Abfall- und Kreislaufwirtschaft etablieren - Ressourcen schonen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben Konzepte nachhaltiger Abfall- und Kreislaufwirtschaft 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union (EU)
Land: global
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

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Ausgangssituation

Rohstoffe werden knapper, Energie wird teurer, gleichzeitig wachsen die Abfallmengen. Zudem bedroht die Verschmutzung von Boden, Luft und Wasserressourcen die nachhaltige Entwicklung überall auf der Welt. Weniger als zehn Prozent der verbrauchten Rohstoffe werden derzeit im Kreislauf geführt. Sich verändernde Konsummuster, industrielle Entwicklung und Verstädterung verschärfen die Abfallproblematik. Viele Schwellen- und Entwicklungsländer stehen vor der großen Herausforderung, ihre Abfallmanagementsysteme zu verbessern: Abfälle sollen nicht mehr auf ungesicherten Deponien oder ‚wilden‘ Müllkippen abgelagert oder offen verbrannt werden, und auch nicht in Gewässern landen. Sie führen bei der Zersetzung zu klimaschädlichen Treibhausgasen. Plastikabfälle in den Meeren schaden der Biodiversität und gelangen in die Nahrungskette.

Kreislaufwirtschaft wird zwar international immer stärker als Notwendigkeit und Chance wahrgenommen. Integrierte Lösungsansätze der Abfallproblematik stehen in der Praxis jedoch noch nicht im Vordergrund.

Ziel

Konzepte für eine ressourcen- und klimaschonende Abfall- und Kreislaufwirtschaft sind in nationale sowie internationale Politikprozesse, Initiativen und Programme der Entwicklungszusammenarbeit beispielhaft integriert.

Vorgehensweise

Das Projekt zielt darauf ab, Konzepte für eine ressourceneffiziente, klimaschonende sowie wirksame Abfall- und Kreislaufwirtschaft in das entwicklungspolitische Handeln zu integrieren und ihre Umsetzung in nationalen und internationalen Initiativen zu fördern. Es fokussiert auf folgende Handlungsfelder:

  • Das Projekt unterstützt die Einbringung von Positionen in politische Prozesse auf nationaler und internationaler Ebene wie die Umsetzung der Agenda 2030, der New Urban Agenda, der G7- und G20-Aktionspläne zur Bekämpfung der Meeresvermüllung und des Pariser Klimaschutzabkommens.
  • Für die Zielgruppe der fachlichen städtischen Entscheidungsträger*innen werden Handreichungen, Tools und Trainingsmaterialien zur Verfügung gestellt und in Trainings und Workshops vermittelt (zum Beispiel zu "Energie aus Abfall", Waste-to-Energy), Indikatoren integrierter städtischer Abfallwirtschaft, ökonomische Instrumente, Treibhausgasminderung im Abfallsektor). Zu Abfallströmen wie Bauabfällen oder Lebensmittelabfällen werden zukünftige Maßnahmen angestoßen.
  • Das Projekt erarbeitet Ansätze zur Verminderung des Eintrags von Plastik- und anderen Abfällen in die Meere und fördert über Austauschforen mit Regionalorganisationen oder Akteuren aus Partnerländern die Umsetzung von Maßnahmen. Es kooperiert dabei mit der Weltbank und anderen internationalen Institutionen. Es berät im Zuge einer Kooperation mit der EU-Kommission vor allem Indonesien, Philippinen, Thailand und China unter anderem zu Systemen für eine bessere Sammlung und Rücknahme von Verpackungs- und anderen Abfällen. 
  • In ausgewählten Partnerländern setzt das Projekt Trainings und Beratungsmaßnahmen um, um umweltfreundliche Wertschöpfungsketten für Elektronikschrott zu schaffen.
  • Das Projekt stärkt den Austausch zwischen den Mitgliedern der PREVENT Waste Alliance und Partnern in Schwellen- und Entwicklungsländern. Es zielt darauf ab, gemeinsame Produkte und Projekte für Kreislaufwirtschaft umzusetzen.

Wirkung

Das Vorhaben hat zur Positionierung von Ansätzen für Meeresmüllvermeidung im G20-Aktionsplan, der G7 Plastics Charter, in der New Urban Agenda sowie in Prozessen der Biodiversitätskonvention beigetragen. Außerdem sind mehrere neue Projekte und Partnerschaften mit der Wirtschaft zum Thema Meeresmüll entstanden. Es hat zudem die Anwendung von Orientierungspapieren zu energetischer Abfallverwertung angestoßen und hat die Qualifizierung von Behörden und Unternehmen in Ostafrika, Asien und Lateinamerika zum Elektroschrottmanagement unterstützt. Das Projekt hat darüber hinaus ein Aktionsprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Kreislaufwirtschaft vorbereitet sowie an der Etablierung der Multi-Akteurs-Partnerschaft „PREVENT Waste Alliance“ zu Kreislaufwirtschaft mitgewirkt.

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