Anpassung an den Klimawandel in ländlichen Gebieten Indiens (CCA-RAI)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Anpassung an den Klimawandel in ländlichen Gebieten Indiens (CCA RAI)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministry of Environment, Forests and Climate Change (MoEFCC), Government of India
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2014

Indien. Integrierte Fischzucht in Mangrovengebieten Tamil Nadus © GIZ

Ausgangssituation
Der Klimawandel kann sich auf natürliche Ressourcen, Wirtschaft, Ernährungssicherung, Gesundheit und Infrastruktur dramatisch auswirken. Indien ist eines der am stärksten betroffenen Länder. Die Bedrohung ist überall dort besonders groß, wo das Leben der Menschen stark von natürlichen Ressourcen abhängt. In diesen gefährdeten Gebieten sind Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel von zentraler Bedeutung, um ländliche Existenzgrundlagen zu schützen und eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen.

Die indische Regierung startete 2008 den ersten Nationalen Aktionsplan zum Klimawandel. Mit einer fortschrittlichen Institutionenlandschaft ist Indien auf die Vielschichtigkeit des Klimawandels nun besser vorbereitet. Zahlreiche Institutionen haben zu diesem Thema bereits relevantes Wissen entwickelt. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, einen sektorübergreifenden integrierten Ansatz zu entwickeln.

Ziel
Zentrale und bundesstaatliche Regierungen Indiens integrieren Anpassung an den Klimawandel in sektorale politische Entscheidungen und Programme zur ländlichen Entwicklung, um Risiken durch Klimaschwankungen und den Klimawandel zu reduzieren.

Vorgehensweise
Um Indiens unterschiedliche landwirtschaftliche und klimatische Zonen zu erfassen, hat das Vorhaben die Bundesstaaten Madhya Pradesh, Rajasthan, Tamil Nadu und Westbengalen als Projektstandorte ausgewählt. Das Vorhaben arbeitete auf nationaler, staatlicher und lokaler Ebene, förderte die Integrierung der Anpassung an den Klimawandel in die Entwicklungsplanung und in politische Entscheidungen und setzte praktische Maßnahmen auf Gemeindeebene um.

Wirkungen

Studien zu Verwundbarkeit und Risiken auf bundesstaatlicher Ebene
Obwohl verschiedene Methoden zur Bewertung von Verwundbarkeit und Risiken durch den Klimawandel bereits vorhanden sind, gibt es eine Lücke zwischen globalen Szenarien und lokalen Risikobewertungen. Das Vorhaben entwickelte einen strukturierten Ansatz zur Beurteilung von Verwundbarkeiten und Risiken im Kontext des Klimawandels für Entscheidungsträger und Fachleute und unterstützte die Partnerstaaten bei der Durchführung solcher Bewertungen. Aufgrund der Expertenbeiträge relevanter Akteure sind diese Studien eine solide Grundlage für Politikformulierung, Entscheidungsfindung und Überwachung der Anpassung.

Entwicklung und Erprobung von Anpassungsmaßnahmen
In Zusammenarbeit mit einer Reihe von gemeinnützigen Organisationen, Forschungsinstituten und Universitäten hat das Vorhaben in neun Projekten mehrere Maßnahmen entwickelt und demonstriert, die sich mit Auswirkungen von Klimaschwankungen und Klimawandel befassen. Zielgruppen in allen Projekten waren die Armen in ländlichen Gebieten, die durch den Klimawandel am stärksten betroffen sind und deren Existenz von natürlichen Ressourcen abhängt. Als Ergebnis aller neun Anpassungsprojekte haben sich die sozioökonomischen Bedingungen und Umweltdienstleistungen verbessert, was zu einer verbesserten Anpassungsfähigkeit der Gemeinden führte.

Prüfung der Klimaverträglichkeit öffentlicher Investitionen und Programme zur ländlichen Entwicklung
Politikplaner benötigen Auswertungen der Programme des öffentlichen Sektors im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit angesichts des Klimawandels. Um ihnen zu helfen, unterstützte das Vorhaben die Einführung eines Instruments zur Klimaverträglichkeitsprüfung. Es analysiert, ob der Erfolg bestimmter öffentlicher Programme durch den Klimawandel bedroht ist und wie die geplanten Maßnahmen angepasst werden können. In diesem Zusammenhang wertete das Vorhaben das Entwicklungsprogramm für Wassereinzugsgebiete der wichtigsten Entwicklungsbank Indiens aus – Nationalbank für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (NABARD) – sowie das Programm der Forstbehörde zur gemeinsamen Waldbewirtschaftung.

Entwicklung von Kompetenzen
Um die Kompetenzen politischer Entscheidungsträger und Fachleute zu stärken, führte das Vorhaben Trainings zur Integration der Anpassung an den Klimawandel in die Entwicklungsplanung auf mehreren Ebenen durch. Jede Schulung wurde in Inhalt und Form an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe angepasst. In fünf Jahren hat das Projekt ein Team erfahrener Trainerinnen und Trainer auf nationaler und regionaler Ebene gebildet und die Kompetenzen zahlreicher Fachleute, Entscheidungsträger und Förderorganisationen aufgebaut.

Bundesstaatliche Klimaaktionspläne
Die bundesstaatlichen Klimaaktionspläne (State Action Plans on Climate Change, SAPCC) sollen Indiens Umweltpolitik unterstützen, Fragen des Klimaschutzes in Politiken, Pläne und Programme integrieren und dabei helfen, Anpassungskompetenzen auf lokaler Ebene aufzubauen. Das Umweltministerium (MoEFCC) forderte alle indischen Bundesstaaten auf, ihre Aktionspläne im Einklang mit den Zielen des Nationalen Aktionsplans zum Klimawandel zu entwickeln. Das Vorhaben unterstützte die Entwicklung von SAPCCs in 16 Bundesstaaten und zwei Unionsterritorien, 11 sind vom Umweltministerium bereits gebilligt worden.

Das Vorhaben wird ab April 2015 im Rahmen des „Deutsch-indischen Programms Umweltpolitik im ländlichen Raum“ fortgesetzt.

Indien. Increased the preparedness to cyclones and floods in West Bengal © GIZ

Kontakt

Uwe Scholz
uwe.scholz@giz.de