Klimaprogramm zur Unterstützung des südafrikanischen Umweltamtes

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimaschutzprogramm (CSP)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Südafrika
Politischer Träger: Department of Environmental Affairs (DEA)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

Südafrika. Müllverarbeitung © GIZ

Ausgangssituation

Der Klimawandel wirkt sich in Südafrika auf fast alle Bereiche des täglichen Lebens aus. Extreme Wetterereignisse, wie Dürren und Überflutungen, treffen die Armen am stärksten. Südafrika, das seinen Strom überwiegend aus heimischer Kohle gewinnt, ist selbst ein bedeutender Verursacher von Treibhausgasen. Die Emissionsrate liegt bei fast zehn Tonnen Kohlendioxid pro Kopf und Jahr und damit 43 Prozent über dem globalen Durchschnitt. Als Unterzeichner der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, des Pariser Klimaabkommens und des Kyoto-Protokolls hat sich Südafrika verpflichtet, den Klimawandel zu bekämpfen. Treibhausgase sollen, gegenüber dem „Business-As-Usual-Szenario“, bis 2020 um 34 Prozent und bis 2025 um 42 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig erarbeitet Südafrika eine nationale Anpassungsstrategie, basierend auf neuesten Forschungsergebnissen.

Ziel

Südafrika hat wichtige Schritte zur Umsetzung seiner nationalen Klimapolitik vollzogen und spielt eine führende Rolle in den internationalen Klimaverhandlungen.

Vorgehensweise

Das Klimaschutzprogramm (Climate Support Programm, CSP) ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative und wird im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) durchgeführt. Es unterstützt das südafrikanische Umweltministerium dabei, seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen. CSP hat das Umweltministerium bei der Erarbeitung der nationalen südafrikanischen Klimapolitik maßgeblich unterstützt und hilft jetzt bei deren Umsetzung. Die GIZ kooperiert mit dem Umweltministerium, insbesondere zu wissenschaftlichen Analysen, Politikentwicklung und Konsensbildung. So kann Südafrika eine solide Grundlage für die Gestaltung und wirksame Umsetzung seiner Klimapolitik schaffen.

In Zusammenarbeit mit der Regierung, mit Wirtschaft und Wissenschaft hat das Vorhaben Forschungsergebnisse bereitgestellt, die, nach einem umfassenden Konsultationsprozess, in die nationale Klimapolitik eingeflossen sind. Das Programm hat analysiert, wie stark Schlüsselbereiche von Wirtschaft und Gesellschaft durch den Klimawandel gefährdet sind, um darauf aufbauend eine nationale Anpassungsstrategie zu erarbeiten. Außerdem wurden Potenziale zur Treibhausgasminderung in Schlüsselsektoren der Wirtschaft ermittelt. Auf dieser Grundlage unterstützt das Klimaschutzprogramm die Erarbeitung eines nationalen Minderungssystems, das unter anderem Minderungsziele pro Sektor formuliert und Treibhausgasbudgets für Unternehmen festlegt.

Wirkung

Mithilfe des Klimaschutzprogramms (CSP) wurden Minderungspotenziale und darauf aufbauend Minderungsziele für Schlüsselsektoren, zum Beispiel Energie, Industrie, und Verkehr, ermittelt und vom Kabinett verabschiedet. Außerdem wurden Treibhausgasbudgets für 30 südafrikanische Großunternehmen festgelegt.

Ein sektorübergreifendes Forschungsprojekt, das Langzeitanpassungsszenarien erstellt hat, wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse werden unter anderem für die Erstellung einer nationalen Anpassungsstrategie und sektoraler Anpassungspläne sowie für Entwicklungspläne der Provinzen genutzt. Weiterhin unterstützt das Projekt Analysen zur Gefährdung durch den Klimawandel: Analysen für zwanzig Gemeinden und fünf Provinzen liegen vor. Sie fließen in die Entwicklungspläne von Gemeinden ein, welche Klimawandelaspekte berücksichtigen. Dabei wird auch ein vom CSP entwickeltes Instrument, das „Let’s Respond Toolkit“, benutzt.

Content Image

Die Konsultationsprozesse zu Südafrikas geplanten und national festgelegten Treibhausgasminderungsbeiträgen (INDC und NDC) wurden in allen neun Provinzen mit zahlreichen Vertretern aus Regierung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft erfolgreich durchgeführt. Eine nationale Klimakonferenz mit über 800 Teilnehmern fand 2014 statt.

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