Stärkung der Versöhnungsprozesse in Sri Lanka

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Versöhnungsprozesse in Sri Lanka
Auftraggeber: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland, Delegation der Europäischen Union in Sri Lanka und auf den Malediven
Land: Sri Lanka
Politischer Träger: Ministry of National Integration, Official Languages, Social Progress and Hindu Religious Affairs
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Ausgangssituation

In den letzten Jahren hat sich das politische Umfeld in Sri Lanka gewandelt. Dadurch waren die Voraussetzungen für eine Stärkung der Rechenschaftspflicht und die Förderung von Versöhnung und Frieden gegeben, so dass die Ursachen des langjährigen Konflikts angegangen werden konnten. Seit den Präsidentschaftswahlen im Januar 2015 und der anschließenden Bildung einer nationalen Regierung im August 2015 stehen die Themen gute Regierungsführung und Versöhnung auf der politischen Agenda. 

Der Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte im September 2015 und die Unterstützung der entsprechenden Resolution des UN-Menschenrechtsrats durch die sri-lankische Regierung haben den Weg für einen Versöhnungsprozess frei gemacht. Dieser konzentriert sich auf vier Punkte: die Suche nach der Wahrheit, die Erreichung von Gerechtigkeit und Wiedergutmachung sowie Maßnahmen, um zu verhindern, dass sich der Konflikt wiederholt.

Trotz der Verfassungskrise im Oktober 2018 und der terroristischen Anschläge am 21. April 2019, die das Land zutiefst erschüttert haben, arbeiten Vertreter*innen der Zivilgesellschaft gemeinsam mit der Regierung weiter an verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit den Menschenrechten und dem Versöhnungsprozess.

Das von der Europäischen Union und dem Auswärtigen Amt gemeinsam finanzierte Versöhnungsprogramm reagiert auf diese Entwicklungen und führt Maßnahmen durch, die insbesondere auf die Nichtwiederholung der Gewalt des Bürgerkriegs abzielen.

Ziel

Der Versöhnungsprozess in Sri Lanka ist gestärkt. Staatliche und nicht staatliche Organisationen in Sri Lanka befassen sich gemeinsam mit den wichtigsten Aspekten des Versöhnungsprozesses.

Vorgehensweise

Das Projekt ist in zwei Handlungsfeldern tätig:
Unterstützung von Mechanismen für eine effektive Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den an dem Versöhnungsprozess beteiligten staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Dabei konzentriert sich das Programm auf drei Bereiche:

  • Überwachung und Dokumentation der Fortschritte im Versöhnungsprozess
  • Unterstützung von Lernprozessen bei den relevanten Institutionen
  • Förderung eines öffentlichen Diskurses und inklusiver politischer Prozesse

Förderung des Ziels, eine Wiederholung des Konflikts zu verhindern; dazu ist das Programm in folgenden Bereichen tätig:

  • Vergangenheitsbewältigung durch gemeinsame Trauerarbeit und gemeinsame Gedenkveranstaltungen
  • Erbringung von bedarfsgerechten psychologischen und psychosozialen Dienstleistungen für Konfliktopfer
  • Förderung von Kunst und Kultur, um fragmentierte Gemeinschaften in einen Dialog und den Versöhnungsprozess einzubinden
  • Beseitigung von Sprachbarrieren zur Verbesserung des Zugangs zu öffentlichen Dienstleistungen

Wirkungen

  • Mehr als 5.230 Personen haben Filmvorführungen zum Thema Versöhnung besucht und sich an den moderierten Diskussionen über die Fragen beteiligt, die sich nach dem Bürgerkrieg stellen.
  • 4.602 Menschen haben das mobile Museum des Projekts besucht, das die Gäste auf eine Reise durch verschiedene Kapitel der Geschichte Sri Lankas nach der Unabhängigkeit mitnimmt. „Das war das erste Mal, dass ich ein Museum in Sri Lanka besucht habe, in dem die Geschichte als ein facettenreicher Komplex verschiedenster Ereignisse und nicht als eine lineare Abfolge von Ereignissen präsentiert wird“, so die ehemalige Präsidentin Chandrika Bandaranaike Kumaratunga.
  • Insgesamt wurden 238 Vertreterinnen und Vertreter von staatlichen und nichtstaatlichen Partnerorganisationen in der Erbringung von psychosozialen Leistungen für eine möglichst große Anzahl an Bürgerinnen und Bürgern geschult.
  • 449 Vertreter von staatlichen Stellen und Zivilgesellschaft haben an verschiedenen Workshops zu den operativen Aspekten des Versöhnungsprozesses und den damit zusammenhängenden Themen teilgenommen. „Ich verstehe jetzt, wie wichtig Versöhnung in einem institutionellen Kontext ist“, erklärte ein Teilnehmer. Außerdem fühlen sich viele Teilnehmer inzwischen besser vorbereitet, um „Konflikte zu bewältigen und zu erkennen, welche Bedarfe nicht gedeckt sind und wie man am besten damit umgeht.“
  • 127 Künstler und Kulturschaffende, darunter Filmregisseure, Musiker und kommunale Theatergruppen, wurden dabei unterstützt, ihre Kunst für einen konstruktiven Dialog über Versöhnung, nationale Identität und Vielfalt zu nutzen.
  • Von dem Journalistennetzwerk thecatamaran.org wurden 86 Beiträge zum Thema Versöhnung auf Singhalesisch, Tamilisch und Englisch veröffentlicht. Die Artikel wurden über die sozialen Netzwerke von 3.200 Personen gelesen und diskutiert. Darüber hinaus konnten mit diesen Beiträgen rund 615.000 Leser über die allgemeinen Tageszeitungen erreicht werden.

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