher als eines der besonders konfliktanfälligen Flussgebiete, bis heute herrscht unter den Anrainerstaaten keine Einigkeit über die Wasserverteilung.

Die Anrainerstaaten des Nils – heute sind dies Ägypten, Äthiopien, Burundi, DR Kongo, Kenia, Ruanda, Südsudan, Sudan, Tansania, Uganda – gründeten 1999 die Nile Basin Initiative (NBI), um den Dialog untereinander zu fördern und gemeinsame Projekte in der Wasserbewirtschaftung voranzutreiben.

Deutschland ist, in enger Koordination mit anderen Gebern, langjähriger Partner der NBI und ihrer Mitgliedsstaaten. Seit 2002 unterstützt die GIZ die Initiative im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Ziel

Der Beitrag der Nile Basin Initiative (NBI) zur Konsensbildung der Anrainerstaaten über eine nachhaltige und kooperative Bewirtschaftung und Entwicklung der Wasserressourcen des Nilbeckens ist gestärkt.

Vorgehensweise

In dem gemeinsamen Vorhaben unterstützt die GIZ die NBI durch Fach- und Prozessberatung in vier eng verknüpften Handlungsfeldern:

  1. Ein Prozess mit den Mitgliedsstaaten wird gefördert, um eine gemeinsame Analyse der aktuellen und der projizierten, zukünftigen Wasserbilanz für das Nilbecken umzusetzen. Das Vorhaben trägt so dazu bei, Optionen für ein verbessertes beckenweites Wasserressourcenmanagement zu entwickeln.
  2. Das Vorhaben schafft die Grundlagen für eine kooperative Nilbeckenplanung. Erster Schritt ist die Erarbeitung eines neuen Strategischen Plans der NBI, der 2017 ausläuft.
  3. Die Anwendung der bereits existierenden Politiken, Richtlinien und Standards in den Mitgliedsländern wird gestärkt.
  4. Das Vorhaben trägt dazu bei, die öffentliche Meinung in den Mitgliedsländern im Sinne eines kooperativen Wasserressourcenmanagements positiv zu entwickeln und somit Spielraum für politische Entscheidungsträger zu eröffnen. Das Medienteam des Nilbeckensekretariats wird dabei unterstützt, auf die aktuell im Nilbecken diskutierten Themen vermehrt zu reagieren.

Daneben berät die GIZ das NBI-Sekretariat zu Fragen der strategischen Planung sowie der institutionellen und finanziellen Nachhaltigkeit der Organisation.

Wirkung

Mit Unterstützung der deutschen internationalen Zusammenarbeit und anderer Geber wurde aus einer politischen Initiative eine etablierte, geschätzte Plattform für den Dialog der Anrainer geschaffen.

Mit dem Sekretariat ist eine leistungsfähige Organisation entstanden, die die Dienstleistungen einer Flussgebietsorganisation erbringen kann: Sie unterstützt den Austausch wasserwirtschaftlicher Informationen, kann hydrologische und sozioökonomische Szenarien für die Planung bereitstellen und hat mit den Anrainerstaaten für viele Themenfelder des grenzüberschreitenden Wassermanagements gemeinsame Prinzipien und Strategien vereinbaren können. Diese Leistungsfähigkeit und die Kompetenzen werden nun verstärkt für die gemeinsame Entscheidungsfindung auf regionaler Ebene genutzt und bei der nationalen Planung der Mitgliedsstaaten angewendet.

Die Nile Basin Initiative hat seit ihrer Gründung zur Vertrauensbildung zwischen den Anrainerstaaten und zur Konfliktprävention wesentlich beigetragen. Heute arbeiten zahlreiche Wasserexperten aller beteiligten Länder gemeinsam an regionalen Lösungen zum Nutzen aller Mitgliedsstaaten. Für die Teileinzugsgebiete koordiniert die NBI Investitionen in eine regional abgestimmte Infrastruktur und Maßnahmen zum Schutz des Einzugsgebiets in einem Gesamtumfang von rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Dabei werden beispielsweise die regionalen Stromnetze verknüpft, um den Nutzen der Wasserkraftentwicklung in einem Teil des Beckens mit anderen Anrainern teilen zu können und so den Konflikt um die Aufteilung der Wassermengen zu entschärfen.

Weitere Informationen