Grenzüberschreitender Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen in der SADC-Region

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grenzüberschreitender Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen in der SADC-Region
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Southern African Development Community (SADC): Angola, Botsuana, Demokratische Republik Kongo, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Südafrika, Swasiland, Vereinigte Republik Tansania
Politischer Träger: SADC-Sekretariat
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2018

SDAC. Biodiversität im Chobe National Park, Botsuana im Kavango-Zambezi TFCA. © GIZ

Ausgangssituation

Die SADC-Region im südlichen Afrika ist reich an natürlichen Ressourcen. Über die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Mitgliedsstaaten wird durch Land- und Forstwirtschaft sowie Bergbau erwirtschaftet. Ein Großteil der ländlichen Bevölkerung sichert ihren Lebensunterhalt, indem sie Naturressourcen nutzt.

Die natürlichen Ökosysteme geraten durch die wachsende Bevölkerung, die Ausdehnung landwirtschaftlich genutzter Flächen, wachsenden Energiebedarf, Infrastrukturentwicklung und den Klimawandel zunehmend unter Druck. Die Entwaldungsrate in der SADC-Region ist die höchste in Afrika. Die Wilderei nimmt seit einiger Zeit auch in geschützten Gebieten wieder zu.

Die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) unterstützt die Einrichtung und Entwicklung grenzübergreifender Schutzgebiete (Transfrontier Conservation Areas, TFCA) mit dem Ziel, die Biodiversität zu erhalten.

In Zusammenarbeit mit dem SADC-Sekretariat wurden Richtlinien zu Tourismuskonzessionen und grenzübergreifendem Feuermanagement für TFCA entwickelt. Das Programm unterstützte die Erstellung und Anwendung von Kursmodulen zu integriertem Feuermanagement, Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD), Klimawandelanpassung und grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

Das SADC-TFCA-Online-Netzwerkportal wurde Anfang 2014 in Abstimmung mit den SADC-Mitgliedsstaaten eingerichtet. Inzwischen nutzen über 200 Mitglieder das Portal als fachliche Informations- und Austauschquelle, für Diskussionen etwa über Wilderei, und zur Ankündigung von Veranstaltungen.

Einige TFCA haben begonnen, grenzüberschreitende Verwaltungsgremien einzurichten und erste Aktivitäten umzusetzen.

Ziel

Die Umsetzung von SADC-Protokollen und -Strategien für nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen in grenzübergreifenden Schutzgebieten (TFCA) durch lokale, nationale und regionale Akteure ist verbessert.

SDAC. Diskussion mit einer Gemeinde im Kasungu Distrikt, Sambia (Malawi-Zambia TFCA) zur Planung des GIZ-Projekts. © GIZ

Vorgehensweise

Die GIZ trägt dazu bei, das regionale TFCA-Programm (2013) umzusetzen. Dies geschieht im Kontext des SADC Regional Indicative Strategic Development Plan 2015-2020 (RISDP). Das Programm arbeitet in vier Komponenten:

  1. Unterstützung von grenzübergreifenden Schutzgebieten
    In drei Pilotvorhaben sollen grenzüberschreitende Maßnahmen exemplarisch durchgeführt werden, zu gemeindebasiertem Ressourcenschutz, Tourismusentwicklung, partizipativer Landnutzungsplanung und Schaffung alternativer Einkommensquellen. Erfahrungen aus diesen Pilotmaßnahmen werden dann für SADC-übergreifende Handlungsempfehlungen aufbereitet. Die TFCA Malawi-Zambia Transfrontier Conservation Area, Lubombo Transfrontier Conservation Area (Mosambik, Südafrika, Swasiland) und /Ai/Ais – Richtersveld Transfrontier Park (Südafrika, Namibia) wurden in Abstimmung mit dem SADC-Sekretariat und Vertretern der Mitgliedsstaaten als Pilotregionen ausgewählt.

  2. Verbesserung nationaler Rahmenbedingungen für TFCA
    Das Programm unterstützt den Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren und Entscheidungsträgern, um aus praktischen Erfahrungen und dem Dialog zwischen lokaler, nationaler und regionaler Ebene verbesserte Rahmenbedingungen für TFCA zu erwirken.

  3. Unterstützung des SADC-TFCA-Netzwerks
    Das SADC-TFCA-Netzwerk wird weiter im Netzwerk- und Wissensmanagement unterstützt. Ein Konsortium lokaler und internationaler Consultingfirmen unter Leitung einer deutschen Firma ist dazu von der GIZ beauftragt.

  4. Unterstützung des SADC-Sekretariats
    Das Food, Agriculture and Natural Resources Direktorat (FANR) des SADC-Sekretariats berät Mitgliedsländer bei der Umsetzung der gemeinsam beschlossenen Politik und Strategien. Aufgaben des FANR umfassen unter anderem, Empfehlungen für Entscheidungen an SADC-Gremien weiterzuleiten, mit Monitoring- und Evaluierungssystemen die Entwicklung der TFCA zu beobachten und dazu zu berichten.

© GIZ

Die GIZ unterstützt FANR bei der Wahrnehmung dieser Aufgaben, beispielsweise auch mit dem Ziel, Strategieentwicklungs-, Vernetzungs-, Monitoring- und Verhandlungskompetenzen des Personals des SADC-Sekretariats zu stärken. Das TFCA-Netzwerk liefert zunehmend inhaltliche Beiträge dafür.

Downloads

Transboundary Use and Protection of Natural Resources in the SADC-Region (GIZ 2015) Climate Change Adaptation Training for SADC Transfrontier Conservation Areas (GIZ 2015) SADC - Transboundary Protection and Use of Natural Resources (GIZ 2013) SADC TFCAs – Transfrontier Conservation Areas in the Southern African Development Community (GIZ 2015) The SADC TFCA NETWORK - Enhancing communication and learning for the development of SADC TFCAs (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Ai/Ais - Richtersveld, South Africa, Namibia (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Chimanimani, Mozambique, Zimbabwe (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Great Limpopo, Mozambique, South Africa, Zimbabwe (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Greater Mapungubwe, Botswana, South Africa, Zimbabwe (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Iona-Skeleton Coast, Angola, Namibia (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Kagera, Tanzania, Rwanda (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - KAZA: Kavango-Zambezi, Angola, Botswana, Namibia, Zambia, Zimbabwe (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Kgalagadi, Botswana (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Liuwa Plains-Mussuma, Angola, Zambia (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Lower Zambezi - Mana Pools, Zambia, Zimbabwe (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Lubombo, Mozambique, South Africa, Swaziland (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Maiombe Forest Transfrontier, Angola, Republic of Congo, Democratic Republic of Congo (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - MDTFCA / MDTP: Maloti Drakensberg Transfrontier Conservation and Development Area, Lesotho (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Nyika, Malawi Zambia (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Mnazi Bay-Quirimbas, Mozambique, Tanzania (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - Niassa-Selous, Mozambique, Tanzania (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area - WIO TFMP: Western Indian Ocean Transfrontier Marine Park (GIZ 2015) Transfrontier Conservation Area ZIMOZA: Zimbabwe-Mozambique-Zambia (GIZ 2015)