Optimierung der Nutzung von Biomasse

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Erneuerbare Energien: Optimierung der Nutzung von Biomasse
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: China
Politischer Träger: Ministry of Agriculture (MoA)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2013

Ausgangssituation
Groß-Biogasanlagen liegen im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien in China im Ausbau und in der Verbreitung weit zurück. Die chinesische Regierung will bis 2020 rund drei Gigawatt elektrische Leistung mit Groß-Biogasanlagen bereitstellen. Die bisher errichteten Anlagen sind von geringer Qualität und nicht in das Energienetz integriert, so dass sie nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Damit sinkt die Attraktivität, in Biogaserzeugung zu investieren.

Ziel
Die Attraktivität für staatliche und private Investitionen in die Energieerzeugung aus Biomasse ist gestiegen. Der technische Standard und die betriebliche Leistung von mittleren und großen Biogasanlagen sind verbessert.

Vorgehensweise
Das Projekt kooperiert mit einem von der Asian Development Bank (ADB) und vom chinesischen Landwirtschaftsministerium durchgeführten Biogasprogramm. Ziel ist es, Biogasanlagen zur Energiegewinnung nach internationalem Stand der Technik zu errichten. Dazu dienen die technische Beratung der Projekte, Schulungsmaßnahmen und Politikberatung in Kooperation mit der deutschen und chinesischen Biogasindustrie, Ingenieurbüros, Anlagenbetreibern und Forschungseinrichtungen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Training und Beratung der Demonstrationsprojekte und der 118 durch die ADB finanzierten Biogasanlagen haben bei den Projektentwicklern das Bewusstsein geschaffen, dass Biogasanlagen nicht nur eine Rolle bei der umweltgerechten Entsorgung von Abfällen spielen - unter Anwendung entsprechender Geschäftsmodelle und Technologien tragen sie auch zur Verbesserung der Energieversorgung bei. So sehen aktuelle Anlagenplanungen vermehrt die Mitverarbeitung biogener Abfälle aus Agroindustrie und Kommunen in zentralen Biogasanlagen vor. Des Weiteren werden Technologien wie temperaturgeregelte CSTR (complete stirred tank reactors) Fermenter oder Trockenfermentierungsanlagen, Gasmotoren mit hohen Wirkungsgraden und hoher Verfügbarkeit, die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan für Fahrzeugbetrieb und Netzeinspeisung und der Einsatz von Gasfackeln zur Entsorgung von Überschussgas berücksichtigt. Zudem wird mehr Wert auf die Prozessüberwachung, die Sicherheitstechnik und die Verwertung der Rückstände der Fermenter in der Landwirtschaft gelegt. Das Bewusstsein, dass Biogasanlagen auch im Norden Chinas unter kalten klimatischen Bedingungen betrieben werden können und Biomethan als Ersatz für fossile Treibstoffe dienen kann, ist gestiegen.

Studienreisen nach Deutschland haben die deutsche Biogaspolitik und internationale Best Practices der Planung und des Betriebs von Biogasanlagen vermittelt und die chinesischen Entscheidungsträger von dem technischen und politischen Ansatz des Projekts überzeugt. Bei den Demonstrationsprojekten sollen deutsche und internationale Technologie und Anlagenkomponenten eingesetzt werden.

Seitens der Politik wird darüber nachgedacht, anstelle von hohen Investitionssubventionen künftig den Betrieb der Anlagen durch Anreize zur Biomassemitverarbeitung und durch erhöhte Einspeisetarife zu fördern sowie die Schwelle für den Anschluss an das Stromnetz von 500 auf 150 Kilowatt zu senken.

Kontakt

Sandra Retzer
sandra.retzer@giz.de