CAADP: Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Anpassung an den Klimawandel in der Landwirtschaftsförderung in Afrika (CAADP Klima)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union; Sitz: Südafrika
Politischer Träger: Kommission der Afrikanischen Union (AUK)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

1 - CAADP Klima - Namibia

Ausgangssituation

Klimawandel und daraus resultierende Extremwetterereignisse mindern schon heute landwirtschaftliche Produktivität und Ernährungssicherung in vielen afrikanischen Ländern. Nach neueren Prognosen des Weltklimarates der Vereinten Nationen werden die landwirtschaftlichen Erträge in Subsahara-Afrika bis 2050 um 15 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig wird der Kontinent dann etwa 9 Milliarden Menschen ernähren müssen. Angesichts des zunehmenden Bevölkerungswachstums und des steigenden Lebensstandards müsste die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 schätzungsweise um 60 Prozent steigen. Klimaanpassung muss deshalb in den Fokus der landwirtschaftlichen Entwicklung Afrikas gerückt werden.

Das Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP) ist seit 2003 afrikaweit der Handlungsrahmen für landwirtschaftlichen Wandel. Als Initiative der Afrikanischen Union unterstützt CAADP die Mitgliedsländer bei der Steigerung von Investitionen und Produktivität im Landwirtschaftssektor. So werden agrarwirtschaftliche Wachstumsraten von über 6 Prozent angestrebt, um Ernährungssicherung und wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.

Im Zentrum der CAADP-Umsetzung in den Ländern steht die Entwicklung nationaler Agrarinvestitionspläne. Klimaanpassung wurde darin bisher zu wenig aufgenommen und umgesetzt.

Ziel

Die Agenda zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel des Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP) wird erfolgreich umgesetzt. Die Planungs- und Koordinierungsagentur (NPCA) der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) und die Abteilung für ländliche Entwicklung der Kommission der Afrikanischen Union (AUC-DREA) haben die notwendigen Rahmenbedingungen dafür geschaffen.

3 - CAADP Klima - Regenbewässerung

Vorgehensweise

Der technische Arm der Kommission der Afrikanischen Union (AUK), die NEPAD Planungs- und Koordinierungsagentur (NPCA), koordiniert die CAADP-Umsetzung in den afrikanischen Ländern. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ die AUK und NPCA bei ihrem Mandat.

Das Vorhaben arbeitet in vier Modulen:

  1. Politikberatung
  2. Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel
  3. Landwirtschaftliche Berufs- und Weiterbildung
  4. Landwirtschaftliche Berufs- und Weiterbildung für Frauen

Das Klimamodul fördert die Anpassung an den Klimawandel, um zukünftig einen produktiven, klimaresilienten Landwirtschaftssektor in Afrika sicherzustellen. AUK und NPCA werden darin gestärkt, Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union bei der Entwicklung klimafreundlicher nationaler Agrarinvestitionspläne und der Anwendung klimaschonender landwirtschaftlicher Maßnahmen (climate smart agriculture) zu unterstützen. Das Projekt will darüber hinaus CAADP-Institutionen für den Klimawandel sensibilisieren sowie Erfahrungen und Wissen auf dem Kontinent verbreiten.

Im Pariser Klimaabkommen der Vereinten Nationen (2015) haben sich Länder zu national festgelegten Klimaschutzbeiträgen verpflichtet. Sie legen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen verbindlich fest. Gemeinsam mit der NPCA unterstützt das Vorhaben AU-Mitgliedsstaaten dabei, Finanzierungs- und Umsetzungsstrategien zu entwickeln, die zur Erreichung der Klimaziele in der Landwirtschaft beitragen.

2 - CAADP Klima - Burundi

Wirkungen

Mehr als 15 afrikanische Länder haben die Anpassung an den Klimawandel in ihre nationalen Agrarinvestitionspläne aufgenommen und setzen erste klimaschonende Maßnahmen um, beispielsweise Boden- und Wassermanagement, Agroforstwirtschaft und verbessertes Weidemanagement.

Der NEPAD-Klimafonds, mit einem Volumen von 3,6 Millionen Euro, finanziert afrikaweit 22 Projekte mit diesen Schwerpunkten:

Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel

Überprüfung von Landwirtschaftspolitiken und Förderung des Dialogs über Access and Benefits Sharing (ABS), das heißt die gerechte Verteilung von Vorteilen, die weltweit aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen

Die kontinentale Austauschplattform „African Climate Smart Agriculture Alliance“ fördert regelmäßigen Erfahrungs- und Wissensaustausch über Klimawandel und Landwirtschaft.

Das Thema Landwirtschaft hat in den internationalen Klimaverhandlungen gewärtig einen großen Stellenwert. Das Vorhaben nutzt die herrschende Dynamik und unterstützt beispielsweise Landwirtschaftsministerien durch Fortbildungen, damit sie die national festgelegten Klimaschutzbeiträge in der Landwirtschaft umsetzen und so die Klimaziele erreichen können. Zudem werden die Ministerien bei der Entwicklung von Förderanträgen bei internationalen Fonds für klimarelevante Landwirtschaftsprojekte unterstützt und fortgebildet.