Schutz und nachhaltige Nutzung von Biodiversität

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltige Nutzung von Biodiversität
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jemen
Politischer Träger: Ministerium für Wasser und Umwelt in Jemen
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2016

Ausgangssituation

Bedingt durch weit verbreitete Armut und rapides Bevölkerungswachstum erhöht sich der Druck auf die natürlichen Ressourcen des Jemen; die langfristige Degradation der Lebensgrundlagen, besonders der ländlichen Bevölkerung, wird beschleunigt. Obwohl mit internationaler Unterstützung mehrere wichtige Strategien und Programme für den Bereich Biodiversität entwickelt wurden, ist deren Umsetzung bislang nur in Ansätzen erkennbar. Bisher existieren erst wenige Beispiele für eine positive wirtschaftliche Entwicklung durch Biodiversitätserhalt.

Ziel

Die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen trägt zunehmend zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung und zum Erhalt der Biodiversität bei.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Erarbeitung, Erprobung und Weiterentwicklung von Ko-Management-Ansätzen auf lokaler Ebene. Auf nationaler Ebene werden die politischen Voraussetzungen dafür geschaffen. Pilotgebiet ist die Insel Sokotra. Sie gehört seit 2008 zum UNESCO-Welterbe und ist das wichtigste Zentrum für biologische Vielfalt am Horn von Afrika. In Zusammenarbeit mit der jemenitischen Umweltschutzbehörde (EPA) und anderen staatlichen und nichtstaatlichen Partnern ist darüber hinaus ein gemeinsames Engagement in weiteren Naturschutzgebieten Jemens geplant.

Zielgruppe ist die (arme) Bevölkerung, die in oder im Umfeld von Schutzgebieten lebt und die dortigen natürlichen Ressourcen als Lebensgrundlage nutzt.

Die Maßnahme zum Schutz der Biodiversität fügt sich thematisch in verschiedene Prozesse und Strategien der jemenitischen Regierung ein und trägt damit wesentlich zur politischen Reformagenda bei. Besonders relevant ist das Thema im Zusammenhang mit der Notwendigkeit der Anpassung ländlicher Produktionssysteme an den Klimawandel.

Als Beispiele für bisherige Aktivitäten seien genannt:

  • Institutionenstärkung: Erweiterung der Dienstleistungskapazität der Umweltbehörden auf nationaler und lokaler Ebene (Strategieentwicklung, Trainings, Peer Learning)
  • Beratung zur Umweltgesetzgebung: Revision bestehender Gesetze und Beratung zu Umsetzungsstrategien internationaler Konventionen
  • Konfliktsensible Gemeindeentwicklung: Unterstützung bei Entscheidungsfindungsprozessen und Gremienberatung
  • Beratung bei der Gründung eines externen Biodiversitäts-Fonds zur Finanzierung von Schutz und Forschung
  • Ländliche Wertschöpfungskettenentwicklung: Nutzung und Vermarktung von typischen natürlichen Ressourcen (beispielsweise Aloe, Drachenblutharz, Dattelpalmen) und Wiedereinführung traditioneller Anbaumethoden wie Terrassenrehabilitierung zum Hirseanbau