Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Pakistan
Politischer Träger: Ministerium für Wasser und Energie (MoWP)
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2019

Ausgangssituation

Pakistan ist zurzeit damit konfrontiert, dass die Energieversorgung den Strombedarf des Landes nicht deckt. Die Energieknappheit bremst das Wirtschaftswachstum und führt dazu, dass Unternehmen andernorts investieren. Die pakistanische Regierung hat beschlossen, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen, und zwar vor allem Photovoltaik-, Kleinwasserkraft- und Windkraftanlagen. Erneuerbaren Energien werden gefördert, weil sie eine Alternative zu fossilen Energieträgern sind; deren Import ist die Hauptursache für das Handelsdefizit des Landes. Die pakistanische Regierung bemüht sich außerdem darum, Angebot und Nachfrage auf dem Markt für Energiedienstleistungen besser zu managen.

Ziel

Die Bedingungen für eine breite Einführung dauerhafter, wirkungsvoller Lösungen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt ist national und in den Provinzen aktiv, mit Schwerpunkt in der Provinz Punjab. Es verbindet Beratungsleistungen zur Einführung von Mechanismen für die Förderung und Finanzierung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienzmaßnahmen mit Leistungen zur Stärkung der Lernprozesse und des Erfahrungsaustauschs in Pakistan. Das Projekt berät das Alternative Energy Development Board, die pakistanische Staatsbank und die Energiebehörden der Provinzen bei der Entwicklung von Strategien, Durchführungsrichtlinien und Instrumenten zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienzmaßnahmen. Außerdem werden die Partner bei der Verbesserung ihrer organisatorischen und technischen Leistungsfähigkeit unterstützt.

Zur Förderung von Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen berät das Projekt die pakistanische Staatsbank außerdem bei der Erarbeitung einer Strategie für ökologisches Banking und geeigneter Instrumente zur Finanzierung entsprechender Projekte.

Die Projektpartner haben mit dem Pakistan German Renewable Energy Forum eine Plattform zur Förderung von Zusammenarbeit und Wissenstransfer in Bezug auf erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen eingerichtet. Das Forum fördert Kontakte zwischen Unternehmen, zwischen Unternehmen und staatlichen Stellen sowie die Bildung von Joint Ventures für internationale Projekte. Außerdem unterstützt das Vorhaben den Austausch über maßgebliche Rechtsvorschriften, Strategien und Richtlinien.

Darüber hinaus führt das Projekt in verschiedenen Branchen Energiemanagementsysteme ein und fördert deren Nutzung um, das nachfrageseitige Management zu verbessern.

Zur Umsetzung der Projektmaßnahmen arbeitet die GIZ mit dem Bundesverband Solarwirtschaft e.V. und der Pakistan Solar Association zusammen.

Wirkung

Bisher haben neue Marktanreize und Finanzierungsinstrumente dazu geführt, dass auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien Kapazitäten von 1.000 Megawatt neu aufgebaut und an das landesweite Stromnetz angebunden wurden.

Seit 2015 rückt das Projekt nachhaltige Finanzierung durch die Geschäftsbanken in den Vordergrund. In diesem Zusammenhang hat die pakistanische Staatsbank, mit Unterstützung des Projekts, verschiedene Richtlinien für eine ökologisch nachhaltige Finanzierung durch die Banken entwickelt. Außerdem hat die Staatsbank mit Anreizen ausgestattete Liquiditätspläne für Akteure aufgelegt, die in erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen investieren wollen. Bei diesen Liquiditätsplänen tragen die Geschäftsbanken das Kreditrisiko. Bis jetzt wurden 14 Anträge auf Projektfinanzierung eingereicht, mit einem Volumen von 90 Milliarden Pakistanischen Rupien. Drei Geschäftsbanken haben entsprechende Kreditlinien für Haussolarsysteme eingeräumt. Derzeit laufen Maßnahmen, um den Banken Kenntnisse zur Durchführung von Due Diligence-Maßnahmen für die zu finanzierenden Projekte zu vermitteln.

Die Schaffung des Pakistan German Renewable Energy Forum hat zu einem intensiven Austausch zwischen den öffentlichen und privaten Sektoren in Pakistan und Deutschland geführt. Bis jetzt haben sieben pakistanische Solarenergieunternehmen Verträge mit 40 deutschen Unternehmen geschlossen, wodurch die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern gestärkt wurden.

Derzeit wird ein neuer gesetzlicher Rahmen für Net-Metering eingeführt. Damit sollen die Eigentümer von Solaranlagen künftig eine Einspeisevergütung erhalten. Bis jetzt wurden 550 Einspeisegenehmigungen für eine Kapazität von mehr als 12 Megawatt erteilt.