Förderung der marktorientierten Landwirtschaft in Ghana

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Förderung marktorientierter Landwirtschaft in Ghana (MOAP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ghana
Politischer Träger: Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft der Republik Ghana
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2019

Ghana. Ein Kleinbauer bei der Mangoernte. (Foto: Li Migura) © GIZ

Ausgangssituation

Ghana gilt als eines der aufstrebenen Länder Afrikas. In den Städten bildet sich gerade eine Mittelschicht mit zunehmend anspruchsvollem Kaufverhalten. Dennoch ist Ghana  ein stark landwirtschaftlich geprägtes Land.  Landwirtschaft ist nach wie vor einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren. Etwa die Hälfe aller Arbeitskräfte Ghanas sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Circa ein Drittel der Exporteinnahmen werden durch landwirtschaftliche Produkte erwirtschaftet.

Produktivität und Produktqualität der ghanaischen Agrarerzeugnisse sind jedoch niedrig und die Potentiale des Landes bei der Herstellung von international gefragten Erzeugnissen zum Beispiel aus Mango, Ananas oder Cashew werden nicht ausgeschöpft. Auch die gestiegenen Qualitätsansprüche der ghanaischen Mittelschicht werden nicht erfüllt, weswegen diese oft auf Importware zurückgreift.

Momentan werden 80 Prozent der landwirtschaftlichen Produkte in Ghana von Kleinbauern erzeugt. Gerade ihnen fehlt es oft an Betriebsmitteln, Finanzierung und Vermarktungskontakten. Sie verwenden schlechtes Saatgut, nutzen weder Pflanzenschutzmittel noch Dünger und wichtige Investitionen können sie sich nicht leisten. Daher sind ihre Erträge gering, Pflanzenkrankheiten und Schändlinge können sich ungehindert ausbreiten und die Ernte empfindlich schmälern. Schlechte Lagerung und Transport mindern weiterhin die Qualität von geernteten Früchten. Wiederkehrend auftretender Schädlingsbefall bei Exportprodukten führte so auch 2015 zu einem Importstopp ghanaischer Gemüsesorten wie Chilli oder Aubergine in die EU.

Ziel

Die Qualität der landwirtschaftlichen Produktion in Ghana ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Programm zur Förderung marktorientierter Landwirtschaft in Ghana (MOAP) hat sich auf die Förderung der Wertschöpfungsketten Mango, Ananas, Zitrusfrüchte und Gemüse sowie Reis, Sorghum, Soyabohnen, Erdnuss und Cashew spezialisiert. Sie werden in den Regionen Brong Ahafo, Eastern, Central und Volta sowie seit 2017 durch eine Kofinanzierung der EU auch in Upper West und Northern Region gefördert.

Das Projektteam berät politische Entscheidungsträger und schult staatliche Agrarberater. Dadurch werden günstige Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Wertschöpfung landwirtschaftlicher  Erzeugnisse  geschaffen. Mit staatlichen Behörden wird gegen Schädlingsbefall vorgegangen und regelmässige Qualitätskontrollen sollen Beanstandungen von Exportwaren sowie national verkauften Produkten reduzieren.

Bauern erreichen durch Schulungen und Beratung in zu verbesserten Anbaumethoden, Pflanzenschutz oder Baumschnitt höhere Erträge und bessere Produktqualität. Zugleich schützen sie die Fruchtbarkeit ihrer Böden. Zertifizierungen nach EU-Bio Richtlinien helfen ihnen, ihre Produkte sowohl national als auch international zu verkaufen und dafür höhere Preise zu erzielen.

Verluste nach der Ernte sollen durch eine Verbesserung der Infrastruktur zur Lagerung, Weiterverarbeitung und dem Transport reduziert werden. MOAP schult Mitarbeiter der zuständigen staatlichen Behörden in den Regionen im Bereich Wartung und versucht private Investitionen für die Bereitstellung Agrarinfrastruktur und Dienstleistungen für Bauern zu fördern.

Mit Unterstützung der Consultingfirma AFC bildet das Projekt zudem Unternehmer zur Umsetzung inklusiver Geschäftsmodellen wie der Vertragslandwirtschaft fort. Dadurch profitieren Exporteure und Produzenten unter anderem von Fruchtsäften, Dörrobst oder Gewürzen. Sie erhalten die benötigten Zutaten in der gewünschten Qualität und Menge und die Bauern haben ein sicheres Einkommen und erhalten Beratungsleistungen.

Wirkungen

Seit Projektbeginn konnten 30.000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und verarbeitenden Betrieben gesichert werden. Allein seit 2016 wurden über 12.000 Bauern in guter landwirtschaftlicher Praxis geschult und an die 2000 sind nach international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert worden. Durch Zertifizierung, Vertragslandwirtschaft und verbessterte Anbaumethoden steigerten sich die Erzeugerpreise um bis zu 50 Prozent.

Ghana. Frische Orangen auf dem Weg zum Entsaften. (Foto: Li Migura) © GIZ

Auf politischer Ebene hat das Projekt dazu beigetragen, Richtlinien und Prozesse  zur Qualitätskontrolle von Ausfuhrprodukten mit den ghanaischen Partnern zu erarbeiten. Dadurch konnte ab Januar 2018 eine Aufhebung des EU-Banns von ghanaischen Produkten, wie Chili und Auberginen, erreicht werden. Die Mangoverarbeiter und -exporteure berichten, dass der Befall der Früchte durch Fruchtfliegen mit Hilfe der verschiedenen Projektmaßnahmen um die Hälfte zurückgegangen ist.