Förderung sozial ausgewogener Wirtschaftsentwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: INCLUDE – Förderung sozial ausgewogener Wirtschaftsentwicklung in Nepal
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Nepal
Politischer Träger: Ministry of Cooperatives and Poverty Alleviation (MoCPA)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2019

Afghanistan. Ätherische Öle werden durch Destillation gewonnen. © GIZ

Ausgangssituation

Nepal befindet sich seit dem Ende des Bürgerkriegs 2006 in einem Umbruchprozess. Zudem wurde das Land im April 2015 von einem schweren Erdbeben erschüttert. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes leidet unter der politischen Instabilität und weist viele strukturelle Defizite auf. Arbeit ist insbesondere für die aus sozialen oder wirtschaftlichen Gründen benachteiligten Bevölkerungsgruppen in ländlichen Regionen des Landes schwer zu finden.

Die zuständigen öffentlichen und privaten Institutionen und Genossenschaften nehmen ihre Rollen zur Förderung einer sozial ausgewogenen Wirtschaftsentwicklung nicht ausreichend wahr. Es fehlen eingespielte Mechanismen zur Koordination der Zusammenarbeit sowie innovative, wirtschaftsfördernde Ansätze und Trainingsressourcen.

Ziel

Ausgewählte Akteure des öffentlichen, privaten und genossenschaftlichen Sektors nehmen zunehmend ihre Rollen zur Förderung einer sozial ausgewogenen Wirtschaftsentwicklung wahr.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das nepalesische Industrieministerium bei der Förderung sozial ausgewogenen Wirtschaftswachstums in den fünf Distrikten Banke, Dang, Kailali, Pyuthan und Surkhet im mittleren und fernen Westen Nepals. Das Vorhaben bestärkt die Partnerinstitutionen darin, den öffentlich-privaten Dialog zu verbessern. Es fördert die wirtschaftliche Teilhabe der Zielgruppen durch die Unterstützung ausgewählter Wertschöpfungsketten, wie Honig, medizinisch aromatische Pflanzen und Milchprodukte.

Erfolgreiche lokale Ansätze sollen darüber hinaus auf die nationale Ebene übertragen, innovative Ansätze für eine verbesserte Zusammenarbeit der Partner entwickelt und ein sozial verantwortliches Unternehmertum gefördert werden. Die institutionelle Leistungsfähigkeit ausgewählter Partner soll ausgebaut, Dienstleistungen der öffentlichen Institutionen sollen entwickelt werden. So soll zu einem inklusiven Beschäftigungswachstum beitragen werden.

Zielgruppen sind arme und besonders arme Einwohner Nepals, die wirtschaftlich aktiv sind oder das entsprechende Potenzial haben. Im Mittelpunkt stehen Frauen, benachteiligte Kasten und ethnische/religiöse Gruppen, vom Bürgerkrieg betroffene Menschen sowie Menschen mit Behinderung.

Das Industrieministerium ist der politische Partner des Vorhabens. Durchführungsorganisationen sind das Zentrum für kleine und traditionelle Betriebe, der Entwicklungsrat für kleine und traditionelle Betriebe des Industrieministeriums sowie die Abteilung für Genossenschaften des Ministeriums für Genossenschaften und Armutsminderung. Darüber hinaus sind Organisationen des Privatsektors, Genossenschaften sowie ausgewählte Unternehmen in die Umsetzung des Vorhabens einbezogen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Durch die Unterstützung der Wertschöpfungsketten konnten bis Ende 2015 über 7.500 Produzenten erreicht werden, von denen über die Hälfte mehr als 200 Euro zusätzliches Einkommen pro Jahr erzielten. Von diesen sind 70 Prozent benachteiligten Gruppen zuzuordnen; über die Hälfte der vom Vorhaben geförderten Personen sind Frauen.

Frauen einer Sparkooperative © GIZ

In den Distrikten konnten die lokalen Strukturen sowie die Ressourcen der Industrie- und Handelskammern und ihre Dienstleistungen für die Bevölkerung verbessert werden. Die Ergebnisse einer 2013 erstmals durchgeführten Geschäftsklimastudie bereicherten den öffentlich-privaten Dialog in den Zieldistrikten und fanden Eingang in die jeweiligen Entwicklungspläne.