Wald- und Klimaschutz in der Südsee

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: REDD+ – Walderhalt in pazifischen Inselstaaten
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Pazifische Inselregion: Fidschi, Papua-Neuguinea, Salomonen, Vanuatu
Politischer Träger: Secretariat of the Pacific Community (SPC)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Philippinen © GIZ

Ausgangssituation

Die Wälder in den pazifischen Inselstaaten Papua-Neuguinea, Salomonen, Vanuatu und Fidschi haben eine hohe Bedeutung für die Bevölkerung. Sie dienen zur Gewinnung von Bau- und Feuerholz, als Nahrungs-, Medizin- und Einkommensquelle. Gleichzeitig schützen sie vor Erosion, Überflutungen, vor den Auswirkungen starker Stürme und regulieren das Klima auf lokaler, regionaler und globaler Ebene. Die aktuelle konventionelle Nutzung der Wälder ist jedoch nicht nachhaltig und gefährdet die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Zusätzlich trägt die Waldnutzung, wenn auch nur geringfügig, zum Anstieg der globalen Treibhausgasemissionen bei. Durch Veränderungen in der Forstwirtschaft können die Länder die Wälder erhalten und gleichzeitig Emissionen reduzieren – und damit der internationalen Gemeinschaft ein positives Beispiel geben.

Hierzu haben sie Schritte eingeleitet, um den REDD+-Mechanismus in ihren nationalen Zielsetzungen hinsichtlich der Wald- und Klimapolitik zu integrieren. 

REDD steht für „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“, Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung. Der REDD-Mechanismus dient dazu, den in Wäldern gespeicherten Kohlenstoff finanziell zu bewerten. Außerdem bietet er Entwicklungsländern einen Anreiz, ihre waldbezogenen Emissionen zu reduzieren und in eine kohlenstoffarme, nachhaltige Entwicklung zu investieren. REDD+ bezieht den Erhalt, die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und die Ausweitung ihrer Kohlenstoffvorräte zusätzlich ein. REDD+ bietet finanzielle Unterstützung oder Sachleistungen als Anreize für die Reduktion von waldbezogenen Emissionen an.

Seit 2010 werden Papua-Neuguinea, Salomonen, Fidschi und Vanuatu durch die Regionalorganisation der Pazifischen Gemeinschaft und die GIZ, im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) bei der Entwicklung sogenannter REDD+-Readiness-Strategien unterstützt.

Ziel

Die melanesischen Inselstaaten erfüllen die Anforderungen, um den REDD+-Mechanismus umsetzen zu können.

Philipppinen © GIZ

Vorgehensweise

Das REDD+-Projekt unterstützt regional den Aufbau von Strukturen für Wald- und Biomasseinventuren, insbesondere die Entwicklung einer Methode zur Erfassung von Walddegradierung. Außerdem werden Plattformen zum Wissensaustausch entwickelt und gefördert. Neben den melanesischen Staaten umfassen diese Aktivitäten die 14 Mitgliedsstaaten der Pazifischen Gemeinschaft die Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) sind.

Auf nationaler Ebene werden die Partner-Länder bei der Durchführung ihrer REDD+-Readiness-Aktivitäten und der Entwicklung der REDD+ Strategien unterstützt. Dazu gehören unter anderem: die Einführung sozialer und ökologischer Standards und die zugehörige Berichterstattung, die Entwicklung von Referenzniveaus für Emissionen aus dem Waldbereich, die Messung und der Nachweis von reduzierten Emissionen gegenüber dem Referenzniveau, sowie Mechanismen zur gerechten Gewinnverteilung aus REDD+-Aktivitäten.

Lokal unterstützt das Projekt die Entwicklung und Umsetzung von Demonstrationsaktivitäten und Pilotprojekten. Mit den gewonnenen Informationen können die geplanten REDD+-Strategien, wie zum Beispiel zum Umgang mit Treibern der Entwaldung und Walddegradierung oder Ansätze zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern, überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Das Vorhaben baut auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts “Klimaschutz durch Walderhalt in der Pazifikregion“ auf und entwickelt die Aktivitäten weiter. 

Wirkungen

Das Projekt ermöglicht regelmäßig den Austausch zu den Kernthemen der REDD+ Strategien. Hierzu werden regionale thematische Workshops und Studienreisen zu anderen REDD+ Ländern veranstaltet (Nepal 2017). Die Teilnahme an überregionalen Veranstaltungen zum Beispiel in den Philippinen, Sri Lanka und Thailand oder der Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention wird unterstützt und es werden eigene, pazifische Themenschwerpunkte gesetzt, um den Wissensaustausch zu fördern.

Der Kapazitätsaufbau zur Umsetzung von REDD+ in den Ländern orientiert sich an den Bedarfen der Partner und wird durch Seminare, Workshops und arbeitsbezogene Trainings unterstützt (acht Veranstaltungen 2016, 2017).

Die Länder erhalten Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Kommunikationsstrategien für REDD+ (vier nationale, ein regionaler Workshop). Die regionale Informationsplattform zu REDD+ wird fortgeführt und ausgebaut.

In lokalen Pilotprojekten werden national angedachte REDD+ Strategien erfolgreich getestet und umgesetzt, sowie verifizierte Emissionszertifikate generiert (drei Projekte).

Papua-Neuguinea hat seine nationale REDD+ Strategie entwickelt und ein Referenzniveau bei der Klimarahmenkonvention eingereicht.

In Fidschi wird die Entwicklung einer Methode zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung seit 30 Jahren von der GIZ unterstützt. Das Projekt dient als Leuchtturm- und Ausbildungsgebiet für die pazifische Region und die Ergebnisse werden in Fidschi in die nationale Gesetzgebung eingearbeitet.

In Fidschi, den Salomonen und Vanuatu hat das Projekt den Einsatz von Entwicklungshelfern zur Unterstützung der nationalen Strategien ermöglicht.