Competitive Cashew Initiative (ComCashew)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Competitive Cashew Initiative (ComCashew)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner: KraftHeinz, Olam, Trade and Development Group (TDG), Intersnack, Red River Foods, Walmart, African Cashew Alliance (ACA), USAID, The Sustainable Trade Initiative (IDH) und über 20 lokale, private Partner
Land: Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Ghana, Mosambik
Partner: SAP, Kraft Foods, Intersnack, OLAM, Trade and Development Group
Politische Träger: Benin: Ministère de l’Agriculture, de l’Elevage et de la Pêche (MAEP); Burkina Faso: Ministère de l’Agriculture et de la Sécurité Alimentaire (MASA); Côte d’Ivoire: Ministère de l´Agriculture (MINAGR); Ghana: Ministry of Food & Agriculture (MoFA); Mosambik: Instituto de Formento de Caju (INCAJU)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2018

Logo African Cashew Initiative (ACi)

Ausgangssituation

In den letzten 20 Jahren ist die Nachfrage nach Cashewnüssen auf dem Weltmarkt jährlich um zehn Prozent gestiegen. Während Ernteerträge in konkurrierenden Ländern stagnierten, begünstigen geographische Faktoren die Cashewproduktion in Afrika. Das verschafft einigen Ländern Afrikas Wettbewerbsvorteile und bietet gute Chancen, Zutritt zu internationalen Märkten zu erlangen. Bisher werden jedoch nur zehn Prozent der Cashewproduktion Afrikas innerhalb der jeweiligen Ursprungsländer weiterverarbeitet. Dies bedeutet, dass Möglichkeiten zur Arbeitsplatzschaffung, lokaler Wertschöpfung und Armutsreduzierung größtenteils ungenutzt bleiben.

Mehr als 50 Prozent der weltweiten Cashewproduktion entfällt auf Afrika, doch die Produktivität ist im internationalen Vergleich relativ gering. Das Potenzial, den Ertrag pro Baum zu steigern, ist hoch. Die Mehrheit der Cashewbauern lebt in ländlichen Gegenden und verdient durch den Cashewanbau gerade einmal 120 – 450 USD netto pro Jahr, was 20 - 50 Prozent zu dem Einkommen der Bauern beiträgt. Viele von Ihnen leben über das Land verteilt und sind nicht an Märkte angeschlossen. Die Anbaumethoden sind oft ineffizient, den Bauern fehlt der Zugang zu Weiterbildung, Finanzierungsmöglichkeiten und landwirtschaftlichen Inputs – wie beispielsweise verbessertem Pflanzenmaterial.
Um diese Herausforderungen anzugehen und die bestehenden Chancen zu nutzen, werden nachhaltige Lieferketten, Zugang zu landwirtschaftlichen Kenntnissen und die passenden Technologien und Finanzierungen benötigt, sowie verbesserter und interregionaler Wissensaustausch.

Ziel

Der afrikanische Cashew-Sektor arbeitet nachhaltig und die Produzenten in Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Ghana und Mosambik sind zunehmend wettbewerbsfähig. Bauern, Verarbeiter und andere Akteure der Cashew-Wertschöpfungskette profitieren von dauerhaft erhöhten Einkommen.

Vorgehensweise

Die Competitive Cashew Initiative (ComCashew) ist Bestandteil des GIZ Programms ”Breitenwirksame Förderung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten in Afrika“.

Zusammen mit öffentlichen und privaten Akteuren will das Projektteam die Wettbewerbsfähigkeit des Cashewsektors in ausgewählten afrikanischen Ländern verbessern. Dazu unterstützt das Projektteam unterschiedliche Akteure entlang der Cashew-Wertschöpfungskette: angefangen von der Forschung, über Veredelung und Multiplikation des Saatguts, Produktion, Weiterverarbeitung bis hin zum Marketing der Cashewnüsse.

Darauf aufbauend trägt der Cashewsektor weiterhin zu landwirtschaftlichem Wachstum in den Projektländern bei und somit zu einer Verbesserung der Ernährungs- und Armutssituation.
Diversifizierung von landwirtschaftlichen Anbausystemen erschließt nicht nur neue Einkommensquellen, sondern verhindert Bodenerosion, fördert die Biodiversität und somit die Anpassung an den Klimawandel und die Reduzierung von CO2-Emissionen.

Parallel dazu entstehen neue Arbeitsplätze vor allem in ländlichen Gebieten. Frauen finden häufig Jobs bei den weiterverarbeitenden Betrieben.

Wirkung

Seit dem Start der Initiative im April 2009 haben mehr als 430.000 Cashewbauern in Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Ghana und Mosambik Schulungen erhalten, wie sie ihre Anbaumethoden verbessern können - 22 Prozent von ihnen waren Frauen. Die Anwendung dieses Wissens führte zu höheren Ernteerträgen und verbesserter Erntequalität. Durch die Ausbildung von Trainern, mit Hilfe eines Master Training Programms, baut das Projekt ComCashew lokales Know-how bei Experten der Cashew-Wertschöpfungskette sowie in der Politikberatung auf. Es fördert darüber hinaus den regionalen Wissensaustausch für weiteres Lernen und Innovationen: 180 Mastertrainer aus 12 Ländern haben das Programm bisher erfolgreich abgeschlossen.
Durch diese Projektaktivitäten konnte die installierte Verarbeitungskapazität von 8.800 Tonnen in 2009 auf 250.000 Tonnen in 2016 ansteigen. Seit Beginn des Projekts wurden mehr als 440.000 Arbeitsplätze geschaffen, 75 Prozent davon im Produktionssektor und 25 Prozent in der Weiterverarbeitung und im Handel. Das Gesamteinkommen aller Beschäftigten lag bei mehr als 480 Mio. Euro.

Um die Forschung züchterischer und technischer Entwicklungen und die Kooperation zwischen Produzenten und Verarbeitern zu fördern, hat das Vorhaben das Instrument eines Matching Fund eingerichtet. In Kooperation mit lokalen und internationalen Unternehmen, Forschungsinstituten und staatlichen Organisationen, sowie lokalen und internationalen NGOs dient der Matching Fund dazu, flexiblere Förderungen, Kofinanzierungen und Innovationen einzubinden.

Die Initiative hat bislang 32 Projekte mit einem Gesamtbudget von 11 Mio. Euro gemeinsam mit der Privatwirtschaft, Forschung und dem öffentlichen Sektor realisiert. Diese Projekte haben die Marktanbindung von Kleinbauern verbessert und für hochwertiges Pflanzenmaterial gesorgt.
Aufgrund ihres Erfolges erhielt die ComCashew Initiative im Jahr 2016 den Innovation Award des OECD Development Assistance Committee „Taking Development Innovation to Scale” für das Projektkonzept und dessen messbaren Erfolg.