Nationales REDD+-System Philippinen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Vorbereitung eines nationalen REDD+-Mechanismus zur Reduzierung von Treibhausgasen und zur Erhaltung der Biodiversität auf den Philippinen
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Philippinen
Politischer Träger: Department of Environment and Natural Resources (DENR) – Forest Management Bureau
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2017

Philippinen. Neue Froschart aus der Gruppe der Platymantis - entdeckt in einem Waldgebiet des Mountain Nacolod im Süden der Provinz Leyte. © GIZ

Ausgangssituation

Die Waldbestände auf den Philippinen sind in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgegangen. Zwischen 1969 und 2003 gingen jährlich 100.000 Hektar Waldfläche verloren. Ursachen sind Brandrodung, illegaler Holzeinschlag, Bergbau, Landwirtschaft und andere Formen der Landnutzung. Dadurch entstehen große Mengen Treibhausgas. Auch die Schutzfunktionen der Wälder für Boden, Wasser und Klima sowie die einzigartige Artenvielfalt des Landes sind gefährdet. Gleichzeitig geht die Lebensgrundlage für indigene Völker und lokale Gemeinschaften verloren. Trotz nationaler Anstrengungen zur Aufforstung und der Einstellung des Holzeinschlags in Naturwäldern schreitet die Entwaldung des Landes weiter voran. Brennpunkte sind die Inseln Mindanao, Samar, Palawan und die Cordillera-Region auf Luzon.

Um diesem negativen Trend zu begegnen, hat die philippinische Regierung eine nationale Strategie zur Reduzierung von Emissionen aus der Entwaldung und Degradierung von Waldbeständen (REDD+) verabschiedet. Im Rahmen der Nationalen Klimastrategie (2010) und des Nationalen Klimaaktionsplans (2011–2028) soll die REDD+-Strategie Aktivitäten definieren, die die Entwaldung bremsen und die Aufforstung und nachhaltige Bewirtschaftung von Waldflächen fördern. Die organisatorischen Strukturen der Regierung und die Fähigkeiten der Verantwortlichen zur Umsetzung und Koordinierung der Strategie sind jedoch noch unzureichend.

Ziel

Das Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen, weitere relevante Behörden, lokale Gemeinschaften und indigene Völker auf den Philippinen nutzen ein nationales Rahmenwerk, das auf international anerkannten ökologischen und sozialen Standards beruht. Entsprechende Maßnahmen werden umgesetzt. Sie tragen dazu bei, die Treibhausgasemissionen aus der Entwaldung und Degradierung von Waldbeständen zu verringern, die Artenvielfalt zu erhalten und die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

Vorgehensweise

Das Projekt und seine Partner richten institutionelle Strukturen ein, damit das Land die Vermeidung von Entwaldung überwachen und die REDD+-Maßnahmen steuern und koordinieren kann. Außerdem entwickelt das Projekt mit seinen Partnern Mechanismen für die Finanzierung von Schutzmaßnahmen und einen gerechten Vorteilsausgleich, sodass die Bevölkerung einen Anreiz hat, den Wald zu schützen. Darüber hinaus werden forstwirtschaftliche Flächennutzungspläne sowie Lösungen für Landrechtsfragen in ausgewählten Regionen erarbeitet. Zu den weiteren Maßnahmen gehören die Integration von ökologischen und sozialen Standards in die Umsetzung von REDD+, Informations- und Wissensaufbau sowie die Durchführung von Kampagnen zur Bewusstseinsbildung für den Wald- und Klimaschutz in der Bevölkerung.

Ziel aller Maßnahmen ist es, den CO2-Ausstoß zu verringern, die Widerstandsfähigkeit von Wäldern gegen die Folgen des Klimawandels zu erhöhen, die Artenvielfalt zu erhalten und Einkommensmöglichkeiten für die Landbevölkerung zu schaffen. Durch die Umsetzung des nationalen REDD+-Mechanismus und den Aufbau von Ressourcen und Kompetenzen werden die Ergebnisse von den Partnern landesweit verbreitet. Um Partner aus Regierung und Nichtregierungsorganisationen auf ihre Aufgaben in der REDD+-Strategie vorzubereiten, werden Schulungen durchgeführt. Die philippinische Delegation für die UN-Klimarahmenkonvention bringt die Lernerfahrungen des Landes in die internationale Diskussion zum Wald- und Klimaschutz ein.

Die Consultingfirma Deutsche Forstservice GmbH unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkung

Das philippinische Umweltministerium baut systematisch eine REDD+-Geschäftsstelle für die Koordinierung und Steuerung von REDD+-Maßnahmen auf. Vertreter der Regierung sowie von Nichtregierungsorganisationen und Behörden haben Systeme zur Steuerung und Regelung der REDD+-Maßnahmen, ökologische und soziale Standards (Kontrollmechanismen), Landbesitzrechte, Finanzierungslösungen sowie Möglichkeiten für einen gerechten Vorteilsausgleich entwickelt. Außerdem haben sie an der rechtlichen Klärung von Kohlenstoffrechten gearbeitet und Empfehlungen für Politikänderungen vorgelegt.

Konzepte für ein nationales Waldüberwachungssystem und ein nationales REDD+-Register sollen als Grundlage für die Entwicklung eines nationalen Mess-, Berichts- und Validierungssystems (MRV) für REDD+ dienen. Abteilungen verschiedener Lokalregierungen, Gemeinden und indigene Bevölkerungsgruppen an den drei Projektstandorten Albay, Eastern Samar, Davao Oriental haben mit dem Schutz und der Rehabilitierung von Wäldern, der Klärung von Landnutzungsrechten, dem Schutz der Artenvielfalt sowie der Verbesserung der Lebensgrundlagen der örtlichen Bevölkerung begonnen.

Mithilfe zahlreicher Publikationen und Veranstaltungen hat das Projekt dazu beigetragen, das Wissen und die Kompetenz der Partner in Bezug auf REDD+, Wald- und Klimaschutz sowie den Schutz der Artenvielfalt zu erweitern. Außerdem hat das Projekt zur besseren Koordinierung der philippinischen Beiträge zur internationalen Klimaschutzdebatte über REDD+ – im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention – einen Mechanismus für Konsultationen und Feedback eingerichtet. Dadurch werden die Ergebnisse des internationalen Politikdialogs besser in die nationalen Prozesse eingebracht.

Mehrere Hundert Mitarbeiter der Partnerbehörden ausgewählter Projektgebiete wurden geschult, wodurch die lokalen Institutionen gestärkt werden konnten. Sie können REDD+-Maßnahmen nun besser umzusetzen – vor allem für forstliche Flächennutzungsplanung, Waldinventuren, sowie Maßnahmen zum Schutz von Wäldern und Artenvielfalt, die in Zusammenarbeit mit indigenen Gruppen und Gemeinden entwickelt werden.