Erneuerbare Energien in Südostasien (ASEAN-RESP)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung erneuerbarer Energien in der ASEAN-Region
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: ASEAN-Mitgliedsländer
Politischer Träger: ASEAN Center for Energy (ACE)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

Indonesien. Wasserkraftanlage. 2009 © GIZ

Ausgangssituation

Die Wirtschaft der ASEAN-Mitgliedstaaten entwickelt sich rasant. Es besteht ein enormer Bedarf an umweltfreundlichen, energieeffizienten Lösungen für ein nachhaltiges Wachstum. Die erneuerbaren Energien zählen deshalb zu den besonderen Wachstumssektoren der Region. Insgesamt sind die ASEAN-Mitgliedsstaaten bemüht, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Energieversorgung zu gewährleisten.

Mit dem ASEAN-Aktionsplan Energie 2016–2025 verfolgt die ASEAN-Gemeinschaft das Ziel, die Nut-zung erneuerbarer Energien in der Region deutlich zu erhöhen. Die unterschiedlichen Ausgangslagen in den einzelnen Ländern in Bezug auf die natürlichen Bedingungen wie Solar, Wind, Wasser, Biomas-se und Geothermie sowie die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen machen eine ein-heitliche Energiepolitik und -strategie für erneuerbare Energien schwierig.

Ziel

Die relevanten Akteure in der ASEAN-Region, wie Ministerien, Energieversorger, Privatsektor, nutzen den regionalen fachlichen und politischen Austausch zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien.

Vorgehensweise

Das Vorhaben hat das Ziel, die Zusammenarbeit innerhalb der ASEAN-Region und die nationalen Pro-zesse in den zehn Mitgliedstaaten zu unterstuetzen. Dazu stellt es Fachexpertise bereit, um die natio-nalen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien kritisch zu reflektieren und Ansatzpunkte für deren Verbesserung zu entwickeln.

Das Vorhaben fördert den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den ASEAN-Mitgliedsländern und bringt internationale Erfahrungen ein. Methodisch wird hierbei auf Dialog-, Kommunikations- und Lerninstrumente zurückgegriffen. Zentral ist dabei die enge Verzahnung von diesen regionalen Maß-nahmen mit weiteren Projekten der technischen Zusammenarbeit in den Mitgliedsstaaten - wie etwa in Indonesien, auf den Philippinen, in Thailand und Vietnam.

Erfahrungen und nachahmenswerte Abläufe aus den einzelnen Mitgliedsländern werden aufgegriffen, analysiert und auf regionaler Ebene diskutiert. Der Beratungsbedarf der einzelnen Länder wird identifiziert und vom Vorhaben aufgenommen. Hintergrundpapiere werden erarbeitet, Workshops durchgeführt und erstellte Produkte, wie Leitfäden, unter anderem über die Informationsplattformen des Vorhabens Fach- und Führungskräften aus der Region zur Verfügung gestellt.

Auf der Grundlage des regionalen Dialogs werden den politischen ASEAN-Gremien wie Staatssekretärs- und Ministertreffen, Empfehlungen zu neuen Förderrichtlinien, technischen Standards oder zur Preisgestaltung zur Diskussion vorgelegt.

Das Folgevorhaben „ASEAN-Deutsches Energieprogramm“ schliesst im Januar 2017 an das Vorgän-gerprojekt „Förderung Erneuerbarer Energien in der ASEAN Region“ an und umfasst neben Erneuerbaren Energien auch das Thema Energieeffizienz.

Wirkungen

Als neues Instrument der regionalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien wur-den Fokusgruppen eingeführt, in denen auch Vertreter der Zivilgesellschaft und des Privatsektors am regionalen Entscheidungsprozess teilnehmen. Durch die Einbindung dieser Akteure ist gewährleistet, dass ihre Expertise und ihre Erfahrungen bei der Entwicklung von regionalen Empfehlungen Berück-sichtigung finden.

Für Banken und Investoren wurde eine Handreichung zur Bewertung technischer Risiken von Solarpro-jekten entwickelt und verbreitet. Mitarbeiter von lokalen Banken und anderen Finanzierern sind nun in der Lage, die technischen Risiken von Projektvorschlägen fundiert zu beurteilen. Der Finanzsektor kann so zunehmend Vertrauen in Investitionen in Solarprojekte fassen und mittelfristig sein Engage-ment in dem Sektor erhöhen.

Mit den ASEAN Renewable Energy Guidelines hat das Vorhaben einen innovativen Ansatz für eine bessere Umsetzung von Fördermechanismen zu erneuerbaren Energien entwickelt. Die Richtlinien erfassen systematisch die administrativen Prozesse zur Realisierung von Erneuerbare Energie-Projekten in den ASEAN-Mitgliedsstaaten und stellen sie transparent und nutzerfreundlich dar. Bislang wurden entsprechende Richtlinien für Bioenergie-Projekte in Indonesien und Solarprojekte auf den Philippinen und Malaysien erstellt und als offizielle Referenz von der jeweiligen Regierung verabschie-det. Die Guidelines wurden auch auf dem ASEAN Energy Business Forum 2016 in Nay Pyi Taw, My-anmar, vorgestellt. Aufbauend auf den Guidelines wurden regionale Empfehlungen für Genehmigungsverfahren für Erneuerbare Energien Projekte erstellt.

Ein Online-Portal bietet umfangreiche und aktuelle Informationen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in den ASEAN-Mitgliedstaaten, zum Beispiel eine umfangreiche Sammlung von Publikationen und ein Branchenverzeichnis von Unternehmen mit Technologie- oder Serviceportfolio im Bereich der erneuerbaren Energien. Mit bis zu 1200 Nutzern monatlich hat sich das Portal als wichtige Informati-onsquelle etabliert.

Es entstanden Factsheets, die gute Erfahrungen präsentieren, beispielsweise zu Einspeisevergütungen in den Philippinen.

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