Management natürlicher Ressourcen

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Management natürlicher Ressourcen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: National Bank for Agriculture and Rural Partner Development (NABARD)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2015

Ausgangssituation

Obwohl die indische Wirtschaft rasch wächst, leben noch immer fast 354 Millionen von 1,2 Milliarden Inderinnen und Indern von weniger als einem Dollar pro Tag. 78 Prozent von ihnen leben im ländlichen Raum und sind von natürlichen Ressourcen und Landwirtschaft abhängig.

Der Nationalen Umweltstrategie der indischen Regierung zufolge ist Umweltzerstörung eine der Hauptursachen anhaltender und wachsender Armut, vor allem im ländlichen Raum. Um dieses Problem zu lösen, benötigt die indische Regierung nach eigenen Angaben bis 2022 jährlich mehr als 11 Milliarden Euro für Investitionen in natürliche Ressourcen. Tatsächlich investiert sie derzeit nur 1 Milliarde Euro pro Jahr, größtenteils öffentliche Zuschüsse. Diese allein reichen jedoch nicht, um unternehmerische Aktivitäten im ländlichen Raum anzustoßen, Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen oder lokale Gemeinschaften dafür zu gewinnen, selbst aktiv zu werden. Eine tragfähigere Lösung ist, mit Darlehen und privaten Investitionen öffentliche Gelder zu mobilisieren, um Investitionen im ländlichen Raum zu erhöhen.

Ziel

Geschäftsmodelle für den ländlichen Raum sind etabliert, um die Armut zu reduzieren, indem sie Einkommen aus der Landwirtschaft steigern und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten schaffen, sowie landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten und Umwelt- und Ressourcenschutz stärken.

Vorgehensweise

Die nationale Bank für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (NABARD), die KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH setzen gemeinsam das Schirmprogramm „Management natürlicher Ressourcen“ (UPNRM) um. Ziel ist es, durch Förderung armutsorientierter privater Investitionen ökologisch nachhaltiges Wachstum zu stärken. Dazu geht das Programm neue Wege: weg von der Zuschuss- hin zu einer Darlehensfinanzierung – was einem Paradigmenwechsel entspricht. So steigen das Volumen und die Zahl der Nutznießer von Investitionen im ländlichen Raum und aus tragfähigen Geschäftsmodellen erwachsen Einkommensmöglichkeiten, die eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen befördern. Die Programmstrategie ruht auf zwei Säulen:

  1. Darlehen gekoppelt mit Stärkung der Kapazitäten
    Im Rahmen des Programms werden neue, auf Darlehen beruhende Finanzprodukte entwickelt, die Darlehen mit Zuschüssen in geringer Höhe kombinieren. Diese sind auf den Bedarf zugeschnitten und unterstützen Projekte unter Beteiligung der Dorfgemeinschaften und zugunsten der Armen. NABARD vergibt Darlehen an nichtstaatliche Organisationen, Erzeugergemeinschaften, Kooperativen und Banken. Darlehen sind, anders als Zuschüsse, mit einer Investitionsrendite verknüpft. Darlehen und geeignete Geschäftspläne müssen Einkünfte für die Projektbeteiligten erwirtschaften und darüber hinaus auch die Rückzahlung der Mittel und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sicherstellen.
    Mit einem Anteil von nur etwa sechs Prozent der Gesamtinvestition dient der Zuschuss primär der Finanzierung von Maßnahmen zur Stärkung der Kompetenzen von Projektbeteiligten und Durchführungsorganisationen. Das Programm fördert Einkommen schaffende Maßnahmen, indem es die Rentabilität auf Darlehen beruhender Ansätze bei nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen demonstriert.

  2. Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft
    Um nachhaltige Privatinvestitionen zu mobilisieren, lotet UPNRM neue Synergien zwischen öffentlichem und privatem Sektor, Unternehmen und Zivilgesellschaft aus.
    In Indien ist das Konzept öffentlich-privater Partnerschaften am weitesten im Bereich sehr großer Infrastruktur-Investitionsprogramme verbreitet. Die Anwendung dieses Ansatzes auf bäuerliche Gemeinschaften im ländlichen Raum ist neu und keine leichte Aufgabe. UPNRM erarbeitet und erprobt Partnerschaftsformen, die verschiedene Akteure mit ihren jeweils spezifischen Interessen zusammenführt. Auch der Gedanke, Geschäftemachen mit Nachhaltigkeit zu vereinbaren, ist neu. Zu den Partnern zählen landwirtschaftliche Erzeugergemeinschaften, die Privatwirtschaft, nichtstaatliche und lokale Organisationen und öffentliche Einrichtungen. Solche Partnerschaften ermöglichen es, ländliche Produzenten an die allgemeine Wertschöpfungskette anzubinden, ländliche Infrastruktur wie Wasseraufbereitungsanlagen zu verbessern und marktorientierte Dienstleistungen für die ländliche Bevölkerung zu erbringen.

Wirkung

Bis Januar 2015 förderte NABARD mehr als 250 Projekte mit Investitionen in Höhe von insgesamt 61 Millionen Euro in 21 Bundesstaaten und einem Unionsterritorium. Lediglich sechs Prozent der Mittel sind Zuschüsse für die Stärkung der Kompetenzen. Seit Beginn des Programms 2007 ist sein Portfolio schnell gewachsen. So gelang es, Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, von der mehr als 300.000 arme, auf dem Land lebende Menschen in Indien profitierten.

Kürzlich hat NABARD eine strategische Kooperation zwischen UPNRM und Geschäftsbanken initiiert, um die weitere Ausbreitung des Darlehensansatzes zu unterstützen. Die Vision ist, pro Dorf ein darlehensgefördertes Projekt anzustoßen. Angesichts der Größe Indiens wären das 600.000 mit Darlehen geförderte Projekte.