Herstellung von Raumklimageräten mit Kohlenwasserstoff als Ersatz für halogenierte Kältemittel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Herstellung von Raumklimageräten mit Kohlenwasserstoff als Ersatz für halogenierte Kältemittel in China
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Politischer Träger: Ministry of Environmental Protection (MEP), Foreign Economic Cooperation Office (FECO)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2013

Ausgangssituation
Fluorierte Kältemittel (F-Gase, H-FCKW) in Klimageräten tragen in hohem Maße zu Treibhausgas-Emissionen bei. In China werden jährlich etwa 260 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr in Klimaanlagen eingefüllt. Sie sind eine Hauptemissionsquelle von H-FCKW. China hat sich, gemäß der Auflagen des Montrealer Protokolls, zum schrittweisen Verzicht auf H-FCKW verpflichtet. Eine innovative Alternative zu fluorierten Kältemitteln bieten Kohlenwasserstoffgase wie zum Beispiel Propan (technische Bezeichnung R-290). Durch das Projekt ergibt sich eine strategische Chance, die extreme Klimabelastung durch die fluorierten Kältemittel nachhaltig zu mindern.

Ziel
Ein chinesischer Hersteller setzt in einer Produktionslinie von Raumklimageräten das natürliche Kohlenwasserstoff-Gas Propan als Kältemittel ein. Die Erfahrungen stehen anderen Unternehmen der Branche zur Verfügung und unterstützen die weltweite Verbreitung der Technologie.

Vorgehensweise
Das Demonstrationsprojekt dient dazu, eine Produktionslinie für Raumklimageräte modellhaft mit umweltfreundlichen Kohlenwasserstoffen zu betreiben und die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Markteinführung der klimafreundlichen Modelle zu erarbeiten. Diese werden an die europäischen Sicherheits- und Energieeffizienzkriterien für Kohlenwasserstoff-Technologie angepasst.
Um die verantwortungsvolle Wartung der Geräte und den sicheren Umgang mit brennbaren Kältemitteln zu gewährleisten, erhalten Produktions- und Servicetechniker Trainings. Dazu werden Lehr- und Informationsmaterialien für Techniker zur Wartung von Klimageräten mit Kohlenwasserstoff-Technologie erstellt. So sinkt die Gefahr von Unfällen mit den noch ungewohnten, brennbaren Kohlenwasserstoff-Kältemitteln.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Die Produktionsanlage für Klimageräte wurde bei der Firma GREE installiert und vom TÜV-Süd abgenommen. Prototypen mit Kohlenwasserstoff-Kältemittel (Propan, R-290) sind entwickelt und CE- und VDE-zertifiziert (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.). Bei mehreren Vertragsstaatenkonferenzen des Montrealer Protokolls wurde das Projekt einem internationalen Publikum vorgestellt. GREE-Techniker waren auf Schulungen zur sicheren Gerätewartung in Deutschland. Ein Service-Handbuch für Techniker liegt vor. Im Juli 2011 hat Vizeminister Li Guanjie vom chinesischen Ministerium für Umweltschutz die Produktionsanlage bei GREE in einem feierlichen Festakt offiziell abgenommen.

Weitere chinesische Hersteller haben starkes Interesse an der Technologie gezeigt. Im Rahmen einer Aufstockung des Projektes haben sich die Firmen Haier und TCL mit modernen Einfüllstationen für das brennbare Kältemittel nach europäischem Sicherheitsstandard ausstatten lassen. Mit dieser Maßnahme soll Konkurrenz unter den Herstellern erzeugt und der sich mittelfristig entwickelnde Markt besser bedient werden.

Die Regierung der Malediven will zur Erfüllung ihrer Klimaschutzziele nach dem Montrealer Protokoll alle Klimageräte auf ozon- und klimafreundliche Modelle umstellen. Zum Start dieses Programms hat GREE rund 100 Geräte installiert, die bei einem Netzwerktreffen des United Nations Environment Programme (UNEP) im April 2011 den teilnehmenden Ozon-Beauftragten aus Asien vorgestellt wurden.

Das chinesische und britische Fernsehen haben über die umweltfreundlichen Kohlenwasserstoff-Klimageräte bei GREE berichtet. Ein weiteres Demonstrationsprojekt hat die United Nations Industrial Development Organisation (UNIDO) für die Firma Midea beim Montrealer Protokoll genehmigen lassen.

Unter dem Montrealer Protokoll wurde China ein Umstellungsplan für 18 Produktlinien aus dem Klimagerätesektor genehmigt. China bekommt einen Zuschuss von 75 Millionen US-Dollar für die Verwendung von R-290. Ohne das Demonstrationsprojekt mit der Firma GREE wäre die weitreichende Entscheidung nicht zustande gekommen.

Bisher konnten die Geräte noch nicht in China vermarktet werden, da zunächst ein Sicherheitsstandard eingeführt werden musste. Dieser entstand unter Beteiligung von Klimageräteherstellern sowie dem Industrieverband Chinese Household Electrical Appliances Association (CHEAA). Den Rahmen dafür bot ein Projekt zur „Unterstützung der chinesischen Regierung bei der Regelung, Normierung und Einführung von Standards zur Nutzung von natürlichen Kältemitteln in Kälte- und Klimaanlagen“, das die GIZ im Auftrag des Bundesumweltministeriums durchführt. Der Sicherheitsstandard trat im Mai 2013 in Kraft. Die Hersteller müssen ihre Produktionsanlagen und Geräte jetzt von der chinesischen Qualitätskontrollstelle CQC zertifizieren lassen.

Kontakt

Volkmar Hasse
volkmar.hasse@giz.de