Unterstützung des Gesundheitssektorprogramms

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Gesundheitssektorprogramms (S2HSP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Nepal
Politischer Träger: Nepalesisches Gesundheitsministerium
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Ausgangssituation

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Entwicklung des Gesundheitssektors in Nepal seit 1994. In Bezug auf die Gesundheit der Bevölkerung konnten erhebliche Fortschritte erzielt werden; so ist es gelungen, die Mütter- und Neugeborenensterblichkeit substantiell zu senken. Allerdings bestehen nach wie vor systemische Defizite. Diese liegen in der fehlenden Effizienz und Effektivität der zentralisierten, aber fragmentierten Verwaltung, in der unzureichenden sozialen Sicherung bei Krankheit sowie in einem städtischen Gesundheitswesen, das mit dem rasanten urbanen Bevölkerungswachstum nicht Schritt hält. Die Qualität, die Verfügbarkeit und zum Teil auch die Akzeptanz grundlegender Gesundheitsdienstleistungen sind für weite Teile der Bevölkerung und insbesondere arme Bevölkerungsgruppen nach wie vor unzureichend.

Ziel

Der gleichberechtigte Zugang zu Gesundheitsleistungen ist für die Bevölkerung ausgewählter Distrikte und Kommunen verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt ist genau auf die nepalesische Gesundheitssektorstrategie (2015–2020) abgestimmt. Im Rahmen des Projekts werden die für die Steuerung des Sektors verantwortlichen nationalen staatlichen Akteure bei der Ausgestaltung von Reformen sowie bei deren Umsetzung in ausgewählten Distrikten und Kommunen in den Entwicklungsregionen im äußersten und mittleren Westen sowie im Zentrum des Landes unterstützt. Das Projekt konzentriert sich auf fünf Handlungsfelder:

  • Umsetzung eines sozialen Krankenversicherungssystems einschliesslich der Stärkung des Krankenhausmanagements
  • Verbesserung der Qualität von Gesundheitsleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit
  • Stärkung der Governance im Gesundheitssektor (insbesondere bezüglich städtischer Gesundheit)
  • Verbesserung und Vernetzung der vorhandenen Gesundheitsinformationsysteme im Hinblick auf eine geplante landesweite Gesundheitsinformationsplattform
  • Verbesserungen der medizinischen und psychosozialen Dienstleistungen für Drogenkonsumenten (bis Juni 2016)

Das Vorhaben kooperiert im Rahmen einer Kofinanzierung besonders eng mit Südkorea. Weitere wichtige Partner sind, neben der KfW Entwicklungsbank, Großbritannien, die USA, der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), die Weltbank und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria.

Die Cosultingfirmen GFA Consulting Group, mit dem technischen Partner Jhpiego, und m4health, mit den technischen Partnern Options UK und evaplan GbmbH, unterstützen die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkung

Das Projekt baut auf dem deutsch-nepalesischem Programm zur Unterstützung des Gesundheitssektors auf (HSSP). In drei der fortgeführten Handlungsfeldern wurden die folgenden Wirkungen erzielt:

  1. Soziale Krankenversicherung einschließlich Krankenhausmanagement
    Das Vorhaben hat einen entscheidenden Beitrag zur politischen Debatte über Gesundheitsfinanzierung und soziale Absicherung im Krankheitsfall geleistet. 2014 verabschiedete das nepalesische Kabinett eine politische Grundlagenentscheidung zur Einführung einer nationalen Krankenversicherung. Das Gesundheitsministerium hat Handreichungen für die Umsetzung erarbeitet. Die Versicherung wird im ganzen Land, ausgehend von den Distrikten Kailali, Ilam und Baglung, eingeführt.
  2. Sexuelle und reproduktive Gesundheit
    Das Projekt unterstützt die Umsetzung verschiedener Komponenten der nepalesischen Strategie für den Gesundheitssektor, beispielsweise durch die Ausgestaltung und organisatorische Umsetzung von Aufklärungsangeboten oder mit punktuellen finanziellen Beiträgen. Ferner wurde eine mobiltelefongestützte Informationskampagne mit regelmäßigen Kurznachrichten zu Themen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit erfolgreich gestaltet und durchgeführt. Bis jetzt wurden 2,4 Mio. SMS empfangen, und 133.000 Mal wurden interaktive Elemente genutzt.
    In Geburtshilfeeinrichtungen wurden Coaching und Mentoring als innovative Methoden zur Fortbildung am Arbeitsplatz eingeführt. Dieses Instrument wird mit der Entwicklung der Kompetenzen und der Leistungsfähigkeit des medizinischen und Management-Personals verknüpft.
    Das Vorhaben hat die politische Debatte über die Einführung des Berufsstands der Hebamme zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit erheblich vorangebracht.
  3. Medizinische und psychosoziale Dienstleistungen für Drogenkonsumenten
    Diese Leistungen wurden ursprünglich nur von öffentlichen Gesundheitseinrichtungen angeboten. Das Projekt hat die Erweiterung dieser Dienste auf Nichtregierungsorganisationen (NRO) unterstützt. Inzwischen werden in acht Krankenhäusern und vier NRO-geführten Substitutionseinrichtungen Opioid-Substitutionstherapien durchgeführt. Ende 2015 behandelten diese Gesundheitsdienstleister mehr als 1.000 Patienten pro Tag.