Indisch-deutsches Trigeneration-Projekt

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Indisch-deutsches Trigeneration-Projekt
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Partner: Bureau of Energy Efficiency (Ministry of Power, Government of India)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2012

Ausgangssituation

Indiens Energieversorgung kann mit dem wirtschaftlichen Wachstum nicht Schritt halten. Das Ergebnis sind anhaltende Stromknappheit und häufige Stromausfälle. Um die Abhängigkeit von Energieimporten im konventionellen Energiesektor zu minimieren, konzentriert sich Indiens Energiepolitik zunehmend auf Strategien zur Förderung der Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien.

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung („trigeneration“) - die gleichzeitige Produktion von mechanischer Energie, Wärme und Kühlung - ist in Indien weitestgehend unbekannt und kaum erprobt. Klimaanlagen sind bei sommerlichen Temperaturen von über 40ºC in den meisten Teilen des Landes für einen erheblichen Teil des Stromverbrauchs verantwortlich. Die derzeitigen Klimatisierungstechnologien basieren weitestgehend auf Kompressionskühlern, die mit Strom aus dem Stromversorgungsnetz betrieben werden. Aufgrund von Verlusten bei der Stromerzeugung und -übertragung erreichen lediglich 25% der Primärenergie aus einem kohlebetriebenen Kraftwerk den Endverbraucher. Im Vergleich dazu erreicht ein System unter Verwendung von Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung im Allgemeinen eine Effizienz von 80%, da die überschüssige Wärme aus der Energieproduktion verwendet werden kann, um den Heiz- und Kühlbedarf der Einrichtung abzudecken. Außerdem entstehen dabei keine Übertragungsverluste. Hierbei entstehen sogar noch weitere Vorteile, da sowohl die dezentralisierte Kraft-Wärme- als auch die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung den Höchstbedarf an Strom senken. Diese Systeme könnten demzufolge ebenfalls den mit hohen Kosten verbundenen Höchstbedarf an Strom senken und die Häufigkeit der Stromausfälle im Land reduzieren, wäre deren Einspeisung ins Stromversorgungsnetz erlaubt.

Zu den vielversprechendsten Bereichen, in denen die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung eingesetzt wird, gehören Krankenhäuser, Hotels, Kaufhäuser, Datenzentren, Industrien usw. Im Allgemeinen wird geschätzt, dass sie wirtschaftlich günstig an mehreren tausend Standorten in Indien in einem Bereich von 200 kWel bis mehreren MWel pro installiertem System eingesetzt werden könnte.

Ziel

Vermehrte Verwendung von auf Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung basierender Klimatechnik, um Indiens Energiedefizit auszugleichen und Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Vorgehensweise

  • Demonstrationsanlage in einem geeigneten Gebäude in Delhi
  • Landesweite Informations- und Werbekampagnen für die Anwendung von „trigeneration“-Technologien.