Wirtschaftswachstum steigern, Armut reduzieren

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionale Wirtschaftsförderung IV (RED IV)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha
Politischer Träger: Rat für die Entwicklung Kambodschas (Council for the Development of Cambodia, CDC)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Zwei Frauen vergleichen während einer Schulung Reisqualitäten © GIZ

Ausgangssituation

In den vergangenen Jahren ist die Armutsquote in Kambodscha laut des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Development Programm, UNDP) stark gesunken: von 53 Prozent im Jahr 2004 auf 13,5 Prozent im Jahr 2016. Die finanzielle Situation der Menschen kann sich jedoch schnell verschlechtern, etwa durch starke Regenfälle, Dürren oder finanzielle Belastungen wie Ausgaben für Medikamente sowie steigende Schulden.

Die gleichberechtigte wirtschaftliche und politische Teilhabe von Frauen trägt dazu bei, die Situation und das Einkommen von Familien zu verbessern. Daher braucht es einen besseren Zugang von Frauen zu Ressourcen und Dienstleistungen.

Ziel

Die Wirtschafts- und Beschäftigungssituation benachteiligter ländlicher Haushalte in ausgewählten Provinzen Kambodschas ist verbessert.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert das Vorhaben lokale Wertschöpfungsketten für Reis, Gemüse und Maniok – insbesondere dort, wo Erzeuger in der Vergangenheit kaum Zugang zu lokalen, regionalen oder internationalen Märkten hatten. Durch die Förderung eines lokalen Marktes in Chong Kal in der Provinz Oddar Meanchey erhielten eine Vielzahl von Familien die Möglichkeit, neue Kunden für ihr Gemüse zu finden.

In den Provinzen Banteay Meanchey, Oddar Meanchey, Preah Vihear und in geringerem Umfang in Siem Reap lernen Produzent*innen aus armen, sozial benachteiligten Haushalten oder Familien mit behinderten Menschen in Schulungen nachhaltige Anbau- und Verarbeitungstechniken kennen. Um Vermarktung und Vertrieb zu fördern, werden sie mit Dienstleister*innen, Handel und Verarbeitungsunternehmen vernetzt.

Zusammen mit Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor werden gemeinsam entwickelte Wirtschaftsförderungsprojekte auf kommunaler Ebene umgesetzt. Handwerkliche Tätigkeiten und Gemüseproduktion haben sich insbesondere für Frauen als vorteilhaft erwiesen, da sie meist in der häuslichen Umgebung durchgeführt werden können. In der Provinz Siem Reap unterstützt das Programm mit „Siem Reap Beyond The Temples“ eine Initiative, um neben den Tempelanlagen von Angkor Wat neue touristische Produkte und Destinationen zu entwickeln und vor allem dörfliche Produzenten und Dienstleister einzubeziehen.

Dialogformate mit Vertreter*innen aus Staat und Verwaltung, der Zivilgesellschaft sowie Privatunternehmen und Produzenteninitiativen unterstützen die Zielgruppen dabei, ihr Potenzial besser auszuschöpfen und Marktbarrieren zu überwinden. Denn wenn die ländliche Bevölkerung an der lokalen Wirtschaftsentwicklung beteiligt ist, werden Einkommen gesteigert und die Beschäftigungsbasis diversifiziert. Dies schafft mehr Sicherheit und Widerstandsfähigkeit bei Krisen (Resilienz), wie sie sich beispielsweise durch die deutlich spürbaren Folgen der Klimaveränderung jederzeit ergeben können.

Ausgewählte Vertreter*innen der öffentlichen Verwaltung erhalten daher ebenfalls Unterstützung, gute Rahmenbedingungen für die lokale Wirtschaftsförderung zu entwickeln. Sie erlangen neue Kompetenzen und Fähigkeiten, die für effiziente und transparente öffentliche Dienstleistungen wichtig sind. Die Distriktverwaltungen werden dabei unterstützt, gemeinsam mit der Zivilgesellschaft, Nicht-Regierungsorganisationen und Wirtschaftsvertretern Projekte zur wirtschaftlichen Entwicklung zu planen und umzusetzen.

Im Sinne der Ziele für nachhaltige Entwicklung bezieht das Vorhaben Menschen mit Behinderungen ein, um ihnen wirtschaftliche Selbständigkeit zu ermöglichen.

Ein Bauer demonstriert, wie Hühner gegen Krankheiten geimpft werden © GIZ