Wald- und Klimaschutz in der Südsee

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: REDD+ – Walderhalt in pazifischen Inselstaaten
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Pazifische Inselregion: Fidschi, Papua-Neuguinea, Salomonen, Vanuatu
Politischer Träger: Pazifische Gemeinschaft (SPC)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Philippinen © GIZ

Ausgangssituation

Die Wälder in den pazifischen Inselstaaten Fidschi, Papua-Neuguinea, Salomonen, und Vanuatu haben eine hohe Bedeutung für die Bevölkerung. Sie dienen als Quelle für Holz-, Nahrung-, Medizin- und Einkommen und schützen vor Erosion, Überflutungen und Extremwetterereignissen. Sie regulieren zudem das lokale aber auch das globale Klima. Die aktuelle Nutzung der Wälder gefährdet jedoch diese Lebensgrundlage. Zusätzlich trägt sie zum Anstieg der globalen Treibhausgasemissionen bei, wenn auch nur geringfügig. Durch Veränderungen in der Forstwirtschaft können die Länder ihre Wälder erhalten und gleichzeitig Emissionen reduzieren – und damit der internationalen Gemeinschaft ein positives Beispiel geben.

Hierzu haben sie Schritte eingeleitet, um den REDD+-Mechanismus in ihre nationalen Zielsetzungen für die Wald- und Klimapolitik zu integrieren. 

REDD steht für „Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation“, also die Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung. Der REDD-Mechanismus setzt einen Preis auf den in Wäldern gespeicherten Kohlenstoff und schafft damit einen Anreiz für Entwicklungsländer, ihre waldbezogenen Emissionen zu reduzieren. REDD+ beinhaltet zusätzlich den Erhalt, die nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Ausweitung ihrer Kohlenstoffvorräte. 

Seit 2010 entwickeln die Partnerländer sogenannte REDD+-Readiness-Strategien und setzen diese um. Dabei handelt es sich um Vorbereitungen auf die Anforderungen des REDD+-Mechanismus. Unterstützung erhalten die Länder von der Regionalorganisation der Pazifischen Gemeinschaft (SPC) und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) 

Ziel

Die melanesischen Inselstaaten erfüllen die Anforderungen, um den REDD+-Mechanismus umzusetzen.

Philipppinen © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt den Aufbau von regionalen Strukturen, um Waldbestände und Biomasse der Inselstaaten zu erfassen. Dazu entwickelt es eine Methode, um Walddegradierung zu erfassen. also Störungen des Waldes. Walddegradierung wird zumeist durch menschliche Eingriffe wie Holzeinschlag hervorgerufen, die schon aus der Luft erkennbar ist und äußert sich in der Abnahme ökologischer Funktionen und Artenvielfalt. Außerdem entwickelt und fördert es Plattformen zum Wissensaustausch mit den anderen pazifischen Inselstaaten. 

Die nationalen Regierungen erhalten Unterstützung bei ihren Readiness-Aktivitäten. Dazu gehören unter anderem: die Einführung und Berichterstattung zu sozialen und ökologischen Standards und die Entwicklung von REDD+-Strategien mit zuvor identifizierten Maßnahmen. Die Länder legen dabei Referenzniveaus fest, die als Vergleichswerte dienen, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu messen. Darüber hinaus entwickeln sie Mechanismen, um die Gewinne aus REDD+-Aktivitäten gerecht zu verteilen. Die jeweiligen Regierungen sollen zudem die erwarteten Emissionsreduktionen in die nationalen Klimaschutzziele aufnehmen.
Lokal unterstützt das Vorhaben die Entwicklung und Umsetzung von Demonstrationsaktivitäten. Mit den gewonnenen Informationen können die geplanten REDD+-Strategien, wie zum Beispiel zum Umgang mit Entwaldungstreibern oder nachhaltiger Waldbewirtschaftung überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Wirkung

Durch einen an die Bedürfnisse der Partner angepassten Kapazitätsaufbau, den Austausch inner- und außerhalb der Projektregion und die Unterstützung der nationalen Kommunikationsstrategien für REDD+ konnte das Vorhaben folgende Wirkungen erzielen:

Papua-Neuguinea hat eine nationale REDD+-Strategie sowie ein System fürs Waldmonitoring entwickelt und ein Referenzniveau für Emissionen bei der Klimarahmenkonvention eingereicht. 

Die Salomonen haben ebenfalls ein Referenzniveau eingereicht und zudem institutionelle Voraussetzungen geschaffen, um REDD+ umzusetzen.

Auch Vanuatu hat wichtige Ergebnisse erzielt: Das Land hat Treiber für Entwaldung und Degradierung analysiert, alternative Einkommensquellen und REDD+-Aktivitäten identifiziert und Pläne zur gerechten Gewinnverteilung und zur Beilegung möglicher Konflikte entworfen. 

Fidschi hat ein Referenzniveau, Monitoringsystem und Nutzenverteilungssystem erstellt und zudem auch Entwaldungstreiber und einen Mechanismus zur Beilegung möglicher Konflikte analysiert. Überdies wurde es als einziger pazifischer Inselstaat in den Carbon Fund der Weltbank aufgenommen, um ergebnisbasierte Zahlungen für vermiedene Emissionen zu erhalten. Zusätzlich unterstützt die GIZ Fidschi seit 30 Jahren dabei, eine Methode zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu entwickeln. Dieses Leuchtturmprojekt dient als Ausbildungsgebiet für die pazifische Region und die Ergebnisse werden in die nationale Gesetzgebung eingearbeitet.

In drei lokalen Waldkohlenstoffprojekten werden REDD+ Aktivitäten erfolgreich getestet und umgesetzt. In Fidschi und Vanuatu fungieren diese Projekte für den freiwilligen Markt als Modell für die praktische und finanzielle Machbarkeit des REDD+-Ansatzes. Die Länder haben zertifizierte Kohlenstoffzertifikate am Markt abgesetzt. 


Stand: Oktober 2020