Energieeffizienz und klimafreundliche Entwicklung in einer Provinz (Jiangsu) und in ausgewählten Städten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energieeffizienz in einer „Low Carbon“ Provinz (Jiangsu) und in „Low Carbon“ Städten
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Politischer Partner: National Development and Reform Commission (NDRC)
Durchführungspartner: Jiangsu Development and Reform Commission (JDRC)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2015

Ausgangssituation
Die Förderung der Energieeffizienz ist ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Energie- und Klimapolitik. Die Zentralregierung hat sich im 12. Fünfjahresplan das Ziel gesetzt, bis 2015 den Energieverbrauch je Einheit Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu 2010 um 16 Prozent zu senken und die Treibhausgas-Emissionen um 17 Prozent zu reduzieren. Darüber hinaus will China bis 2020 eine Treibhausgas-Emissionsminderung von 40 bis 45 Prozent erzielen. Dabei spielen energieintensive Industrien und der Gebäudesektor in Jiangsu eine besonders wichtige Rolle, da die Provinz von Schwerindustrie geprägt ist und die urbane Wohnfläche besonders stark wächst (zweitgrößter Zuwachs im Vergleich zu anderen chinesischen Provinzen).

Ziel
Die wirtschaftliche Entwicklung der Provinz Jiangsu ist klimafreundlich. Die Jiangsu Development and Reform Commission (JDRC) erreicht ihr im 12. Fünfjahresplan festgeschriebenes Ziel, die Treibhausgas-Emissionen bis 2015 um 19 Prozent je Einheit Bruttoinlandsprodukt zu senken und die Energieeffizienz zu steigern. Die Kapazitäten zur Entwicklung und Umsetzung von „Low Carbon Development“-Strategien im Industrie- und Gebäudesektor sind gestärkt.

Vorgehensweise
Das Projekt unterstützt die Minderung der Treibhausgas-Emissionen, indem es Konzepte und Praktiken zum Low Carbon Development identifiziert und verbreitet. Die wichtigsten chinesischen Partner sind die National Development and Reform Commission (NDRC) und die Jiangsu Development Reform Commission (JDRC). Das Projekt arbeitet im Einvernehmen mit der Provinzregierung mit Städten, Industriesektoren, Einzelunternehmen sowie mit lokalen Regierungsstellen, Industrieverbänden und dem Management von Unternehmen zusammen.

Die für die Durchführung wichtigen Unternehmen sind von deutscher Seite die Handelskammern in Beijing und Shanghai, Econet Shanghai sowie deutsche Unternehmen in der Region, darunter Siemens, BASF, Bayer Material Sciences sowie mittelständische Unternehmen aus dem Sektor Gebäudeenergieeffizienz. Auf chinesischer Seite sind Organisationen und Institute, zum Beispiel die Development and Reform Commissions (DRCs) von Städten und Gemeinden, die Nanjing Universität, verschiedene Industrieparks und der Industriesektor Chemie sowie mehrere Unternehmen einbezogen. Im Herbst 2011 wurden 24 sogenannte Pilots, bestehend aus vier Städten und Gemeinden, zehn Industrieparks und zehn Industrieunternehmen für Pilotaktivitäten des Projektes identifiziert. In der ersten Hälfte 2012 wurde die Zahl der teilnehmenden Städte in der Provinz Jiangsu auf 13 erhöht.

Bis Mitte 2013 sind in 23 von lokalen Institutionen durchgeführten Studien die aktuelle Situation und der zukünftige Bedarf zur Low-Carbon-Entwicklung in Jiangsu erfasst worden. In diesem Rahmen hat die amerikanische Nichtregierungsorganisation Institute for Sustainable Communities (ISC) in Shanghai einen Leitfaden zur Einrichtung von Low-Carbon-Entwicklungszonen erarbeitet. Die Erkenntnisse aus den Studien dienen der JDRC und dem Projekt als Grundlage für weitere Planungen und deren Umsetzung.

Curricula für Fortbildungsmaßnahmen hat das Projekt in Zusammenarbeit mit der Beijing Normal Universität, Econet Shanghai und zahlreichen lokalen und internationalen Experten, Instituten und Unternehmen entwickelt.

Wirkung - Was bisher erreicht wurde
Bis Mitte 2013 haben Politiker, Verwaltungsdirektoren und Industriemanager auf Basis der entwickelten Curricula 15 Seminare, Workshops und Trainings besucht, um mehr über breitenwirksame Low-Carbon-Konzepte und -Technologien zu erfahren. Sie informierten sich über Konzepte, Methoden und Handlungsvorschläge für Gebäudeenergieeffizienz, Industrieverbundsysteme, Kohlenstoffhandelssysteme.

Im November 2012 fand eine Studienreise nach Deutschland mit 29 Teilnehmern aus den Pilotgemeinden statt.Dabei haben die Teilnehmer deutsche Erfahrungen und erfolgreiche Praktiken in Gebäude- und Industrie-Energieeffizienz kennengelernt. Mitte 2013 befinden sich zwei der vorgestellten Ansätze in der Umsetzung: ein energieeffizientes Blockheizkraftwerk der Firma MTU für den Taizhou Medical Industrial Park und das Car-to-Go-Konzept von Mercedes Benz in der Stadt Huai’an. Außerdem wurden auf der Studienreise städtische und regionale Planungsmethoden vermittelt.

Die Anwendbarkeit der Konzepte und Technologien in China hat das Projekt durch Demonstrationsobjekte nachgewiesen. Beispiele dafür sind die Passiv- und Niedrigenergiegebäude in der Hi-Tech Development Zone im Bezirk Wujin der Stadt Changzhou, die Low-Carbon-Maßnahmen der Bekleidungsfirma Jiangsu Liberty Clothing Co. Ltd. und der Taizhou Medical Industry Park als lokales Beispiel eines Industrieverbundsystems.

Kontakt

Volkmar Hasse
volkmar.hasse@giz.de