Entwicklung des Gesundheitssektors

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Entwicklung des Gesundheitssektors
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia
Politischer Träger: Ministry of Health
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2018

Ausgangssituation

In den vergangenen zehn Jahren zeigte die Entwicklung des kenianischen Gesundheitssektors insgesamt deutliche, jedoch noch unzureichende Fortschritte. So hat sich zwischen 2003 und 2014 die Kindersterblichkeit bei den unter 5-Jährigen ebenso verringert wie die Müttersterblichkeit. In beiden Fällen wurden die Millenniumentwicklungsziele der Vereinten Nationen jedoch klar verfehlt. Bei der Gesundheitsversorgung und dem Gesundheitsstatus der Bevölkerung gibt es in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes große regionale Disparitäten.

Diese unbefriedigende Entwicklung ist vor allem auf die unzureichenden Versorgungsstrukturen zurückzuführen. Die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen ist oft mangelhaft; sozioökonomische Zugangsbarrieren schließen in erster Linie Arme und im informellen Sektor Beschäftigte aus. Während etwa jeder fünfte Einwohner Zugang zu einer Krankenversicherung hat – davon sind 90 Prozent formell Beschäftigte –, trifft dies nur auf knapp 3 Prozent der Menschen mit den geringsten Einkommen zu (2013). In aktuellen Statistiken zeichnen sich positive Entwicklungen und deutliche Verbesserungen ab, die aber noch nicht in einer neueren Studie erfasst sind. Der Zugang zu qualitativ hochwertigen Basisgesundheitsdiensten, vor allem für ärmere Bevölkerungsgruppen sowie Beschäftigte des informellen Sektors und ihre Familien, ist nicht ausreichend gewährleistet.

Ziel

Der Zugang zu qualitativ hochwertigen Basisgesundheitsdiensten, vor allem für ärmere Bevölkerungsgruppen sowie Beschäftigte des informellen Sektors und ihre Familien, ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben trägt zur Verbesserung der Gesundheitssituation bei: Es stärkt einerseits den finanziellen Zugang der Bevölkerung zu Gesundheitsdienstleistungen und andererseits den institutionellen Rahmen für Qualität und Zuverlässigkeit der Leistungserbringung. Die kenianischen Behörden und Organisationen des Gesundheitssektors werden bei der Ausgestaltung von Sektorreformen unterstützt. Die Leistungsfähigkeit der Regierungen der lokalen Verwaltungsbezirke Kisumu, Vihiga, Kwale und Siaya wird gestärkt. Die Verbreitung guter Praktiken des Finanz-, Qualitäts- und Prozessmanagements wird darüber hinaus gefördert, bei den Gesundheitsdienstleister in den genannten Verwaltungsbezirken und in der Hauptstadt Nairobi.

Das Vorhaben umfasst drei Handlungsfelder:

  1. Gesundheitsfinanzierung. Das Vorhaben will die Verbesserung der instrumentellen und organisatorischen Grundlagen erreichen: für eine Ausweitung der finanziellen Absicherung bei Inanspruchnahme von Basisgesundheitsdiensten.
  2. IT-gestütztes Qualitäts- und Prozessmanagement. Das Vorhaben stärkt die Verbreitung national einheitlicher Standards für das Qualitätsmanagement von Gesundheitsdienstleistern, deren Einbettung in die Management- und Berichterstattungsprozesse in Krankenhäusern und Verwaltungsbezirken sowie den Aufbau nationaler Akkreditierungsstrukturen.
  3. Sektorgovernance. Vor dem Hintergrund der 2013 eingeleiteten Dezentralisierung dienen die Maßnahmen der Stärkung des Managements und der Governance des Gesundheitssektors in den Verwaltungsbezirken.

Wirkung

Statistiken der nationalen Krankenversicherung zeigen einen deutlichen Anstieg der Versicherten, vor allem im informellen Sektor. Hürden bei der Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen wurden reduziert, zum Beispiel durch gezielte Fortbildungsmaßnahmen für Krankenhausverwaltungen. Durch Beratung und Unterstützung von Maßnahmen für gesteigerte Transparenz, unter anderem durch IT-gestützte Prozesse, hat das Vorhaben zur Senkung des Anteils der Verwaltungskosten in der nationalen Krankenversicherung beigetragen. In den vier unterstützten Bezirken werden verbesserte, IT-gestützte Verfahren zur Qualitätssicherung in Krankenhäusern eingesetzt. Erhebungen zur Absicherung der vorliegenden Daten werden derzeit durchgeführt; Ergebnisse werden sukzessive veröffentlicht.