Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung im Bergbausektor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integrierte wirtschaftliche Entwicklung im Bergbausektor
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ )
Land: Demokratische Republik Kongo
Politischer Träger: Ministère du Plan
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

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Ausgangssituation

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) hat eine lange Zeit von Konflikten, politischer Instabilität und Misswirtschaft durchlebt. Sie kann die grundlegenden Aufgaben eines Staates nicht mehr erfüllen und gilt demnach als gescheiterter Staat. Gleichzeitig ist die DR Kongo eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Der Bergbau macht einen Anteil von mehr als 20 Prozent am Bruttoinlandprodukt (BIP) aus. Er wird sowohl industriell als auch handwerklich betrieben und gilt als zentraler Wirtschaftsfaktor: Fast über ein Drittel der Staatseinnahmen entstammen aus diesem Bereich. Wachstum und Einnahmen haben bisher jedoch nicht zu einer spürbaren Verbesserung der extremen Armut im Land geführt. 

Obwohl sich in der DR Kongo viele multinationale Bergbauunternehmen niedergelassen haben, sind nur wenige Arbeitsplätze entstanden. Der Zugang zu internationalen Märkten ist für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) nur begrenzt vorhanden. Darüber hinaus fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. Gleichzeitig arbeiten tausende Menschen ohne offiziellen Arbeitsvertrag oder Arbeitsbewilligung unter gefährlichen Bedingungen im Kleinbergbau, auch artisanaler Bergbau genannt. Dabei werden mit einfachsten Mitteln - oft mit bloßen Händen - mineralische Stoffe abgebaut. Das Überleben vieler Familien hängt vom Einkommen aus diesen Aktivitäten ab.

Die Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Akteuren im Bergbau ist von gegenseitigem Misstrauen gekennzeichnet. Für das Management des Bergbaus sowie Beteiligungsmöglichkeiten fehlt es aktuell an Transparenz, damit die Bedürfnisse und Erwartungen der verschiedenen wichtigen Interessengruppen berücksichtigt werden können. Damit die Bevölkerung besser von den natürlichen Ressourcen des Landes profitiert, braucht das Land in diesem Bereich Beschäftigungsmöglichkeiten. Dafür muss sich jedoch die Wirtschaft besser auf die Dynamik des Bergbaus einstellen. Weiterhin müssen die Arbeitsbedingungen im Kleinbergbau dringend menschenwürdiger gestaltet werden. 

Ziel

Die DR Kongo unterstützt den Auf- und Ausbau von lokalen Produktionsketten im Bergbau für eine beschäftigungswirksame und verbesserte Wirtschaftsentwicklung.

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Vorgehensweise

Das Projekt ist hauptsächlich in den Provinzen Haut Katanga und Lualaba, Süd-Kivu und der Hauptstadt Kinshasa tätig. Es arbeitet mit einer Vielzahl von Partnern zusammen. Hauptsächlich unterstützt das Vorhabenden folgende Bereiche: 

  • Dialog und Partizipation: Das Projekt unterstützt Multi-Stakeholder-Dialogformate. Dazu gehören beispielsweise die Investissements Durables au Katanga (IDAK), die Investissements Durables au Kivu (IDAKI) und die Alternative Mining Indaba (AMI). Diese Plattformen ermöglichen Vertretern der Zivilgesellschaft, der lokalen und teilweise nationalen Regierung sowie Bergbauunternehmen regelmäßig aktuelle Herausforderungen im Bergbausektor zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu finden. Weiterhin verbessert das Vorhaben die Zusammenarbeit zwischen privaten, staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Kompetenzen und Fähigkeiten der Zivilgesellschaft für ein transparentes und umweltverträgliches Management des Bergbausektors werden aufgebaut.
  • Standards im artisanalen Kobalt-Bergbau: Projekt unterstützt Bergbaukooperativen in der Umsetzung und dem Nachweis von Standards in dem artisanalen Kobaltabbau. Dabei sollen Arbeits- und Lebensverhältnisse in den Bergbauregionen verbessert werden. In diesem Zusammenhang plant das Vorhaben, den Zugang zu weltweiten Lieferketten zu verbessern. 
  • Förderung lokaler Vergaben: Das Projekt vernetzt Bergbauunternehmen, KMU und Geschäftsentwicklungsberatung (Business Development Services, BDS). Ziel ist es, künftige lokale Märkte zu entdecken und den damit verbundenen Qualifikationsbedarf zu identifizieren. Gleichzeitig unterstützt das Vorhaben lokale Subunternehmen technisch, um die Anpassung ihres Angebots an die Bedürfnisse des Marktes zu verbessern. 
  • Berufliche Qualifizierung: Berufliche Qualifikationsprogramme werden an die tatsächliche Nachfrage des Bergbaus angepasst. Produktionspraktische Inhalte sollen stärker in den Lehrplänen Berücksichtigung finden. Durch ein praxisorientiertes Qualifizierungsangebot verbessert das Projekt den Zugang zum Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer*innen.
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