Ziviler Friedensdienst: Gemeinsame Lösungen für Landkonflikte im Nordosten Ugandas

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ziviler Friedensdienst: Förderung der partizipativen Managements von Landkonflikten im Nordosten Ugandas
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Uganda
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Landschaftsaufnahme aus Karamoja im Nordosten Ugandas: Wolken am Himmel, vorne trockener Boden und einzelne Sträucher, im Hintergrund Bäume und ein Gebirgszug. © Heike Wintershoff/GIZ

Ausgangssituation

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) der GIZ ist seit 1999 in Uganda präsent. Das Programm war lange im Nordosten des Landes in den Regionen Karamoja, Teso und West Nile tätig, die jahrzehntelang unter gewalttätigen Konflikten litten. Schwerpunkte waren der Abbau von Vorurteilen und die Förderung des Dialogs zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen sowie die Stärkung gewaltfreier Konfliktbearbeitung.

Inzwischen stehen jedoch andere Konflikte im Vordergrund: Das größte Gewaltpotenzial birgt die Verteilung der knappen Ressource Land. Wie in weiten Teilen Afrikas ist auch in Uganda die Mehrzahl der Bevölkerung darauf angewiesen, ein eigenes Stück Boden zu bewirtschaften. Der Besitz und die Nutzung von Land sind aber zunehmend umkämpft.

Staatliche und traditionelle Institutionen sind mit diesem relativ neuen Problem überfordert oder sind selbst darin verwickelt. Opfer dieser Entwicklung sind arme Bevölkerungsgruppen, darunter vor allem Frauen und Kinder, speziell Witwen und Waisen. Sogar innerhalb von Familien kommt es vermehrt zu „Landgrabbing“ und Streit um Landbesitz mit teils tödlichem Ausgang.

Die Konfliktursachen sind vielschichtig: Das hohe Bevölkerungswachstum, die steigende wirtschaftliche Bedeutung von Land, Widersprüche zwischen traditionellem und formellem Landrecht, Streit um Grenzen und Besitzrechte oder die Förderung von Bodenschätzen gehören zu den wichtigsten Faktoren.

Vor diesem Hintergrund hat der ZFD in Uganda sein Programm umgebaut und konzentriert sich nun auf die Regionen Karamoja und Teso, in und zwischen denen Landkonflikte besonders ausgeprägt sind. Das Engagement in der Region West Nile wurde Ende 2014 eingestellt.

Ziel

In Karamoja und Teso haben sich stabile Interessengruppen gebildet, die zur Prävention und gewaltfreien Bearbeitung von Landkonflikten beitragen. An dem Dialog wirken alle gesellschaftlichen Akteure gleichberechtigt mit.

Vorgehensweise

Zur Vorbereitung des neuen Programms führte der ZFD in Karamoja und Teso je eine partizipative Studie zu Landkonflikten durch. Für das Verständnis von Landkonflikten waren folgende Erkenntnisse aus dieser Studie besonders wichtig: Es fehlen öffentlich zugängliche Informationen über formelles und traditionelles Landmanagement; es existieren kaum Kommunikationskanäle zwischen Institutionen und gesellschaftliche Gruppen; traditionelles Wissen wird selten einbezogen.

Der ZFD organisierte in 2014 in beiden Regionen viertägige Tagungen mit jeweils rund 120 Teilnehmern. Alle relevanten gesellschaftlichen Akteure nahmen teil: nationale Behörden, Lokalpolitiker, traditionelle Führer, internationale und nationale Nichtregierungsorganisationen und lokale Initiativen. Viele Beteiligte begegneten sich zum ersten Mal und konnten so Meinungen austauschen und Wissenslücken schließen.

Als Ergebnisse dieser Treffen wurden Tagungsberichte erstellt, die die wichtigsten Landkonflikte benennen und Möglichkeiten zur Bearbeitung dieser Konflikte aufzeigen. Die Berichte wurden lokal, in der Region und auch auf nationaler Ebene verteilt. Darüber hinaus wurde ein dauerhafter Austausch in festen Arbeitsgruppen vereinbart, um die Prävention und gewaltfreie Bearbeitung von Landkonflikten zu stärken. Ergänzend dazu wird in jeder Region einmal im Jahr eine regionale Tagung ausgerichtet, um aktuelle Entwicklungen umfassend zu diskutieren und kontextbezogene Interventionsstrategien zu erarbeiten.

Der ZFD unterstützt diesen Prozess inhaltlich, finanziell und logistisch. Der Fokus liegt dabei auf der Vernetzung und Beratung verschiedener Akteure unter besonderer Berücksichtigung traditioneller Führer. Dadurch werden der Informationsaustausch rund um das Thema Land gefördert und lokale Kompetenzen und Ressourcen für die gemeinsame friedliche Lösung von Konflikten aufgebaut.