Förderung der Baumwollwirtschaft in Subsahara-Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Baumwollwirtschaft in Subsahara-Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); Bill and Melinda Gates Foundation (BMGF)
Land: Afrika; Subsahara-Region
Politischer Träger: African Cotton & Textile Industries Federation (ACTIF)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2016

Ausgangssituation

Die wirtschaftliche Entwicklung vieler afrikanischer Staaten hängt von einer leistungsfähigen Landwirtschaft ab. Baumwolle kann dabei eine Schlüsselrolle spielen. Aus unterschiedlichen Gründen ist die afrikanische Baumwollwirtschaft jedoch wenig produktiv und oftmals ineffizient.

Der Baumwollanbau in Subsahara-Afrika erfolgt häufig in entlegenen und benachteiligten Regionen und in kleinbäuerlichen Strukturen, die über Vertragsanbau in die Wertschöpfungsketten eingebunden sind. Fehlende Kenntnisse über Methoden nachhaltiger Baumwollproduktion, fehlender Zugang zu Dienstleistungen, eine schlechte Anbindung an die internationalen Märkte und ungünstige politische Rahmenbedingungen beeinträchtigen den Beitrag des Baumwollsektors zur wirtschaftlichen Entwicklung und Armutsbekämpfung in der Region.

Ziel

Die Baumwollwirtschaft in Subsahara-Afrika ist nachhaltig gestärkt. Die Lebensverhältnisse von 680.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern haben sich in finanzieller, gesundheitlicher und ökologischer Hinsicht verbessert. Frauen im Baumwollanbau erfahren mehr Gleichberechtigung. Eine Nachfrageallianz aus Textilunternehmen für verifiziert nachhaltige Baumwolle gemäß den Standards von „Cotton made in Africa“ (CmiA) ist aufgebaut. 40 Prozent der von der „Competitive African Cotton Initiative“ (COMPACI) unterstützten Bäuerinnen und Bauern sind gemäß der CmiA-Standards verifiziert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt 680.000 Bäuerinnen und Bauern in Benin, Côte d’Ivoire, Kamerun, Malawi, Mosambik, Sambia, Uganda und Tansania und fördert ihre Integration in eine funktionsfähige Baumwollwirtschaft. Zielgruppen sind Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in oft entlegenen und strukturschwachen Regionen. In Schulungen zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken lernen sie, die Produktivität ihrer Kleinbetriebe zu erhöhen und ihr Einkommen aus der Landwirtschaft zu steigern. Das Vorhaben ist in drei Arbeitsfeldern tätig: Es stärkt Fachwissen und Kenntnisse auf bäuerlicher Ebene, es stärkt ländliche Dienstleistungen und es unterstützt abgestimmte Agrarpolitiken und Förderstrategien.

Kooperationspartner sind private Baumwollunternehmen, die mit den Bäuerinnen und Bauern in Vertragsanbau Baumwolle produzieren. Das Projekt ist Bestandteil der „Competitive African Cotton Initiative“ (COMPACI II), die von der Bill & Melinda Gates Foundation, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, der Aid by Trade Foundation, Walmart und der Gatsby Foundation unterstützt wird.

Die nachhaltig produzierte Baumwolle wird nach den Kriterien des Nachhaltigkeitsstandards CmiA („Cotton made in Africa)“ verifiziert. Eine von der Aid by Trade Foundation aufgebaute Nachfrageallianz aus Textilunternehmen integriert die CmiA-verifizierte Baumwolle in ihre internationalen Wertschöpfungsketten. Um Produkte mit dem CmiA-Qualitätslabel auszeichnen zu dürfen, zahlen die Textilunternehmen eine Lizenzgebühr an die Stiftung. Einnahmen aus Lizenzgebühren werden in den afrikanischen Projektregionen reinvestiert – für die Verifizierung des CmiA-Standards, agrarwirtschaftliche oder betriebswirtschaftliche Schulungen sowie Frauenförderprogramme und Schulprojekte.

Das Vorhaben sensibilisiert die Partner für die spezifische wirtschaftliche Situation von Frauen und entwickelt entsprechende gendersensible Instrumente. Durch betriebswirtschaftliche Kurse für Kleinbauern, sogenannte Farmer Business Schools, stärkt das Vorhaben das unternehmerische Handeln und versetzt die Teilnehmer in die Lage, unternehmerisch zu planen und zu agieren – sowohl bei den landwirtschaftlichen Tätigkeiten als auch im Familienleben und Sozialleben.

Wirkung

Bäuerinnen und Bauern, die im Rahmen der COMPACI-Initiative unterstützt wurden, konnten ihre Produktivität um 10 bis 40 Prozent und ihr Einkommen aus dem Baumwollanbau um 30 bis 40 Prozent steigern. Mehr als 740.000 Bäuerinnen und Bauern sind nach den CmiA-Kriterien verifiziert. In Benin, Côte d’Ivoire, Kamerun, Malawi, Mosambik, Sambia, Uganda und Tansania haben insgesamt mehr als 388.000 Bäuerinnen und Bauern an landwirtschaftlichen Schulungen teilgenommen. Mehr als 333.000 Bäuerinnen und Bauern wurden in der Anwendung und Lagerung von Pestiziden geschult, 190.000 Produzenten erhielten Schulungen zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. 58.000 Bäuerinnen und Bauern haben eine Farmer Business School besucht. Im Rahmen von COMPACI haben sich mehr als 26.000 Kleinbäuerinnen zu regionalen Frauengruppen zusammengeschlossen.