Erhaltung der Wälder auf der Insel Panay

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wald- und Klimaschutz auf Panay 
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Philippinen
Politischer Träger: Department of Environment and Natural Resources (DENR)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

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Ausgangssituation

Der Naturwald in den Bergen der philippinischen Insel Panay ist der wichtigste Kohlenstoffspeicher der Region. Außerdem ist der Wald das Wassereinzugsgebiet für die meisten Flüsse auf Panay und bietet bedrohten Arten wie dem Dulungan-Hornvogel und Rafflesiengewächsen, die nur auf der Insel vorkommen und vom Aussterben bedroht sind, einen Lebensraum. Der Erhaltung dieses Waldes und seiner Biodiversität kommt daher große Bedeutung zu.

Auf dem Wald der Insel Panay lastet jedoch ein enormer Nutzungsdruck: Brandrodung, unkontrollierter Holzeinschlag und Wilderei gefährden das gesamte Ökosystem. Die Entwaldung des Bergkamms verursacht Erosion und schwankende Wasserstände und gefährdet die Reisbewässerung und die Trinkwasserversorgung in den Tieflagen. Zudem tragen eine unangepasste Landwirtschaft in Steillagen sowie ungenutzte Biomasse zu vermeidbaren Treibhausgasemissionen bei und belasten dadurch das Klima. 

Ziel

Die global bedeutsame Biodiversität des letzten großen zusammenhängenden Naturwaldgebiets auf dem zentralen Bergkamm von Panay ist geschützt. Die natürlichen Ressourcen in den Pufferzonen werden von den Anrainergemeinden nachhaltig und klimaschonend genutzt.

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Vorgehensweise

Mit einem ganzheitlichen Naturschutz- und Entwicklungsansatz trug das Vorhaben „Wald- und Klimaschutz Panay“ zum Schutz des Waldes und seiner Biodiversität sowie zur nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, zu Klimaschutz, Erhalt der biologischen Vielfalt und nachhaltiger Entwicklung auf Panay bei. 

Das Projekt griff Lernerfahrungen aus früheren Interventionen auf, um die Naturschutzmaßnahmen zu stärken. Dazu zählten insbesondere der Schutz wichtiger Lebensräume, eine forstliche Rahmenplanung, Wiederaufforstung, nachhaltige Waldbewirtschaftung und Agroforstwirtschaft in den Pufferzonen. Unter Beteiligung der Bevölkerung vor Ort wurden forstliche Rahmenpläne entwickelt, die wiederum in die übergeordneten Flächennutzungspläne einfließen. Dabei werden die Rechte und Interessen indigener Gruppen beachtet sowie besonders geschützte Lebensräume für gefährdete Arten ausgewiesen.

Das Projekt unterstützte lokale Behörden, Nutzergruppen und Haushalte bei der Anwendung von Instrumenten zur Gewährleistung von Landrechten und half ihnen bei der Einrichtung von Gemeindewäldern und der Erarbeitung von Bewirtschaftungsplänen für Schutz- und Nutzwaldgebiete. Im Zuge der Projektunterstützung für den Abschluss von Finanzierungs-, Schutz- und Rehabilitierungsvereinbarungen wurden auch die Agroforstflächen ausgeweitet. Außerdem beteiligte sich das Projekt an Aufforstungsmaßnahmen in den Pufferzonen.

Weitere Tätigkeitsbereiche waren die Förderung der Nutzung von Biomasse als erneuerbare Energiequelle, die Nutzung von Agrarabfällen zur Schaffung von Einkommen für lokale Gemeinden, die Verringerung des Treibhausgasausstoßes und die Förderung der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit.

Um den Schutz von Wäldern, Klima und Biodiversität weiter zu stärken, förderte das Projekt die Verbreitung von sachdienlichem Wissen und den Informationsaustausch zu dieser Thematik zwischen verschiedenen Akteuren auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Auf nationaler Ebene unterstützte das Projekt das Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen (DENR) bei der Einhaltung der Verpflichtungen aus der Biodiversitätskonvention (CBD), insbesondere deren Strategieplan 2011–2020. Dazu gehört auch die Unterstützung für wirkungsvolle, dezentrale Schutzmaßnahmen in Zusammenhang mit dem Aichi-Ziel 11 der CBD.

Zur Weiterentwicklung und wechselseitigen Verstärkung der Ergebnisse arbeitete das Projekt eng mit dem REDD+-Projekt der GIZ auf den Philippinen zusammen. Beide Projekte verfolgten einen gemeinsamen Ansatz, der auf den gleichen Methoden, Standards und Kriterien beruhte. Das Beratungsunternehmen DFS Deutsche Forstservice GmbH beteiligte sich ebenfalls an den Maßnahmen.

Wirkung

Das Projekt bot Anreize für eine nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung in den an die Panay Mountain Range angrenzenden Gebieten (Agroforstwirtschaft, Berglandwirtschaft und Nutzung von Bioenergie) zum Schutz der Naturwälder und zur Rehabilitierung geschädigter Wälder, was im Zeitraum von 2014 bis 2017 zu reduzierten CO2-Emissionen von 268.400 Tonnen führte. Aus dem Einsatz von Flachbett-Reistrocknern, die statt mit Kerosin oder Strom mit Reisspelzen beheizt werden, ergaben sich zudem Kosteneinsparungen für die örtlichen Reisbauern.

Die Entwaldungsrate in der Panay Mountain Range sank von 3,8 Prozent jährlich vor Projektbeginn auf 0,47 Prozent im Jahr 2017.
Sichtungen von gefährdeten und endemischen Arten wie Panayhornvogel (Rhabdotorrhinus waldeni), Prinz-Alfred-Hirsch (Rusa alfredi), Visayas-Pustelschwein (Sus cebifrons), Panay-Waran (Varanus mabitang) und Rafflesiengewächsen haben um 18 Prozent zugenommen.

Für 21 Gemeinden wurden forstliche Rahmenpläne erstellt und infolgedessen 149.118 Hektar zu Schutzwald erklärt und 30.049 Hektar Lebensräume gefährdeter Arten als Schutzgebiete („Critical Habitats“) ausgewiesen.

19.572 Hektar Naturwald könnten durch Schutzvereinbarungen mit der örtlichen Bevölkerung (rund 1.500 Haushalte) geschützt werden, die im Gegenzug Zuschüsse für Agroforstwirtschaft und nachhaltige Landwirtschaft erhielte.

1.143 Hektar geschädigter Naturwald sind nun rehabilitiert oder artenreicher bestockt.

1.149 Hektar wurden für eine agroforstwirtschaftliche Nutzung und 452 Hektar für eine nachhaltige und klimaangepasste landwirtschaftliche Nutzung erschlossen.

Über einen Zeitraum von drei Jahren konnte das Einkommen aus der Waldnutzung um 36,1 Prozent gesteigert werden. 

19 personell und finanziell angemessen ausgestattete Umweltbüros in 19 Gemeinden tragen zur langfristigen Bewirtschaftung und zum Schutz der Waldressourcen bei.

Der philippinische Umweltminister Roy A. Cimatu lässt an der Nachhaltigkeit des Vorhabens Wald- und Klimaschutz Panay (ForClim) keinen Zweifel: „ForClim hat gezeigt, dass mithilfe einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Waldressourcen gleichzeitig die Biodiversität erhalten, der Klimawandel gemindert und die Armut bekämpft werden kann. Mit der richtigen Unterstützung durch unsere Partnerorganisationen wird es uns hoffentlich gelingen, diesen Erfolg schon bald in anderen Teilen des Landes zu wiederholen.“