Berufliche Bildung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der beruflichen Bildung in Myanmar
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Myanmar
Politischer Träger: Nationales Planungs- und Finanzministerium
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

Myanmar. An der Berufsschule No 1 Industrial Training Center (ITC), Sinde, des Industrieministeriums lernen Auszubildende technisches Zeichen. © GIZ / Jessica Nixon

Ausgangssituation

Myanmar gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Die wirtschaftliche Entwicklung wird vielfach beeinträchtigt: durch die unzureichende Infrastruktur, den niedrigen Bildungsstand der Bevölkerung sowie anhaltende Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen ethnischer Minderheiten und Regierungstruppen. Die Nationale Liga für Demokratie, die bei den Wahlen 2015 die absolute Mehrheit im Parlament erzielte, setzt den 2011 begonnenen Reformprozess fort. Er sieht die Förderung der beruflichen Bildung als essenziellen Baustein, um Einkommens- und Beschäftigungschancen für die junge Generation zu schaffen.

Nur 10 Prozent der Jugendlichen eines Jahrgangs erreichen zurzeit den Sekundarschulabschluss und damit die Voraussetzung für die Teilnahme an den meisten berufsbildenden Maßnahmen. Die Arbeitskräfte in kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU) haben kaum Zugang zu formalen Aus- und Weiterbildungsangeboten. Trainingseinrichtungen sind unzureichend ausgestattet; die Ausbildungsprogramme sind zumeist nicht am schnell wachsenden und sich modernisierenden Arbeitsmarkt orientiert. Die Privatwirtschaft ist bisher in die Gestaltung und Umsetzung beruflicher Bildung nicht systematisch eingebunden. Nach intensiver analytischer Vorarbeit der vorherigen Regierung wurde ein ambitionierter nationaler Strategieplan für den Bildungssektor formuliert. Die neue Regierung versucht derzeit, die notwendigen Gesetze und institutionellen Strukturen zu schaffen.

Ziel

Das Angebot an beschäftigungsorientierten beruflichen Bildungs- und Zertifizierungsmöglichkeiten ist in ausgewählten Regionen Myanmars verbessert.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die zuständigen myanmarischen Ministerien dabei, den strategisch-konzeptionellen und regulatorischen Rahmen für berufliche Bildung zu verbessern. Es stärkt die Nationale Behörde für berufliche Standards sowie die Ausbildung am beruflichen Lehrerbildungszentrum in Baelin, in der Nähe von Mandalay. Lokal unterstützt das Vorhaben ausgewählte Berufsbildungsinstitute bei der Entwicklung und Umsetzung arbeitsmarktorientierter Aus- und Weiterbildungsangebote. Wichtigste Durchführungspartner sind das Bildungsministerium, das Ministerium für Arbeit, Immigration und Bevölkerung, das Industrieministerium und der Dachverband der Industrie- und Handelskammern.

In den 4 Pilotregionen Yangon, Mandalay, Taunggyi / Shan State und Sinde / Region Bago, begleitet das Vorhaben 7 Berufsschulen dabei, beschäftigungsorientierte Aus- und Weiterbildungsangebote zu entwickeln und umzusetzen. Fast alle ausgewählten Berufsschulen befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Industriegebieten und konzentrieren sich auf den gewerblich-technischen Bereich. Neben der Verbesserung der technischen Ausbildung spielt die Einführung eines modernen Schulmanagements eine wichtige Rolle. Die Berufsschulen werden in enger Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank gefördert; sie wird den technischen Instituten die erforderliche Ausstattung zur Verfügung stellen. Im Rahmen von Arbeitsgruppen für Bildung, und speziell für Berufsbildung, unterstützt das Vorhaben das Bildungsministerium bei der Geberkoordinierung sowie bei der interministeriellen Zusammenarbeit.

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Wirkungen

Seit 2012 hat das Vorhaben wichtige Impulse zur Reform des Berufsbildungssystems gegeben. Es hat rund 1.200 Lehrer, Schulmanager, Beschäftigte der für berufliche Bildung zuständigen Ministerien sowie Vertreter von Industrie und Privatwirtschaft fortgebildet. Sie wenden innovative Ansätze – moderne Lehrmethoden, Methoden für die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, verbesserte institutionelle Strukturen, verbessertes Management der Berufsschulen und andere – jetzt in der Praxis an. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsministerium wurde beispielsweise ein System für die Prüfung und Zertifizierung von Arbeitskräften auf Basis arbeitsmarktorientierter Standards erprobt. 17 Prüfungszentren wurden akkreditiert, 14 Sektorkomitees mit Beteiligung der Privatwirtschaft gegründet sowie 40 Inspektoren und über 100 Prüfer qualifiziert. 1.000 Arbeitskräfte wurden in der Pilotphase anhand von 11 entwickelten Berufsstandards als angelernte Arbeitskraft (Stufe 1) zertifiziert, 14 weitere Standards, unter anderem für Facharbeiter, sind in Vorbereitung.