Entwicklungspartnerschaften für eine nachhaltige Zukunft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Kompetenzzentrum für die Kooperation mit dem Privatsektor (DPP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)
Land: Südafrika
Partner: Unternehmen wie Festo Didactic GmbH & Co. KG, MTN, Nike, SABMiller, SAP AG, SASOL und Handelskammern
Gesamtlaufzeit: Seit 2006  

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Ausgangssituation

Der südafrikanische Staat ist eine Zweiklassengesellschaft, in der schlechte Bildung und Ausbildung die Entwicklung des Landes behindern. Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor und der Zivilgesellschaft werden vor diesem Hintergrund immer wichtiger. Private Unternehmen haben ein ureigenes Interesse an der Zukunft des Landes und verfügen über die nötigen Mittel und das Wissen, um Projekte anzustoßen, die das Land voranbringen.

Ziel

Interessenvertreter aus dem öffentlichen und privaten Bereich tauschen Wissen, technische Fähigkeiten und fachliche Kompetenz zum gegenseitigen Nutzen aus. 

Vorgehensweise

Die deutsche Bundesregierung hat dem privaten Sektor eine stärkere Rolle in der Entwicklung eingeräumt. Das Kompetenzzentrum für die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor, das es seit 2006 in Südafrika gibt, trägt dem mit 23 Entwicklungspartnerschaften Rechnung. Die inhaltliche Ausrichtung entspricht den Schwerpunkten der Zusammenarbeit: Gute Regierungsführung, Energie und Klima sowie HIV und AIDS.

Mit Festo Didactic arbeitet die GIZ daran, die Leistungsfähigkeit im Wasser- und Abwasserbereich in Südafrika zu verbessern. Gemeinsam mit der Universität Stuttgart werden Ausbildungsmaterial und Trainingseinheiten entwickelt und standardisiert und Train-the-Trainer-Programme entwickelt, damit Wissen an Hochschulen und Universitäten praxisorientiert vermittelt werden kann.

Eine Partnerschaft mit dem südafrikanischen Telekommunikationsanbieter MTN hat zum Ziel, Elektroschrott zu reduzieren, die Rohstoffe wiederzuverwenden und so Ressourcen zu sparen. In Gemeinden werden Sammelpunkte für E-Waste eingerichtet. Kleine und mittlere Recyclingunternehmen werden vernetzt, damit Elektroschrott kontinuierlich anfällt und weiterverarbeitet werden kann. Aufklärungskampagnen begleiten die Maßnahmen.

Durch die Entwicklungspartnerschaft mit dem südafrikanischen Chemiekonzern Sasol wird in der Gemeinde Emfuleni im Süden von Johannesburg Wasser gespart. Bis zu drei Millionen Kubikmeter Wasser gehen monatlich durch Lecks im Leitungssystem verloren. Das belastet die Umwelt und ist teuer. Das Projekt umfasst Reparaturen am öffentlichen und privaten Leitungssystem und Aufklärungskampagnen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Von 23 Partnerschaften mit dem Privatsektor sind 10 erfolgreich abgeschlossen.

Die von Festo Didactic entwickelten Arbeitsmappen und die Hardware für die Trainingsmodule sind inzwischen Bestandteil des Curriculums für Ingenieure und Techniker.

Die GIZ hat vier Recyclingunternehmen für E-Waste in den Provinzen Gauteng und Western Cape ermittelt. MTN hat bis heute über 500 Tonnen Elektroschrott an die akkreditierten Recyclingfirmen geliefert. Die GIZ hat gute Beispiele in einem Buch für kleine und mittlere Entsorger dokumentiert.

Die Entwicklungspartnerschaft in Emfuleni hat inzwischen zu Einsparungen von sechs Millionen Kubikmeter Wasser in Emfuleni geführt. Die Zahl der Haushalte, in denen Leitungen repariert werden, wurde von 20.000 auf 70.000 erhöht.