Forschungs- und Ausbildungszentrum für Windenergie

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Forschungs- und Ausbildungszentrum für Windenergie
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: China
Politischer Träger: China Guodian Corporation (CGDC) and State Grid Corporation of China (SGCC)
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2010

Ausgangssituation
Die chinesische Regierung ist z. Zt. dabei, den Anteil der durch Windkraft erzeugten Elektroenergie rasch zu steigern. Die 2005 in Windparks installierten 1.280 Megawatt (MW) Leistung sollen bis zum Jahr 2010 auf annähernd 10.000 MW erhöht werden – eine Verdoppelung der staatlichen Zielmarke von über 5.000 MG, die bis Ende 2007 erreicht werden sollte. Die Bewältigung dieser Aufgabe macht erhebliche Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen erforderlich. Auch wird qualifiziertes Personal für Windfarmen, Windfarmentwickler und Betreiber von Energieübertragungssystemen benötigt. Der Mangel an solchen Fach- und Führungskräften in der VR China verlangt nach entsprechenden Qualifizierungskapazitäten. Die Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Windenergie bleibt derzeit hinter dem prognostizierten Wachstum in diesem Sektor zurück. Die Technologie zur Optimierung des Übertragungssystems für die Einbindung von Windparks muss in dem Maße verbessert werden, wie mehr Wissen durch angewandte Forschung erlangt wird. Internationale Windkraftstandards und -zertifizierungen müssen im Windkraftsektor Eingang finden, um die Verfügbarkeit und Qualität von neuen und vorhandenen Turbinen sicherzustellen.

Ziel
Es ist das Ziel des Projekts, die fachlich-technischen Kapazitäten von Institutionen zum landesweiten Ausbau der netzgebundenen Windenergienutzung zu verbessern. Neben der Gestaltung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch Gesetzesänderungen werden so Voraussetzungen dafür geschaffen, die ehrgeizigen Ziele der Windkraftentwicklung in China zu erreichen. Das Projekt fügt einen Baustein in die Entwicklungsstrategie Chinas ein, mit dessen Hilfe die Versorgung mit sauberer und erneuerbarer Energie gesichert wird.

Vorgehensweise
Das Projekt befasst sich während seiner Durchführung vorrangig mit vier Arbeitsfeldern:

  • Betrieb und Instandhaltung,
  • Qualifizierung und Anwendungsforschung,
  • Windkraft-Service,
  • Information und Beratung.

Das Qualifizierungsangebot gilt für Techniker, Planer und Entwickler. Anwendungsorientierte Untersuchungen zu den technischen Aspekten der Windenergienutzung, zu vorhandenen Anlagen, zur Zertifizierung, zum Netzanschluss und zur Erbringung von Serviceleistungen sind im Gange. Zur Verfügung gestellt werden Beratungsleistungen technischer und ökonomischer Art für Entwickler und Betreiber. Eine Webseite mit Informationen, Foren, einem Help-desk und Online-Beratung wird in Mandarin und Englisch eingerichtet. Das Vorhaben wird an bereits bestehenden Strukturen bei relevanten Organisationen ansetzen. Durchführungsorganisationen sind die „China Long Yuan Electric Power Group (CLYPG)“ und das „China Electric Power Research Institute (CEPRI)“. Beraten werden in diesem Zusammenhang auch die federführenden Stellen der chinesischen Regierung zu Fragen des Ausbaus der Windenergienutzung in China.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Seit der Projekteinführung haben zehn Fortbildungslehrgänge zum Thema Bewertung der Windressourcen und Einbindung von Windkraftanlagen stattgefunden. Daran teilgenommen haben Vertreter von Instituten für Planung & Konstruktion, verschiedenen Versorgungsunternehmen sowie Entwicklungs- und Herstellungsfirmen. CEPRI erbringt Qualifizierungs- und Beratungsdienstleistungen im Bereich Bewertung von Windressourcen, IEC-Erprobung von Windturbinen-Prototypen, technische Lösungen für die Netzeinbindung von Windkraft und Penetration von Windenergie im Regionalnetz. Außerdem hat CEPRI mit großem Erfolg zwei große Workshops zur Technologie der Einbindung großer Windparkanlagen abgehalten. Die „Suzhou Longyuan Bailu Wind Power Vocational Training Centre” ist in Form eines Joint Venture zwischen CLYPG und dem „Suzhou Nuclear Power Institute (SNPI)“ eingerichtet worden. Das Zentrum ist seit Februar 2007 in Betrieb. Regelmäßige Kurse zur fachlichen Schulung und Spezialkurse für Ingenieure werden von den Lehrkräften des Zentrums, ausländischen Experten und Fachleuten aus der chinesischen und ausländischen Windkraftindustrie angeboten.

Kontakt

Sandra Retzer
sandra.retzer@giz.de