Ziviler Friedensdienst: Dialog und gewaltfreie Konfliktbearbeitung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ziviler Friedensdienst: Dialog und gewaltfreie Konfliktbearbeitung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2017

Ethiopia. Peace Gathering in South Omo.CPS © GIZ

Ausgangssituation
Äthiopien ist ein nach ethnisch-sprachlichen Kriterien gegliederter Bundesstaat. Die zahlreiche Bevölkerung des Landes umfasst viele verschiedene Völker und Nationalitäten. Der neue föderale Staatsaufbau ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und wird stetig weiterentwickelt. Die große Vielfalt der äthiopischen Gesellschaft birgt enormes Potenzial, ist jedoch auch mit Risiken verbunden – etwa gewalttätiger Konflikte, die aufgrund unterschiedlicher wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung sowie divergierender politischer Interessen einzelner Bevölkerungsgruppen entstehen können. Zur Förderung des Friedens greifen die Gemeinschaften Äthiopiens auf traditionelle Konfliktlösungsmechanismen zurück und suchen in ihren eigenen Wertesystemen nach Antworten. Gleichzeitig bringen nichtstaatliche und staatliche Akteure externes Fachwissen ein und versuchen dadurch, auf unterschiedlichen Ebenen zur Lösung von Konflikten zwischen verschiedenen Gemeinschaften sowie zur Aussöhnung der Konfliktparteien beizutragen.

Ziel
Kompetenzen und Gestaltungsfähigkeit für Friedensaufbau und Konfliktbearbeitung der nationalen, regionalen und lokalen Akteure sind gestärkt und ermöglichen die zeitnahe, systematische und nachhaltige Konflikttransformation.

Vorgehensweise
Die Herausforderungen für zivile Konfliktbearbeitung haben, in dem durch Vielfalt gekennzeichneten Land, zahlreiche Initiativen und friedensschaffende Aktivitäten entstehen lassen. Sie werden vom Programm Ziviler Friedensdienst (ZFD) durch Maßnahmen zur Vernetzung und Koordinierung sowie durch Fortbildungen gefördert.

Das Programm verfolgt einen systemischen Ansatz bei der Konflikttransformation. Im Mittelpunkt stehen Strategieplanung und -umsetzung sowie die Stärkung der Beziehungen zwischen den beteiligten Akteuren. Dabei sucht der ZFD national, regional und lokal den Schulterschluss mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen und fördert deren Zusammenarbeit. Das Programm stärkt die Fähigkeiten seiner Programmpartner und ihrer Zielgruppen. Gemeinsam mit den betroffenen Gemeinschaften sucht es Möglichkeiten und Wege der gewaltfreien Konflikttransformation und -prävention. Mit seinen übergreifenden Maßnahmen stellt der ZFD sicher, dass lokale Erfahrungen und Erkenntnisse in die Gestaltung regionaler und nationaler Politiken und Strategien einfließen.

Wirkung
  • Das Vertrauen zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Partnerorganisationen ist stabil, sodass gemeinsame Projekte regional und lokal initiiert wurden.
  • Kompetenzen und Ressourcen zur Förderung des Friedens wurden auf allen Ebenen gestärkt. Strukturen für einen lokalen Dialog wurden aufgebaut, beispielsweise ein Friedenskomitee in Oromia und in der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker (SNNPR) sowie ein Kompetenz- und Mediationszentrum in der SNNP-Region.
  • In der SNNP-Region wird eine Konflikttransformationsstrategie gemeinsam mit der Zivilbevölkerung entwickelt und erfolgreich umgesetzt. Mehr als 2.500 Teilnehmende haben ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung und Friedensförderung durch Trainingsmaßnahmen erweitert. In verschiedenen lokalen Gemeinschaften in der SNNP-Region sowie in Oromia wurde die Friedenskultur mithilfe des Peace-Radio-Projekts sowie durch eine Analyse der lokalen Friedenspotenziale gestärkt.
  • Die Absolventen eines zertifizierten Mediationstrainings geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen landesweit in Trainingskursen weiter, mithilfe eines für das Mediationstraining entwickelten Handbuchs, das traditionelle äthiopische und westliche Elemente verbindet.